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Nicht nur Tom Cruise hat ein Déjà-Vu

Damit Sie im Kino den Überblick behalten: stern.de verrät, was Sie über die Zukunft von Tom Cruise, grandiose wilde Mädchen und das Sexappeal der Schreibmaschine wissen müssen.

Von Sophie Albers und Nicky Wong

"Oblivion"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Tom Cruise ("Top Gun"), Morgan Freeman ("Million Dollar Baby"), Olga Kurylenko ("James Bond - Quentum Trost") und Regisseur Joseph Kosinski ("Tron Legacy")

Die Geschichte in einem Satz:

Ein Krieg mit Aliens hat die Erde zerstört, die Menschen leben nun auf einem Saturnmond - alle, bis auf Jack (Cruise) und Vika (Andrea Riseborough), die Ressourcenpumpen überwachen und "aufräumen" - bis Jack einer Verschwörung auf die Spur kommt.

Geschwister im Kinoversum:

"Moon", "Twelve Monkeys"

Warum Sie den Film sehen könnten:

Um sich anzusehen, wie dummdreist Hollywood das Genre kannibalisiert. "Oblivion" ist ein beeindruckend skrupelloser Mix aus dem Besten, was Science Fiction zu bieten hat. Angefangen mit Duncan Jones' Meisterwerk "Moon", über Terry Gilliams "Twelve Monkeys" und Chris Markers Klassiker "La Jetée" bis zu Emmerichs "Independence Day". Und natürlich starrt der Zuschauer auch in das rote Auge von HAL aus Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum". Das permanente Déjà-Vu ist Sinn und Zweck der Veranstaltung, doch versagt es der eh zu lang geratenen Geschichte jedes eigene Leben. Angesichts der visuellen Brillanz ist das sehr schade.

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"Ginger & Rosa"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerinnen Elle Fanning ("Super 8"), Christina Hendricks ("Mad Men"), Annette Bening ("American Beauty") und Regisseurin Sally Potter ("Orlando")

Die Geschichte in einem Satz:

Die besten Freundinnen Ginger und Rosa wachsen im London der 60er Jahre und im Zeitalter der Atomangst auf, und drohen im Kampf für eine bessere Welt und die ewige Liebe, einander und sich selbst zu verlieren.

Geschwister im Kinoversum:

"Heavenly Creatures", #link; http://www.stern.de/1916236.html;"Vielleicht lieber morgen"#

Warum Sie den Film unbedingt sehen sollten:

Weil Sally Potter mit dieser Coming-of-Age-Geschichte ein Meisterwerk gelungen ist. Zeitlos, emotional, leidenschaftlich, herzzerreißend und wunderschön. Und das alles ohne zu werten.

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"Mademoiselle Populaire"

Wen Sie kennen könnten: Darstellerin Romain Duris ("L'Auberge Espangnole")

Die Geschichte in einem Satz:

Frankreich in den 50ern: Die tolpatschige Rose hat immerhin ein außergewöhnliches Talent, sie kann verdammt schnell Schreibmaschine schreiben, und das gefällt sogar ihrem unnahbaren Chef, der sie zu Wettbewerben schickt.

Geschwister im Kinoversum:

"Acht Frauen", "Das Schmuckstück"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil dieser "Mad Men", gestrafft und auf Französisch, ein wunderbarer kleiner Gute-Laune-Film ist.

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"Thor - Ein hammermäßiges Abenteuer"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Óskar Jónasson ("Contraband")

Die Geschichte in einem Satz:

Das ganze Dorf glaubt, dass Schmied Thor der Sohn von Göttervater Odin ist, und er sie vor allem Bösen beschützt, doch dann greifen Riesen an und entführen alle Bewohner.

Geschwister im Kinoversum:

"Ralph reicht's", "Drachenzähmen leicht gemacht"

Warum Sie den Film nicht sehen müssen:

Weil Chris Hemsworth einfach hammermäßiger war. Für alle unter zwölf ist diese Animation eine müde Einführung.

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"Das Wochenende"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Sebastian Koch ("Das Leben der anderen"), Katja Riemann ("Die Apothekerin") und Tobias Moretti ("Kommissar Rex")

Die Geschichte in einem Satz:

Das ehemalige RAF-Mitglied Jens Kessler (Koch) wird nach jahrelanger Haft entlassen, woraufhin seine Schwester zum Wiedersehen alte Freunde einlädt, doch das gutgemeinte Treffen wird zum Desaster, denn so mancher würde die Vergangenheit lieber ruhen lassen.

Geschwister im Kinoversum:

"Der Vorname", "Der Gott des Gemetzels"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Katja Riemann mehr kann, als Mit-schlecht-vorbereiteten-TV-Moderatoren-aneinandergeraten.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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