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6. November 2008, 12:29 Uhr

"Ein schwarzer Bond ist möglich"

Ihre Familie hat James Bond ins Kino gebracht. Barbara Broccoli ist verantwortlich für den erfolgreichsten 007 aller Zeiten. Im Gespräch mit stern.de verrät die Produzentin, warum James Bond schwarz, aber nicht schwul sein könnte und wieso der Agent im Dienste Ihrer Majestät heute so hart sein muss.

Barbara Broccoli im Gespräch mit Bond-Darsteller Daniel Craig© Stephen Hird/Reuters

Sie hat sich einiges anhören müssen, als der stilsichere Pierce Brosnan als Agent im Auftrag Ihrer Majestät abgesägt wurde, um dem prolligen Brutal-007 eines Daniel Craig Platz zu machen. Doch hatte Produzentin Barbara Broccoli den richtigen Riecher: "Casino Royale" war der erfolgreichste Bond aller Zeiten, und "Ein Quantum Trost" ist bereits auf dem besten Weg, seinen Vorgänger zu toppen.

Ein Jahr alt war Barbara Broccoli, als ihr Vater Ian Fleming die Filmrechte an seinen Agenten-Romanen abgekauft hat. James Bond ist ein Teil des Lebens der heute 48-Jährigen. Nach dem Tod ihres Vaters Albert "Cubby" Broccoli 1996 übernahm sie zusammen mit ihrem Halbbruder Michael G. Wilson die Verantwortung für die erfolgreichste Marke der Filmgeschichte. Sie bestimmen, wer Bond spielt und wer ihn verfilmen darf. Und nun will Barbara Broccoli eben die harte Nummer mit Daniel Craig.

Nachdem ich "Ein Quantum Trost" gesehen habe, war mein erster Gedanke: James Bond ist tot. Haben Sie den Gentleman-Spion, wie wir ihn kennen, ermordet, Frau Broccoli?

Gute Güte, nein. Das habe ich überhaupt nicht gedacht. Glauben Sie wirklich, er ist tot?

Ja, tut mir leid. Aber gleichzeitig habe ich auch gedacht, dass Bond heute wohl so hart sein muss, wenn man Bond als Spiegelbid dessen sieht, was in der Welt los ist.

Hm, das hört sich sehr deprimierend an. Fanden Sie es wirklich so deprimierend?

Ja. Sogar wohltätigen Organisationen kann man nicht mehr trauen. Die Tarnung des Bösewichts ist der Umweltschutz.

Aber ist das nicht eher zynisch als deprimierend?

Ist Zynismus nicht letztlich deprimierend?

Aber Bond hat sich durchgesetzt. Obwohl alle glauben, dass er falsch liegt, hat er Recht. Er dringt in die Organisation ein, von der niemand weiß, dass sie überhaupt existiert. Das ist doch alles sehr positiv. Er ist ein Held. Ich denke, die Sicht auf den Helden, das kollektive Verständnis davon, was heute ein Held ist, hat sich gewandelt - vom Übermenschlichen zu etwas anderem. Heute geht es darum, dass Helden ihre Fehler und Ängste überwinden. Das macht sie zu Helden und nicht, dass sie auserwählt sind.

Sie dürfen jetzt bluten und schwitzen.

Genau. Das ist realistisch, und ich glaube, auch im eigentlichen Sinne heldenhaft. Wenn einer wie Teflon ist, an dem nichts hängen bleibt, wenn er nicht bluten und nicht sterben kann, ist doch keine Spannung mehr da. Gucken Sie sich doch die wahren Helden in unserem Leben an. Das sind keine Übermenschen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum ein frivoler Bond vom Typus Pierce Brosnan nicht mehr zeitgemäß ist.

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KOMMENTARE (10 von 22)
 
atticus (07.11.2008, 10:41 Uhr)
Negerlein...
So jetzt hab ichs gesagt. Muss ich jetzt in die Ecke?
tricky_dude (06.11.2008, 17:21 Uhr)
@Vincent_Vega
Man könnte es ja in "Zehn kleine Nazilein" umdichten, so als historische Rahe.
Vincent_Vega (06.11.2008, 15:52 Uhr)
@JackSparrow
Das mag zwar sein, dass man nun den Liedchen "10 kleine Negerlein" als rassisitisch einstuft.
Aber das hat ein paar besonders hirnrissige nicht davbon abgehalten, es unter Anderem in ein "10 kleine Indianerlein" umzudichten. Kein SCHERZ!! Die Indianer sterben dabei genauso.
Vincent_Vega (06.11.2008, 15:49 Uhr)
@Pengolod
Nun ja, mit Tabubruch meinte ich auch den "Verfassungsbruch". Da die Verfassung ja eigentlich eine heilige Kuh sein sollte, käme -für mich- eine so weit reichende Änderung nach über 200 Jahren tradition auf dasselbe hinaus.
Aber Schwarzenegger arbeitet -angeblich- an einer Initiative um eben diese Änderung durchzukriegen und sich so Chancen einzuräumen.
"I´ll be back" hätte bei internationalen Konferenzen eine ganz besondere Drucknote.
JackSparrow (06.11.2008, 14:53 Uhr)
"negerlein"
nein. der begriff "negerlein" ist nicht wieder salonfähig. wer diesen begriff oder artverwandte in den mund nimmt disqualifiziert sich selbst. und das finde ich auch richtig so!
Pengolodh (06.11.2008, 14:30 Uhr)
Kein Tabubruch!
Sondern Verfassungsbruch. Präsident der Vereinigten Staaten kann man nur werden, wenn man in den Vereinigten Staaten geboren ist. Was sowohl für McCain (geboren in der Panamakanalzone, die damals aber zum Hoheitsgebiet der USA zählte) als auch für Obama (Hawaii) zutraf, nicht aber für den Österreicher Schwarzenegger.
Vincent_Vega (06.11.2008, 14:17 Uhr)
Nach dem ersten "schwarzen" Präsidenten
kommt der nächste Tabubruch in Amerika: SCHWARZenegger for president 2016.
Malt (06.11.2008, 14:14 Uhr)
Ich lach mich kaputt!
"James Bond sollte überhaupt demnächst als homosexuelle drogenabhängige schwarze Frau im Rollstuhl dargestellt werden"
.
Ich lach mich kaputt... 2 Dumme, ein Gedanke... *lol*... überhaupt: Soll die Frage, ob Bond schwul sein könnte, etwa suggerieren das Obama ein Homo ist?
.
Ich hab', im Übrigen, folgende Theorie: Jetzt, wo Obama Präsident ist, werden der KKK und die internationalen Finanzhaie so gegen ihnintregieren, dass seine Amtszeit noch schlimmer verläuft als die von GWB.... und anschließend wird dann groß verlautbart: "Der Schwarze an sich kann's nicht - die dürfen das nie mehr machen"... wa sauch anschließend in der Verfassung verankert wird.
atticus (06.11.2008, 14:10 Uhr)
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Pierce Brosnan gehen musste.
Steht das irgendwo auf der nächsten Seite?
prinzalbert (06.11.2008, 14:10 Uhr)
zehn kleine Negerlein ...
... ist dieser Abzählreim jetzt eigentlich auch wieder salonfähig - oder muß man immer noch fürchten wegen Diskriminierung eingelocht zu werden, wenn man ihn aufsagt?
Auf jeden Fall werden jetzt auch wieder abstehende Seglerohren modern. Als wenn wir keine anderen Probleme hätten.
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