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Stern Logo Acadamy Awards - Die Oscar-Verleihung

"Wir haben eine gute Chance"

Wenn in Hollywood die Oscars verliehen werden, sitzt auch Schauspieler Sebastian Koch im Kodak Theatre und fiebert mit. Schließlich ist der deutsche Film "Das Leben der Anderen", in dem er eine Hauptrolle spielt, nominiert. stern.de traf Koch kurz vor seinem Abflug nach L.A.

Herr Koch, wie schätzen Sie die Chancen auf einen Oscar für "Das Leben der Anderen" ein?

Es gibt durchaus eine gute Chance, dass es klappt. Der Film hätte es auch verdient. Aber das ist von so vielen Sachen abhängig. Allein die Nominierung ist sensationell. Es macht Spaß zu sehen, wie toll dieser Film im Ausland aufgenommen wird, fantastisch.

Was war Ihr erster Gedanke, als sie von der Nominierung gehört haben?

Es war nicht mehr so eine Überraschung. Ich bin mit Unterbrechungen seit Januar in Amerika und habe die große Euphorie mitbekommen. Nachdem wir dann den Goldenen Globe knapp verpasst haben, war ich mir ziemlich sicher, dass wir nominiert werden.

Wird "Das Leben der Anderen" den Oscar gewinnen?

Sie spielen neben Ulrich Mühe und Martina Gedeck eine der Hauptrollen, den DDR-Theaterschriftsteller Georg Dreyman. Wie kamen Sie zu dem Film?

Florian ist ein Freund von mir. Wir kennen uns schon seit mindestens acht Jahren. Er hat mir das Buch gezeigt, ich fand es sensationell. Es ist so gut konstruiert, fast wie eine Sonate komponiert. Deswegen hat er auch all die tollen Schauspieler bekommen, die alle für wenig Geld gearbeitet haben. Das ist auch nicht selbstverständlich. Jeder hat gerochen, dass etwas Besonderes unterwegs ist. Am Anfang gab es große Widerstände bei der Finanzierung, es hieß, mach eine Komödie daraus, aber Florian hat nicht nachgegeben - Gott sei dank. Als Filmdebütant, der einen Oscar gewinnt, würde Donnersmarck in die Geschichte eingehen.

Sie sind in der Oscarnacht dabei.

Das ist eine Premiere für mich. Als Schauspieler muss man das einmal erleben.

Aber danach kommt nichts mehr...

Stimmt. Das ist der Olymp. Es hat eine sehr große Bedeutung, obwohl das immer relativ ist.

Worauf arbeiten Sie dann noch hin?

Ich arbeite ja nicht wegen solcher Preise. Es ist eine schöne Begleiterscheinung und eine sehr große Würdigung der Arbeit. Nicht mehr und nicht weniger. Letztendlich stehen die Arbeit an sich im Zentrum und der Spaß daran. Deswegen mache ich den Job.

Wir drücken die Daumen!

Danke.

Interview: Kathrin Buchner
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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