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Teenie-Lesbe, Macheten-Killer & ein toter Soprano

Mit dem Cannes-Gewinner "Blau ist eine warme Farbe" kommt der schönste Film des Jahres in die Kinos. Außerdem neu auf der Leinwand: "Machete Kills" und die Abschiedsvorstellung von James Gandolfini.

Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

"Blau ist eine warme Farbe"

Wen Sie kennen könnten: Darstellerin Léa Seydoux ("Mission: Impossible - Phantom Protokoll")

Die Geschichte in einem Satz:

Die 15-jährige Adèle begegnet zufällig der etwas älteren Künstlerin Emma mit den blau gefärbten Haaren und erlebt die erste große Liebe. Mit einer Intensität und all den Höhen und Tiefen, die nur in der Jugend möglich sind, bevor das große Glück einige Jahre später dann doch zerbricht.

Geschwister im Kinoversum:

"Jung & schön", "Blue Valentine"

Warum Sie den Film UNBEDINGT sehen sollten:

Zwar sorgte der in Cannes prämierte Film bislang vor allem wegen ziemlich langer und recht expliziter lesbischer Sexszenen sowie dem öffentlich ausgetragenen Disput zwischen Regisseur Abdellatif Kechiche und seinen beiden Hauptdarstellerinnen für Schlagzeilen. Doch "Blau ist eine warme Farbe" hat aus einem ganz anderen Grund jede erdenkliche Aufmerksamkeit verdient: so authentisch, sensibel, intim und ausführlich wurde im Kino wohl noch nie von der ersten Liebe erzählt. Und die inzwischen 20-jährige Adèle Exarchopoulos ist eine Sensation. Der sicherlich schönste und berührendste Film des Jahres!

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"Genug gesagt"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller James Gandolfini ("Die Sopranos"), Julia Louis-Dreyfus ("Seinfeld"), Catherine Keener ("Captain Phillips") und Toni Collette ("Little Miss Sunshine")

Die Geschichte in einem Satz:

Während die geschiedene Masseuse Eva damit ringt, dass ihre einzige Tochter demnächst aufs College gehen wird, lernt sie den sympathischen Albert kennen und realisiert etwas zu spät, dass er der Ex-Mann ihrer neuen, lästernden Lieblingsklientin ist.

Geschwister im Kinoversum:

#link;oe9QG8wGlAU;"Dan - Mitten im Leben"#, "Love Is All You Need"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Natürlich zum einen, um sich noch einmal vor dem grandiosen "Sopranos"-Star James Gandolfini zu verneigen, der im vergangenen Juni ganz unerwartet starb und hier in seiner vorletzten Rolle zu sehen ist. Zum anderen aber auch, weil Regisseurin Nicole Holofcener ein Händchen für ebenso witzige wie smarte Dialoge und in TV-Ikone Julia Louis-Dreyfus ("Seinfeld", "Veep") eine umwerfende komische Hauptdarstellerin hat. Eine charmant-amüsante Romantic Comedy für Erwachsene.

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"Machete Kills"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Robert Rodriguez ("Sin City") und die Darsteller Danny Trejo ("Machete"), Michelle Rodriguez ("Avatar"), Charlie Sheen ("Wall Street"), Mel Gibson ("Braveheart"), Sängerin Lady Gaga und Antonio Banderas ("Die Maske des Zorro")

Die Geschichte in einem Satz:

Als sein FBI-Kontakt ermordet wird, legt sich Machete nicht nur mit mexikanischen Drogenkartellen an, sondern wird sogar vom US-Präsidenten um Mithilfe gebeten und in die irren Nuklear-Pläne eines größenwahnsinnigen Über-Bösewichts verwickelt.

Geschwister im Kinoversum:

"Machete"

Warum Sie den Film vielleicht nicht unbedingt sehen müssen:

Keine Frage, niemand hat ein besseres Händchen für Trash-Kino im Großformat als Regisseur Robert Rodriguez. Und Danny Trejo, seines Zeichens Ex-Sträfling und Minimal-Schauspieler, ist sowieso" the biggest badass out there". Aber wenn man eine Parodie, die schon beim ersten Mal eher für einen Kurzfilm taugte, noch ein zweites Mal totreitet, gehen der Sache irgendwann einfach Witz und Puste aus. Da nutzt auch ein Lady-Gaga-Gastauftritt nix.

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"Dinosaurier 3D - Im Reich der Giganten"

Wen Sie kennen könnten: die Stimme von Otto Waalkes ("Ice Age")

Die Geschichte in einem Satz:

Der kleine Pachyrhinosaurus Patchi ist in seiner Dino-Herde ein ziemlicher Außenseiter, doch als er sich mit dem Urzeitvogel Alex anfreundet und auch noch seine erste Liebe erlebt, scheint sich sein Schicksal zu wenden.

Geschwister im Kinoversum:

"Ice Age"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Kinder von Dinosauriern bekanntlich nie genug kriegen können und diese ungewöhnliche Mischung aus Familienfilm und Dokumentation dem Nachwuchs sicher Spaß machen wird. Die 3D-Bilder des von BBC Earth mitproduzierten Films wirken erstaunlich realistisch, nur Otto Waalkes als Sprecher des erzählenden Vogels Alex lässt einen dann eher an Animationsfilme à la "Ice Age" denken.

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"Belle & Sebastian"

Wen Sie kennen könnten: womöglich Darsteller Tchéky Karyo ("Bad Boys")

Die Geschichte in einem Satz:

In den schneebedeckten Gipfeln der französischen Alpen entwickelt sich während des Zweiten Weltkriegs zwischen dem kleinen Waisenjungen Sebastian und einem von der Dorfgemeinschaft verfolgten Hund eine ebenso heimliche wie intensive Freundschaft.

Geschwister im Kinoversum:

"Der Junge und der Wolf", "Krieg der Knöpfe"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Mit der wunderbaren britischen Band Belle & Sebastian hat der Film nichts zu tun, aber schon die Indie-Popper benannten sich ja nach dem französischen Kinderbuch, das in den Sechzigern einer TV-Serie und nun diesem Film zugrunde lag. Die Adaption von Nicolas Vanier („Der letzte Trapper“) besticht nicht nur mit prächtigen Bildern, sondern auch einer fesselnden Geschichte und dem zu Herzen gehenden Protagonisten-Duo.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo