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10. Februar 2007, 20:04 Uhr

Eine Party ohne Bernd

Macher, Medienleute, Möchtegerns und dazwischen echte Schauspieler: Ein Platz auf der Gästeliste bei der Berlinale-Party schlechthin, der "People's Night" im Edelrestaurant Borchardt, ist heiß begehrt. Mindestens ein Stammgast fehlte allerdings. Von Kathrin Buchner

Model Franziska Knuppe kam ganz cool mit Strickpulli und weißer Jeans auf die People's Night© DPA

Der obligatorische Rote Teppich vor dem Borchardts ist ausgelegt, vor der Tür lungern Kamerateams und Fotografen, und jeder, der so aufgestylt ist, dass man annehmen könnte, er würde wer sein oder bald was werden, begleitet Blitzlicht bis zum Eingang. Doch spätestens bei der Frage "Stehen Sie auf der Gästeliste" müssen auch hartnäckige Möchtegerns kapitulieren. "Sie haben es schon dreimal versucht, Sie gehen jetzt besser", sagen die Türsteher zu dem Mann mit dem schicken Kaschmiranzug und setzen ihn mit sanftem Druck auf die Straße.

Trotz der hohen Räume ist es innen eng, heiß und stickig. Wer seinen Weg durch die Menge bahnen will, braucht einiges an Durchsetzungskraft. Dafür kann er sicher sein: Er ist drin, bei dem Party-Event der Berlinale: Jedes Jahr wieder platzt das Borchardts zur "People's Night" aus allen Nähten. Als "Kantine der Republik" wird das Restaurant gerne bezeichnet, weil sich dort tagtäglich nicht nur Showstars, sondern auch Politiker gerne mit Lobbyisten treffen. Die Gästeliste für das Berlinale-Event ist heiß umkämpft, 1200 Namen aus Film und Kultur befinden sich darauf. Allerdings kommen selten Hollywoodstars, sondern deutsche Schauspieler, Models, Moderatoren, Medienmacher - und Leute, die hinter den Kulissen die Strippen ziehen.

Auffällt, wer anders aussieht

Dunkle Anzüge bei den Herren, heiße Fummel mit Spaghetti-Trägern oder tiefen Ausschnitten bei den Damen sind schon Standard. So eins trägt Jasmin Tabatabai, Marie Bäumer, Karoline Herfurth, Andrea Sawatzki, Christiane Paul - die Liste ist endlos fortsetzbar. Heraus sticht, wer anders aussieht: Mit orangem, lässig über die Schultern fallendem Strickpulli und weiß geschminktem Gesicht fällt Franziska Knuppe auf. Aufs Kommando der Fotografen dreht sie sich gern. Als Model weiß sie schließlich wie es geht. Auch Autor Benjamin von Stuckrad-Barre hält sein Gesicht jederzeit in die Kamera, auch wenn er im Posen lange nicht so begabt ist wie Knuppe.

Der Berben Clan im Herz des Geschehens

Posen ist Sönke Wortmanns Sache so gar nicht. Er macht es sich im Eck des hintersten Tisches bequem. Sein Gesicht ist ein wenig errötet, das Lächeln schon ein bisschen schief. Er hat seine Tochter Cecilia im Schlepptau und teilt mit der hochschwangeren Jasmin Gerat den Tisch. Überhaupt die Tischordnung, hier zeigt sich, wer mit wem kann. Der Berben-Clan residiert in der Mitte, Mama Iris, Sohn Oliver, die Schauspieler Thomas Heinze und Thomas Kretschmann begrüßen wechselnden weiblichen Besuch, zum Beispiel Schauspielerin Annika Murjahn. Auch Oliver Berbens Ex Bettina Zimmermann schaut vorbei, man hat ja noch ein gutes Verhältnis. Jenny Elvers-Elbertzhagen nebst Gatten Götz unterhält sich angeregt mit Natascha Ochsenknecht, die ohne Mann Uwe da ist.

Eichinger und noch ein paar andere Deutsche bevorzugen Hollywood

Interessant ist natürlich auch, wer nicht da ist. Bernd Eichinger zum Beispiel, der deutsche Film-Titan. Der muss nämlich in Hollywood den neuen RAF-Thriller unter Dach und Fach bringen. Stattdessen schickte er seine blonde Sirene, Neu-Ehefrau Katja und Tochter Nina vertreten ihn. Auch nicht da: Martina Gedeck, unsere gerade von Robert De Niro auserwählte Hollywood-Aufsteigerin. Daniel Brühl, Für-immer-Jung-Schauspieler, der nach Spanien jetzt auch in Frankreich mit Julie Delpy dreht, oder Moritz Bleibtreu, der auch ausländische Produktionen für sich entdeckt hat und unter Jury-Chef Paul Schraders Regie in "The Walker" auf der Berlinale glänzt. Die spannende Frage stellt sich nächstes Jahr: Kommen sie wieder ins Borchardts, auch wenn sie dann immer noch "big in Hollywood" sind?

Von Kathrin Buchner
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Diggsagg (11.02.2007, 14:02 Uhr)
Da muss ich...
... meinem "Vorredner" aber wirklich Recht geben. Ist mir auch aufgefallen, dass sich in den Artikeln hier die Rechtscheib- und Grammatikfehler in letzter Zeit arg häufen. Man will ja nicht "Erbsen zählen", aber da macht dann das Lesen nicht so wirklich Spaß, wenn man die Texte wie ein Lektor lesen muss. ;-) Vielleicht ist man bei Spiegel Online doch besser aufgehoben...
hevosenkuva (11.02.2007, 12:38 Uhr)
Kein Artikel ohne Fehler
Gibt es beim Stern neuerdings keine Schlussredaktion mehr?
"So eins trägt Jasmin Tabatabai, Marie Bäumer, Karoline Herfurth, Andrea Sawatzki, Christine Paul - die Liste ist endlos fortsetzbar."
Endlos viele Schauspielerinnen zu einer Person zusammengefasst? Schöner wäre doch "So eins tragen..." - und "Christine Paul" ist wohl bekannter unter ihrem eigentlichen Namen "Christiane Paul". Wenn ich nicht irre.
Ein kleines Komma würde vielleicht hier helfen, die Atemlosigkeit des Bewunderers im Zaum zu halten: "...begrüßen wechselnden weiblichen Besuch zum Beispiel Schauspielerin Annika Murjahn."
"Auch Oliver Berbens' Ex Bettina Zimmermann schaut vorbei", bemerkt das witzigerweise nach dem "s" gesetzte Genitiv-Apostroph und entfernt es augenzwinkernd mit ihrem seidenen Taschentuch. Ohne Spucke.
Keinen Sinn ergibt "...und teilt mit der hochschwangeren Jasmin Gerat am Tisch.", weil nicht erläutert wird, was er mit ihr am Tisch teilt. Das Filetsteak? Ein alkoholfreies Bier? Die Schwangerschaftsanekdoten? Das Bett? Nicht doch.
Ist "Julie Deply" eigentlich mit Johnny Depp verwandt? Oder bloß die zweite Mimin in diesem Artikel, die mit unter falschem Namen im Borchardts eingelassen wurde? Vielleicht sollte man die Türsteher demnächst besser auf ihren Job vorbereiten...
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