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Stern Logo Acadamy Awards - Die Oscar-Verleihung

Endlich ein Oscar für Leo

Nach fünf erfolglosen Anläufen hat Leonardo DiCaprio endlich den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen und ruft in seiner Dankesrede zur Rettung der Welt auf. Moderator Chris Rock hielt Hollywood den Rassismus-Spiegel vor Augen.

Von Andreas Renner, Los Angeles

Leonardo DiCaprio mit seinem Oscar

Leonardo DiCaprio mit seinem Oscar

Na endlich! Nach fünf erfolglosen Anläufen hat Leonardo DiCaprio bei der 88. Oscarverleihung in Los Angeles die Trophäe als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in "The Revenant" abgeräumt. Der Sieg des 41-jährigen Schauspielers wurde erwartet – ebenso wie die Oscars für Brie Larson als beste Hauptdarstellerin in "Room" und Alicia Vikander als beste Nebendarstellerin in "The Danish Girl". Etwas überraschend hingegen war der Sieg von Mark Rylance als bester Nebendarsteller in dem Spielberg-Film "Bridge of Spies".

Sylvester Stallone galt eigentlich als der sichere Gewinner, 39 Jahre nach dem Triumph für "Rocky". Sein Freund Arnold Schwarzenegger versuchte Stallone mit einem Twitter-Eintrag zu trösten: "Für mich bist du der Beste, egal wie sie sagen."

Ansonsten gehörte der Film "Mad Max: Fury Road" zu den Abräumern des Abends. Insgesamt sechs Oscars gewann der Film des australischen Regisseurs George Miller. Nicht aber den Preis als bester Film, der ging an das Drama "Spotlight". Alejandro G. Iñárritu wurde als bester Regisseur für "The Revenant" ausgezeichnet - zum zweiten Mal in Folge, nachdem Iñárritu bereits im vergangenen Jahr für den Film "Birdman" einen Oscar gewann. Der Mexikaner ist damit erst der dritte Regisseur, dem dieses Kunststück gelang. Aus deutscher Sicht waren die Oscars weniger erfolgreich: keiner der nominierten Kandidaten konnte den wichtigsten Filmpreis der Welt gewinnen. Der 87-jährige Ennio Morricone ist der älteste Gewinner in der Kategorie „Beste Filmmusik“ für den Tarantino-Film "The Hateful Eight". Zu den größten Verlierern der diesjährigen Oscar-Verleihung gehört der Film "The Martian", der mit sechs Nominierungen ins Rennen gegangen ist - inklusive Matt Damon als bester Hauptdarsteller. Am Ende gab es nicht eine einzige Trophäe für den Sci-Fi-Film von Ridley Scott.

Kontroverse um weiße Oscars

Mit Spannung wurde erwartet, wie Chris Rock, der Moderator der Verleihung, auf die jüngste Kontroverse um die Protestbewegung #OscarsSoWhite reagieren würde. Hintergrund: Stars wie Will Smith boykottierten die Oscars, weil auch in diesem Jahr erneut keine Afro-Amerikanischen Filmemacher und Schauspieler bei den Nominierungen berücksichtigt wurden. Die Kritiker führen das in erster Linie auf die Zusammensetzung der Academy zurück, deren 6.261 Mitglieder zu 91 Prozent aus weißen Oscar-Wählern besteht, von denen 76 Prozent männlich sind. Genau das nahm der schwarze Komiker Chris Rock als Steilvorlage für seine Monologe - er machte sich in fast allen seiner Kommentare lustig über die anhaltende Ignoranz gegenüber schwarzen Filmschaffenden. Er nannte die Oscars "The People's Choice Awards für Weiße" und hinterfragte: "Das sind die 88. Oscars, das heißt es gab schon 87 Oscar-Verleihungen zuvor, in denen Afro-Amerikaner unterrepräsentiert waren. Warum regt man sich nun ausgerechnet bei diesen Oscars so darüber auf?" "Es steht ein Elefant im Raum, aber ich habe ihn gebeten den Raum zu verlassen", hatte Academy-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs beim jüngsten Luncheon aller Oscar-Nominierten erklärt. Chris Rock nannte das Kind klarer beim Namen: "Ist Hollywood rassistisch? Absolut. Aber Dinge ändern sich."

Zu den emotionalsten Momenten des Abends gehörte der Auftritt von Lady Gaga, die vom amerikanischen Vize-Präsidenten Joe Biden angesagt wurde und die ihren nominierten Song "Til It Happens To You" live sang. Mit auf der Bühne standen zwei Dutzend Missbrauchsopfer. Viele der Stars in den ersten Reihen wie Kate Winslet hatten Tränen in den Augen während des sehr emotionalen Auftritts. Sänger Sam Smith gewann in der Kategorie "Best Original Song" und nutzte seine Dankesrede ebenfalls für ein persönliches Statement: "Ich stehe hier als stolzer schwuler Mann und hoffe, dass wir irgendwann alle vereint leben können ohne Vorurteile. Ich möchte diesen Preis allen Schwulen, Lesen und Transgendern rund um die Erde widmen."

Leonardo DiCaprio bewegte mit seiner Rede

Doch es war am Ende die Rede von Leonardo DiCaprio, die für die größten Begeisterungsstürme beim Publikum sorgte. "Der Klimawandel ist real. Er passiert in diesem Augenblick. Er ist die größte Bedrohung für unsere Spezies. Wir müssen die Leute unterstützen, die nicht als Sprachrohr für die großen Luftverschmutzer fungieren, sondern die für die Menschheit sprechen, für die unterprivilegierten, die am meisten darunter leiden. Lasst uns unseren Planeten nicht als zu selbstverständlich nehmen. Ich nehme den heutigen Abend nicht als selbstverständlich", sagte der frischgebackene Oscar-Gewinner in einer flammenden Rede. Auch im Internet wurde der Sieg von DiCaprio auf allen sozialen Netzwerken gefeiert. Stars wie Kanye West, Ellen DeGeneres und Jessica Chastain gratulierten über Twitter.

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