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"Ein peinlicher und grauenhafter Film"

Mit Entsetzen reagieren britische Kritiker auf die Premiere von "Diana". 16 Jahre nach ihrem Tod sei die Prinzessin von Wales ein weiteres Mal gestorben. Der deutsche Regisseur kommt glimpflich davon.

Lady Di (Naomi Watts) wird von Paparazzi verfolgt. Ähnlich gnadenlos wird der Film "Diana" nun von Kritikern behandelt.

Lady Di (Naomi Watts) wird von Paparazzi verfolgt. Ähnlich gnadenlos wird der Film "Diana" nun von Kritikern behandelt.

Im Königreich wurde dieser Film mit großer Spannung erwartet: Der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel erzählt in "Diana" von den letzten zwei Jahren im Leben der "Prinzessin der Herzen". Hirschbiegel stellte sich schon im Vorfeld auf ein "Schlachtfest" ein - und er sollte Recht behalten. Der Film erhielt von den meisten großen britischen Zeitungen deftige Verrisse.

Vernichtend fällt das Urteil der "Times" über "Diana" aus, die dem Film nur einen von fünf möglichen Sternen gibt. "Es gibt zahlreiche Sätze, die man niemals von Diana, der Prinzessin von Wales, hören möchte. Dazu zählt 'Ich liebe es, deine Hand hier zu spüren' und 'Ja, ich war ein böses Miststück'", schreibt die Rezensentin. "Selbst wenn diese Sätze von der schamlosen Naomi Watts kommen, die das Beste aus dem peinlichen Drehbuch macht, ist dieser Film immer noch scheußlich und aufdringlich."

Ähnlich abschätzig das Verdikt des "Guardian", der ebenfalls die Tiefstwertung von einem Stern vergibt. "16 Jahre nach dem schrecklichen Tag im Jahr 1997 ist Diana einen anderen schrecklichen Tod gestorben", heißt es in der Kritik. "Über Dianas dunkle Seite hätte ein guter Film gemacht werden können - über ihre mit Makeln behaftete, nicht-heilige, menschliche Seite."

Schwache Dialoge

Immerhin zwei Sterne vergibt der "Daily Telegraph", doch auch hier überwiegt Negatives: "Das Hauptproblem besteht in den Dialogen, in denen sich die Charaktere ständig Dinge sagen, die sie schön längst wissen. 'Ich bin ein Herz-Chirurg', sagt der Herz-Chirurg Khan. An einer anderen Stelle: 'Du bist die berühmteste Frau der Welt.' Ja, wir haben es verstanden." Vor allem laufe der Film auf nichts hinaus: "Er ist kaum spannend. Er liefert keine neuen Fakten über das Leben der Prinzessin. Und ganz sicher erklärt er nicht ihre Komplexität oder Widersprüche. Dafür bräuchte es einen anderen, besseren Film."

Wenig begeistert zeigt sich der "Independent": "Was den Film so frustrierend macht, sind die vielen plötzlichen Stimmungsschwankungen. Vielleicht hätte Hirschbiegel einen besseren Film gemacht, wenn es nicht um die reale Diana gegangen wäre, sondern er eine fiktive Liebesgeschichte zwischen einer Prinzessin und einem Außenseiter erzählt hätte."

Immerhin bei einer Sache kann Hirschbiegel aufatmen: Keiner der Rezensenten monierte, dass ausgerechnet ein deutscher Regisseur sich am britischen Nationalheiligtum vergeht.

Zusammengestellt von Carsten Heidböhmer

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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