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Österreichischer Regisseur Peter Kern gestorben

In seiner Kritik an der österreichischen Gesellschaft galt er als kompromisslos und unnachgiebig: Der Regisseur und Schauspieler Peter Kern ist nun in Wien gestorben - mit nur 66 Jahren. Fans und Freunde trauern um den Künstler.

Mit Kern verlasse "einer der ganz Großen die Bühne des österreichischen Films", so der österreichische Kulturminister

Mit Kern verlasse "einer der ganz Großen die Bühne des österreichischen Films", so der österreichische Kulturminister Josef Ostermayer

Der Wiener Schauspieler und Regisseur Peter Kern ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Die Nachricht vom frühen Tod des Künstlers löste am Donnerstag in der österreichischen Kulturszene Trauer und Betroffenheit aus. Kern starb Mittwochmorgen in einem Wiener Krankenhaus, wie enge Freunde der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" über den Tod des exzentrischen Schauspielers berichtet.

Kern hatte unter anderen mit Rainer Werner Fassbinder, Peter Zadek und Wim Wenders gedreht. Zuletzt hatte er im Frühjahr auf der Berlinale den Dokumentarfilm "Der letzte Sommer der Reichen" präsentiert. Der Filmemacher sei seit langem sehr krank gewesen, sagten Freunde. Dennoch kam sein Tod für viele andere überraschend.

"Widerständler, Polemiker, Nein-Sager"

Der schillernde Filmemacher und Autor wurde in einer Biografie als "einer der wenigen verbliebenen Widerständler, Polemiker, Nein-Sager" beschrieben. Kern hatte als Wiener Sängerknabe erste öffentliche Auftritte und war Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre mit dem Musical "Hair" auf Tournee. Der schwergewichtige und homosexuelle Schauspieler trat auch in Rosa von Praunheims Stricher-Doku "Die Jungs vom Bahnhof Zoo" auf.

Mit Kern verlasse "einer der ganz Großen die Bühne des österreichischen Films", erklärte Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) am Donnerstag. Er sei ein "höchst universeller Künstler" gewesen. "In den letzten Jahren drehte er mehrere viel beachtete Autorenfilme, die sich ungeschönt und offen mit den gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart auseinandersetzten." Kerns kritischen Geist sowie seine Beiträge zur kulturpolitischen Diskussion werde man "schmerzlich vermissen", sagte Ostermayer.

"Er war einer der letzten seiner Generation"

Auch das Österreichische Filminstitut würdigte den Künstler: "Er war einer der letzten seiner Generation, ein kompromissloser Filmemacher, besessen und beseelt vom Kino. Mit Peter Kern verliert der österreichische Film eine seiner aufrechtesten und streitbarsten Stimmen, die unserem Filmschaffen Farbe, Kraft und Charakter gegeben hat."

SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel nannte Kern "ein geniales Gesamtkunstwerk und einen begnadeten Exzentriker" des Kinos. "Wie kaum ein anderer hat es Peter Kern auf unnachahmliche Weise verstanden, mit seinen Filmen die Finger in die Wunden der Gesellschaft zu legen und dort Diskussionen anzustoßen, wo diese überfällig waren."

amt/DPA
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