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100.000 feiern "Hobbit"-Weltpremiere

Megaparty in Mittelerde: Die Weltpremiere des "Hobbit"-Films durften zwar nur ein paar hundert Auserwählte sehen - Wellington feierte trotzdem ein Riesenfest.

  Regisseur Sir Peter Jackson (l.) mit Fans bei der "Hobbit"-Premiere in Wellington

Regisseur Sir Peter Jackson (l.) mit Fans bei der "Hobbit"-Premiere in Wellington

Wellington verwandelte sich in Mittelerde, und rund 100.000 Fantasy-Fans verwandelten Mittelerde in eine einzige große Party-Meile: Zur Weltpremiere des ersten "Hobbit"-Films war die neuseeländische Hauptstadt im Ausnahmezustand. Regisseur Sir Peter Jackson und die Stars des Großprojekts flanierten zwei Stunden unter dem Jubel begeisterter Zuschauer über einen 500 Meter langen roten Teppich zum Embassy-Kino.

Die Bürgermeisterin hatte die 400.000-Einwohner-Stadt eigens zur Feier des Tages in "Mitte der Mittelerde" umbenannt - Mittelerde ist Schauplatz der Romane "Der kleine Hobbit" und "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien. Doch wartet Wellington nicht wie der Nebelwald mit düsteren Stürmen, sondern mit schönstem Sonnenschein auf. Zwar sind die Straßen bevölkert von kostümierten Fans im Zwergen- und Zauberer-Outfit, mit Hobbit-Pfeife und spitzen Elbenohren. Doch bleiben die blutrünstigen Trolle aus Tolkiens Geschichte von 1937, die fiesen Riesenspinnen und der fauchende Drache Smaug, an diesem Festtag in der Fabelwelt.

Die spontane Begeisterung verdrehe ihm noch den Kopf, sagte Regisseur Jackson ergriffen. Der 51-Jährige stammt aus Wellington und hat die Produktion wie schon die "Herr der Ringe"-Trilogie ins Land geholt und Wellington damit fast im Alleingang zu einem Film-Mekka gemacht. "Ich bin ein stolzer Kiwi", rief er - das ist der Spitzname der Neuseeländer. "Ich bin einer der Glücklichen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten."

Hollywood zu Gast bei den Kiwis

Auf dem roten Teppich ging in bester Hollywood-Manier die Post ab: Die Stars posierten und ließen sich bereitwillig ausfragen. Cate Blanchett, die die Herrin von Lothlorien spielt, kam in einer eleganten Kreation in Rot, weiß und schwarz, Gollum-Darsteller Andy Serkis brav im schwarzen Anzug. Jackson dagegen zelebrierte seinen üblichen Gammel-Look: wilde Haarmähne, offenes Hemd und Turnschuhe. "Das ist so ziemlich das einzige Paar Schuhe, das ich besitze", sagte Jackson einem Fernsehreporter. "Ich hatte nicht wirklich eine Auswahl." Bilbo-Beutlin-Darsteller Martin Freeman meinte trocken: "Gut, dass er nicht barfuß gekommen ist."

"Der Hobbit - eine unerwartete Reise" ist der erste Teil einer Trilogie und kommt Mitte Dezember weltweit in die Kinos, in Deutschland am 13. Dezember. Die anderen Teile folgen 2013 und 2014.

Gandalf-Darsteller Sir Ian McKellan war in Form einer gigantischen Statue über dem Eingang des Kinos zu sehen. Er konnte nicht selbst nach Wellington kommen. "Ich wollte, ich könnte dabei sein", sagte er in einer Videobotschaft. "Ich weiß, dass es ein Riesenspaß sein wird." Am Rande des Teppich demonstrierten ein paar Tierschützer, nach deren Angaben bei den Dreharbeiten Tiere ums Leben gekommen waren. In Anlehnung an den Filmtitel stand "Der Hobbit - die unerwartete Quälerei" auf ihren Plakaten. Jackson hat die Vorwürfe als haltlos zurückgewiesen.

380.000 Dollar für Kaffee

Mit Blick auf die Staatskasse sah auch Premierminister John Key Grund zum Feiern. Seine Regierung hat das Projekt mit rund 60 Millionen neuseeländischen Dollar (knapp 40 Millionen Euro) unterstützt. Dafür habe die Crew aber allein 6700 Inlandsflüge und 93.000 Hotelnächte gebucht und für 380.000 Dollar Kaffee getrunken. "Dieser Mann ist ein Genie", sagte er über seinen Landsmann Jackson. "Ich glaube, ich habe noch das Zeug für ein paar weitere Filme", meinte der Regisseur. "Aber eine schöne lange Pause wäre jetzt auch nicht schlecht." Er kann es sich leisten: Die "Herr der Ringe"- Trilogie gehört zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten. Die Reise des Hobbits beginnt erst - auf 25.000 Leinwänden gleichzeitig.

Christiane Oelrich, DPA/DPA

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