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Der Mann, der das Kino liebte

Er hat als erster seiner Zunft den Pulitzerpreis gewonnen. Ihm gehört ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Er war der bekannteste Filmkritiker Amerikas. Roger Ebert ist gestorben.

Von Sophie Albers

Er hat im Jahr mehr als 300 Filmkritiken geschrieben. Roger Ebert war die populärste und meist respektierte Stimme der Filmkritik in Amerika.

Er hat im Jahr mehr als 300 Filmkritiken geschrieben. Roger Ebert war die populärste und meist respektierte Stimme der Filmkritik in Amerika.

Roger Ebert hat Filme geliebt. Abgesehen von denen, die er gehasst hat." Treffender ist das Lebenswerk des Ausnahmejournalisten kaum auf den Punkt zu bringen. Roger Ebert hat für das Kino gelebt - in jeder Minute, mit seinem ganzen Sein. 31 Jahre lang als Kinoexperte im Fernsehen ("Siskel&Ebert"). Seit 46 Jahren als Filmkritiker der "Chicago Sun Times". Er schrieb mehr als 300 Kritiken pro Jahr. "Mein Zeitungsjob ist meine Identität", hat er sich 2005 zitieren lassen. Und "Zeitung" bedeutete auch online: auf RogerEbert.com. Nun hat der erste Filmkritiker, der je einen Pulitzerpreis gewonnen hat, seinen jahrelangen Kampf gegen den Krebs verloren. Roger Ebert wurde 70 Jahre alt.

Steven Spielberg, Robert Redford und auch der US-Präsident haben die Trauer schon in Worte gefasst: "Für Generationen von Amerikanern verkörperte Roger das Kino!", bekundete Barack Obama. "Das Kino wird ohne ihn nicht das Gleiche sein." Eberts Ehefrau Chaz schrieb den schönen Satz: "Wir hatten ein wundervolles, wunderschönes Leben zusammen, schöner und großartiger als ein Film."

"Wir sehen uns im Kino"

Ebert hatte 1966 als Sportreporter angefangen und landete 1967 zur richtigen Zeit am richtigen Ort, als die bisherige Filmkritikerin der "Chicago Sun Times" in Rente ging. War die Kinospalte bis dahin vor sich hingedümpelt, führte die Kollision des New Hollywood (von Scorsese bis Coppola) und Eberts Leidenschaft zu einem Feuerwerk. Seine Fangemeinde ist bis zuletzt gewachsen.

Ebert selbst, Filmkritiker, Buchautor ("Your movie sucks"), Drehbuchautor ("Who killed Bambi"), Menschenfreund, endete seinen letzten Blogeintrag mit den Worten: "Danke, dass Ihr mit mir auf diese Reise gegangen seid. Wir sehen uns im Kino."

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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