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20. April 2006, 10:50 Uhr

Für kurze Zeit ein Weltstar

Mit "Love Story" hat sich Ryan O'Neal in der Filmgeschichte verewigt. In den 70er Jahren war der blondgelockte Sonnyboy einer der gefragtesten Schauspieler Hollywoods. Doch schon bald sank sein Stern - härtere Typen waren nun gefragt.

Dieser Film machte ihn weltberühmt: Ryan O'Neal und Ali McGraw in einer Szene aus dem Film "Love Story"© DPA

Ryan O'Neal gehört zu jenen Schauspielern, die durch einen einzigen Film weltberühmt geworden sind, aber nie an diesen Erfolg anknüpfen konnten. Millionen haben mit ihm geweint, als er in "Love Story" (1970) am Bett seiner todkranken jungen Frau saß. Der Klassiker wird bei Umfragen immer wieder zu einem der schönsten Liebesfilme gewählt. Aber zehn Jahre später war O'Neal schon wieder vergessen.

Zuletzt war er 2001 in den Schlagzeilen, als er an Leukämie erkrankte: ausgerechnet jener Krankheit, die in "Love Story" seine Filmpartnerin Ali McGraw das Leben kostet. In einem Interview sagte er damals: "Ich lasse mich von der Krankheit nicht unterkriegen. Ich werde kämpfen wie ein Champion." Jetzt, fünf Jahre später, soll er die Krankheit tatsächlich besiegt haben.

Beide Eltern in der Filmbranche

O'Neal hatte von Anfang an gute Voraussetzungen für eine Hollywood-Karriere. Sein Vater war in der Filmstadt Drehbuchautor, seine Mutter Schauspielerin. In den 50er Jahren erhielt der blonde, jungenhafte Frauenheld erstmals kleinere Rollen. Schon bald aber stand er im Ruf, schwierig zu sein. Mehrmals war er in Schlägereien verwickelt.

Es dauerte bis 1970, ehe ihm die Rolle seines Lebens in "Love Story" angeboten wurde - nachdem sechs andere, bekanntere Schauspieler wie Michael Douglas zuvor abgelehnt hatten. Der Film brachte O'Neal eine Oscar-Nominierung ein und sicherte ihm einige Jahre lang gute Aufträge. In Peter Bogdanovichs erfolgreichen Komödie "What's Up, Doc" spielte er einen linkischen Professor, dessen geordnetes Leben eine quirlig-chaotische Studentin auf den Kopf stellt. Zusammen mit seiner achtjährigen Tochter Tatum spielte er 1973 in der nostalgischen Gaunerkomödie "Paper Moon". Der Schauspieler hat außerdem drei Söhne. Doch von Mitte der 70er Jahre an reihte er so viele Flops aneinander, dass ihm bald der Ruf eines "Kassenkillers" anhaftete.

Viele Kinder, wenig Zeit

Privat ging es drunter und drüber: zwei Scheidungen und zahllose Affären, wenig Zeit für die Kinder. Seine Tochter Tatum zeichnete letztes Jahr in ihrer Autobiografie ein wenig schmeichelhaftes Bild von ihm. Als sie 1974 im Alter von nur zehn Jahren einen Oscar gewann, soll er so neidisch gewesen sein, dass er sie verprügelte. Schon während der Dreharbeiten für "Paper Moon" hatte er erkannt, dass das kleine Mädchen vor der Kamera viel natürlicher agierte als er.

Von 1980 bis 1997 war er mit dem Sexsymbol Farrah Fawcett ("Drei Engel für Charlie") liiert. Glaubt man der amerikanischen Boulevardpresse, haben die beiden wieder zusammengefunden: In jüngster Zeit zeigen sich O'Neal und Fawcett wieder als Paar bei Veranstaltungen wie der Oscar-Verleihung.

che/DPA/AP

 
 
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