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"X-Men" macht glücklich

So dämlich der Titel "Zukunft ist Vergangenheit" auch klingen mag, der neue "X-Men" ist einfach grandios! Jake Gyllenhaal glänzt im nächsten Psychothriller. Und es gibt einen neuen "Billy Elliott".

Von Sophie Albers Ben Chamo und Nicky Wong

"X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Sir Ian McKellen ("Der Herr der Ringe"), Sir Patrick Stewart ("Star Trek"), Michael Fassbender ("Shame"), James McAvoy ("Drecksau"), Jennifer Lawrence ("Die Tribute von Panem"), Hugh Jackman ("Les Misérables"), Halle Berry ("Monster's Ball") und Ellen Page ("Juno")

Die Geschichte in einem Satz:

Wolverine wird in die Vergangenheit geschickt, um Professor X und Magneto zur Zusammenarbeit zu bewegen, denn in der Zukunft werden Mutanten von beeindruckend fiesen Robotern gejagt und getötet.

Geschwister im Kinoversum:

"X-Men: Erste Entscheidung"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil High-End-Action noch nie so liebevoll war! In einem grandiosen Mix aus Drama, Humor und spektakulärer Spezialeffekte-Action geht es um nicht weniger als das Abwenden eines Vernichtungskrieges der Menschen gegen die Mutanten. Wolverine wird "Terminator"-mäßig in die 70er verfrachtet, wo er einen alles auslösenden Mord verhindern soll. Dazu braucht er aber die Hilfe von Professor X und Magneto, die sich zu dieser Zeit bis aufs Blut hassen. Zudem sitzt Magneto im "sichersten" Gefängnis der Welt, mehrere Stockwerke unter dem Pentagon. Jedes Detail stimmt in der Welt von morgen und gestern, Jackmans Wolverine ist cooler denn je, und auch James McAvoy und Michael Fassbender scheinen vollends in ihren Rollen angekommen. Ein Fest für "X-Men"-Fans, und für Neueinsteiger (gehen die in Teil fünf?) mindestens mit einer der besten CGI-Sequenzen der letzten Jahre versehen: Marvel-Held Quicksilver (der schnellste unter den Mutanten) hat einen leider vorerst nur kurzen Auftritt und schreibt damit in der Küche des Pentagon Filmgeschichte wie einst die Slow-Motion-Kämpfe in "Matrix".

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"Enemy"

Wen Sie kennen könnten: Darsteller Jake Gyllenhall ("Brokeback Mountain") und Mélanie Laurent ("Inglourious Basterds")

Die Geschichte in einem Satz:

Geschichtsprofessor Adam entdeckt in einem Film einen Schauspieler, der sein Ebenbild scheint, er macht den Star ausfindig, um zu erfahren, was hinter dem Ganzen steckt, doch das macht alles nur bizarrer und beängstigender.

Geschwister im Kinoversum:

"Prisoners", der Vorgänger von Regisseur Denis Villeneuve

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Sie ein Fan von Jake Gyllenhaal sind, der mit jedem Film besser zu werden scheint. Weil Sie dicht gewobene, düstere Thriller lieben, die die eigene dunkle Fantasie ausloten und auf Touren bringen. Gern auch von José Saramago. Und weil Sie kein Problem mit Spinnen haben.

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"One Chance"

Wen Sie kennen könnten: die wahre Geschichte des "Britain's Got Talent"-Gewinners Paul Potts, der mit seiner Darbietung von "Nessun Dorma" sogar das kalte Herz von Simon Cowell kurzzeitig erwärmt hat.

Die Geschichte in einem Satz:

Der unscheinbare Paul führt ein ebenso unscheinbares Leben, das nur besonders wird, wenn er singen darf, und seine beeindruckende Stimme bringt ihn schließlich in eine Castingshow.

Geschwister im Kinoversum:

"Billy Elliot"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Sie den Gänsehaut-Moment, wenn ein Castingshow-Kandidat tatsächlich etwas richtig gut kann, auf eine Stunde und 44 Minuten ausgerollt sehen möchten. "One Chance" ist ein liebevoll-freundlicher Feel-good-Film.

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"Urlaubsreif"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Adam Sandler ("Meine erfundene Frau") und Drew Barrymore ("The Wedding Singer")

Die Geschichte in einem Satz:

Lauren und Jim haben ein Blind Date, das katastrophal schiefgeht, ergo wollen sie sich nie wieder sehen, wäre da nicht ein dummer Zufall, der die Beiden samt ihrer Kinder nach Afrika verschlägt.

Geschwister im Kinoversum:

"Meine erfundene Frau"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil er so unerwartet gut ist! Nach den Reinfällen "Jack und Jill" und "Der Chaos-Dad" ist Adam Sandler endlich wieder ein quirkiger Familienfilm gelungen, der jedes Lachen mit einer Träne mixt und einfach nur sehr, sehr lustig ist. Das liegt vor allem auch an der wunderbaren Chemie zwischen Sandler und Drew Barrymore.

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"Zeit der Kannibalen"

Wen Sie kennen könnten: "Tatort"-Kommissar Devid Striesow und Katharina Schüttler ("Oh Boy")

Die Geschichte in einem Satz:

Vier Unternehmensberater, die mit der finanziellen Ausbeutung kaputter Länder Geld und Karriere machen, gehen für die Beförderung über Leichen, bis einer von ihnen Selbstmord begeht und das Rattenrennen chaotisch wird.

Geschwister im Kinoversum:

Das ist "Up in the Air" auf Crystal Meth.

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil diese bitterböse, schrille Groteske zeigt, wie der deutsche "Wolf of Wall Street" aussieht - und dabei die Schraube noch ein ganzes Stück weiterdreht.

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"Paris um jeden Preis"

Wen Sie kennen könnten: Reem Kherici hat schon in "OSS 117" eine gute Figur gemacht und hat hier das Drehbuch geschrieben und Regie geführt.

Die Geschichte in einem Satz:

Maya steht kurz davor, ihren Traumjob als Modedesignerin in Paris zu ergattern, als sich bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle herausstellt, dass ihre Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen ist und sie kurzerhand nach Marokko ausgewiesen wird, wo sie seit 20 Jahren nicht mehr war.

Geschwister im Kinoversum:

"Willkommen bei den Sh'tis"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil er leichtfüßig durch alle Klischees stolziert. Das ist "Sex and the City" auf Französisch in einer Culture-Clash-Episode.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo