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"Das Leben der Anderen" ist dabei

Bei der "Golden-Globe"-Verleihung war das deutsche Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" leer ausgegangen. Jetzt darf sich Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck über eine Oscar-Nominierung freuen.

Das deutsche Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" ist am Dienstag in Los Angeles für einen Oscar nominiert worden. Der Film des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck ist einer von fünf Anwärtern in der Sparte "nicht englischsprachiger Film". Die begehrtesten Filmpreise der Welt werden von der amerikanischen Filmkunst-Akademie am 25. Februar vergeben.

"Wow! Bester nicht- englischsprachiger Film! Ich bin überglücklich", sagte von Donnersmarck nach der Bekanntgabe der Nominierungen. "Viele meiner Helden haben genau diesen Preis gewonnen: Fellini, Truffaut, Bergman, Benigni, Buñuel und Ang Lee. Ich weiß aus der Literatur, dass ihnen dieser Preis mehr bedeutete als alle anderen. Nicht nur, weil es halt der Oscar ist, sondern, weil es der wichtigste aller Oscars ist: Der Regisseur bekommt ihn verliehen, aber er bekommt ihn für das Land verliehen. Mit dieser Statue wäre es also wie mit der olympischen Goldmedaille - ich würde sie für Deutschland gewinnen!"

Mit sieben Nominierungen geht das weltumspannende Gesellschaftsdrama "Babel" als Favorit in das Rennen um die Oscar-Trophäen. Der Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro Gonzàlez Iñàrritu wurde unter anderem in der Kategorie "Bester Film" nominiert. In der Königskategorie konkurriert "Babel" mit "The Departed - Unter Feinden" von Martin Scorsese, "Letters from Iwo Jima" von Clint Eastwood, "The Queen" von Stephen Frears und dem Independent-Hit "Little Miss Sunshine".

Gleich drei britische Schauspielerinnen gehen ins Rennen um den Oscar als beste Hauptdarstellerin: Hier wurden Judi Dench, Helen Mirren und Kate Winslet mit den Amerikanerinnen Meryl Streep und Penelope Cruz aufgestellt. Forest Whitaker, Peter O'Toole, Will Smith, Leonardo DiCaprio und Ryan Gosling gehen als beste Darsteller ins Rennen.

Auch im vergangenen Jahr hatten die Oscar-Juroren einen deutschen Beitrag nominiert, das Nazi-Widerstandsdrama "Sophie Scholl - Die letzten Tage". Der Film war bei der Preisverleihung dann aber leer ausgegangen. Zuletzt hatte die Münchner Regisseurin Caroline Link 2003 mit "Nirgendwo in Afrika" den Oscar nach Deutschland geholt.

Von Donnersmarck hat mit seinem Spielfilm-Debüt schon zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Deutschen und Europäischen Filmpreis, sowie die Auszeichnung der Los Angeles Filmkritik. Einen kleinen Dämpfer gab es nur in der letzten Woche bei den Golden Globes. Dort verlor "Das Leben der Anderen" gegen Clint Eastwoods auf japanisch gedrehten Kriegsfilm "Letters from Iwo Jima".

DPA/DPA

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo