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"Cerami hat mir die Syntax des Drehbuchs beigebracht"

Gemeinsam schrieben sie das Drehbuch für die berühmte Tragikomödie "Das Leben ist schön". Roberto Benigni verfasst exklusiv für den stern einen Nachruf den Drehbuchautor Vincenzo Cerami.

  Roberto Benigni (Mitte) auf der Beerdigung Vincenzo Ceramis in der vergangenen Woche.

Roberto Benigni (Mitte) auf der Beerdigung Vincenzo Ceramis in der vergangenen Woche.

Der italienische Schauspieler und Regisseur Roberto Benigni trauert um seinen vorige Woche gestorbenen Kollegen und Freund Vincenzo Cerami. Für die aktuelle Ausgabe des stern schrieb er einen Nachruf, in dem es unter anderem heißt: "Vincenzo Cerami hat mir Syntax und Synthese des Drehbuchs beigebracht. Wenn man ein Filmscript schreibt, ist das die Geschichte eines Traums, und die muss man sorgfältig aufschreiben. Diese Präzision haben nur große Visionäre. Cerami war einer, er öffnete das Herz und entschlüsselte Rätsel. Ein kreativer Mystiker, wie alle großen Erfinder von Geschichten."

Cerami, der als Regieassistent für Pier Paolo Pasolini begonnen hatte, war am vergangenen Mittwoch im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit in seiner Geburtsstadt Rom gestorben.

Die häufige Zusammenarbeit mit Benigni brachte ihm seinen wichtigsten Erfolg: Gemeinsam mit Benigni erhielt er als Drehbuchautor eine Oscar-Nominierung für die Tragikomödie "Das Leben ist schön" (1997). Cerami schrieb eine Reihe von Romanen und Theaterstücken.

Matthias Weber/print

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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