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Helden und ihre Halbwertszeit

Damit Sie im Kino nicht den Überblick verlieren: stern.de verrät, was Sie wirklich über "Frankenweenie", "Flight" und "Lincoln" wissen müssen. Und welchen Film Sie nicht verpassen sollten.

Von Sophie Albers und Nicky Wong

"Frankenweenie"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Tim Burton ("Charlie und die Schokoladenfabrik", "Big Fish")

Die Geschichte in einem Satz:

Der junge Victor Frankenstein will den Tod seinen geliebten Hundes Sparky nicht akzeptieren und holt ihn "zurück", was zu einem sehr lebendigen Friedhof der Kuscheltiere führt, der außer Kontrolle gerät.

Geschwister im Kinoversum:

"Corpse Bride"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil niemand außer Tim Burton Themen wie Tod und Abschied so fantasievoll, ehrlich und liebevoll zugleich verpackt, dass auch Kinder sich ernstgenommen fühlen.

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"Flight"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Robert Zemeckis ("Forrest Gump") und Darsteller Denzel Washington ("Training Day")

Die Geschichte in einem Satz:

Pilot Whip Whitaker (Washington) rettet mit einer haarigen Notlandung zig Menschen das Leben und wird zum Helden, bis eine Untersuchung ergibt, dass er unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol stand.

Geschwister im Kinoversum:

"Cast Away"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Sie Denzel Washington noch nie so intensiv erlebt haben. Allerdings brauchen Sie gute Nerven für die Szenen des Fastabsturzes.

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"Gangster Squad"

Wen Sie kennen könnten: Darsteller Sean Penn ("Milk"), Ryan Gosling ("Drive"), Josh Brolin ("No Country for old Men")

Die Geschichte in einem Satz:

Mafiaboss Mickey Cohen (Penn) kann im Los Angeles der 40er Jahre tun und lassen, was er will - schließlich wird er von Politikern und Polizisten geschützt -, bis ein Trupp gesetzestreuer Cops auf ihn angesetzt wird.

Geschwister im Kinoversum:

"Public Enemies", "Die glorreichen Sieben"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Zur Warnung vorweg: "Gangster Squad" ist brutaler als Tarantinos "Django Unchained". Allerdings ist er ein ebenso gelungener herrlich verspielter Genrefilm! Zuweilen comichaft überzeichnete Charaktere machen diesen Film-Noir-Gangster-Western zu einer begeisternd runden Sache! Josh Brolin setzt neue Standards des Coolseins, und Ryan Gosling ist... einfach Ryan Gosling.

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"Movie 43"

Wen Sie kennen könnten: Darsteller Kate Winslet ("Titanic"), Halle Berry ("Monsters Ball"), Richard Gere ("Pretty Woman"), Hugh Jackman ("Les Misérables"), Emma Stone ("Spider-Man"), Gerard Butler ("300"), Naomi Watts (""King Kong"), Uma Thurman ("Kill Bill"), Johnny Knoxville ("Jackass"), Dennis Quaid ("Far from Heaven")

Die Geschichte in einem Satz:

In den zwölf Episoden dieses Allstar-Films, dessen Ziel der Bruch aller zur Verfügung stehenden Political-Correctness-Gebote ist, gehen Verabredungen schief, darunter auch die von Batman und Wonder Woman - und irgendwie geht es auch noch um einen rund 50 Kilo schweren Mp3-Player.

Geschwister im Kinoversum:

"Beilight"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Weil Winslet, Berry, Gere, Jackman, Stone, Butler, Watts, Thurman und Quaid hoffentlich noch viele gute Filme drehen werden, und es gibt Bilder, die kriegt man einfach nicht mehr aus dem Kopf.

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"Quartett"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Dustin Hoffman ("Rain Man") und die Darsteller Maggie Smith ("Harry Potter"-Filme)

Die Geschichte in einem Satz:

Die Bewohner eines britischen Altersheim für pensionierte Opernstars planen ein großes Konzert, doch bei den Vorbereitungen geht eigentlich alles schief.

Geschwister im Kinoversum:

"Hotel Best Exotic Marigold"

Warum Sie den Film nicht unbedingt sehen müssen:

Weil er einfach nur nett ist.

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"Lincoln"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Steven Spielberg ("Schindlers Liste") und die Darsteller Daniel Day-Lewis ("There will be Blood"), Tommy Lee Jones ("Men in Black")

Die Geschichte in einem Satz:

Abraham Lincoln tritt 1864 mitten im Bürgerkrieg seine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten an und will das Thema Slaverei ein für alle Mal erledigen.

Geschwister im Kinoversum:

"Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Sie Geschichtsschreibung in einem spannenden, kammerspielartigen Chrakter-Porträt erzählt bekommen möchten. Weil Sie Spielbergs Pathos mögen oder auch Daniel Day-Lewis' hohe Schauspielkunst.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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