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Stern Logo Acadamy Awards - Die Oscar-Verleihung

Der Mann, der die Oscars vermasselt hat

Als er seinen Fehler bemerkte, war es schon zu spät: Der Wirtschaftsprüfer Brian Cullinan verwechselte bei der Oscar-Verleihung einen Umschlag - und sorgte so für die größte Panne in der Geschichte der Show.

Brian Cullinan

Da hatten sie noch gut lachen: Die Wirtschaftsprüfer Martha L. Ruiz und Brian Cullinan vor der 89. Verleihung der Oscars. 

Mit hochrotem Gesicht stürmte Brian Cullinan am Sonntag auf die Bühne der Oscar-Verleihung in Los Angeles. Soeben war sein schlimmster Albtraum eingetreten: Die Schauspieler Faye Dunaway und Warren Beatty hatten fälschlicherweise "La La Land" als besten Film ausgerufen - dabei hieß der eigentliche Gewinner "Moonlight". Die "La La Land"-Produzenten hatten bereits ihre Dankesreden gehalten, als Cullinan den Fehler aufklärte. Eine unglaubliche Panne, die es so in der 88-jährigen Geschichte der Verleihung noch nie gegeben hat.

Cullinan, ein geschäftsführender Teilhaber des amerikanischen Unternehmens PricewaterhouseCoopers, war schon zum vierten Mal für die rechtmäßige Vergabe der Oscars zuständig. Gemeinsam mit seiner Kollegin Martha L. Ruiz hatte er die ehrenvolle Aufgabe, den Hollywood-Stars die Umschläge mit den geheimen Gewinner-Namen in die Hand zu drücken. Und genau das ging offenbar schief.


War Brian Cullinan durch Twitter abgelenkt von den Oscars?

 Wie PricewaterhouseCoopers in einer offiziellen Erklärung mitteilte, hat Cullinan die Umschläge schlicht verwechselt. "Brian Cullinan hat fälschlicherweise den Ersatz-Umschlag für die Kategorie 'Beste Schauspielerin', anstatt den der Kategorie 'Bester Film' an Faye Dunaway und Warren Beatty ausgehändigt. Als der Fehler passiert war, hielten sich weder Cullinan noch seine Partnerin schnell genug an das Protokoll, um ihn zu korrigieren", heißt es in der anklagenden Mitteilung auf Twitter.

Da nur Minuten zuvor Emma Stone für "La La Land" ausgezeichnet wurde, lasen Beatty und Dunaway den falschen Film von der Karte ab. "Wir bitten zutiefst um Entschuldigung für die Enttäuschung, die die Teams von "La La Land" und "Moonlight" erlitten haben", so das Unternehmen, das sich auch bei Moderator Jimmy Kimmel und den beiden Präsentatoren entschuldigte. 

"Er fühlt sich ganz entsetzlich und schlecht"

Wie der Branchendienst "Variety" berichtet, soll Cullinan sich während der Verleihung nicht auf seine Aufgabe konzentriert haben, sondern sei mit Twittern beschäftigt gewesen. Kurz vor dem großen Fehler habe der 57-Jährige ein Foto der Gewinnerin Emma Stone backstage getwittert - mittlerweile ist das Bild jedoch gelöscht.

Brian Cullinan hat sich bisher noch nicht zu der Panne geäußert. "Er fühlt sich ganz entsetzlich und schlecht. Er ist sehr unglücklich über diesen Fehler", sagte Tim Ryan, der Vorsitzende von PricewaterhouseCoopers laut "Variety". Ob der Fehler Konsequenzen haben wird - etwa Cullinan gehen muss oder die Oscar-Academy gar einen neuen Aufseher sucht - ist nicht bekannt.


sst

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