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23. Februar 2007, 18:37 Uhr

"Wir haben eine gute Chance"

Wenn in Hollywood die Oscars verliehen werden, sitzt auch Schauspieler Sebastian Koch im Kodak Theatre und fiebert mit. Schließlich ist der deutsche Film "Das Leben der Anderen", in dem er eine Hauptrolle spielt, nominiert. stern.de traf Koch kurz vor seinem Abflug nach L.A.

Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler und hofft jetzt auf den Oscar© Clemens Bilan/DDP

Herr Koch, wie schätzen Sie die Chancen auf einen Oscar für "Das Leben der Anderen" ein?

Es gibt durchaus eine gute Chance, dass es klappt. Der Film hätte es auch verdient. Aber das ist von so vielen Sachen abhängig. Allein die Nominierung ist sensationell. Es macht Spaß zu sehen, wie toll dieser Film im Ausland aufgenommen wird, fantastisch.

Was war Ihr erster Gedanke, als sie von der Nominierung gehört haben?

Es war nicht mehr so eine Überraschung. Ich bin mit Unterbrechungen seit Januar in Amerika und habe die große Euphorie mitbekommen. Nachdem wir dann den Goldenen Globe knapp verpasst haben, war ich mir ziemlich sicher, dass wir nominiert werden.

Sie spielen neben Ulrich Mühe und Martina Gedeck eine der Hauptrollen, den DDR-Theaterschriftsteller Georg Dreyman. Wie kamen Sie zu dem Film?

Florian ist ein Freund von mir. Wir kennen uns schon seit mindestens acht Jahren. Er hat mir das Buch gezeigt, ich fand es sensationell. Es ist so gut konstruiert, fast wie eine Sonate komponiert. Deswegen hat er auch all die tollen Schauspieler bekommen, die alle für wenig Geld gearbeitet haben. Das ist auch nicht selbstverständlich. Jeder hat gerochen, dass etwas Besonderes unterwegs ist. Am Anfang gab es große Widerstände bei der Finanzierung, es hieß, mach eine Komödie daraus, aber Florian hat nicht nachgegeben - Gott sei dank. Als Filmdebütant, der einen Oscar gewinnt, würde Donnersmarck in die Geschichte eingehen.

Sie sind in der Oscarnacht dabei.

Das ist eine Premiere für mich. Als Schauspieler muss man das einmal erleben.

Aber danach kommt nichts mehr...

Stimmt. Das ist der Olymp. Es hat eine sehr große Bedeutung, obwohl das immer relativ ist.

Worauf arbeiten Sie dann noch hin?

Ich arbeite ja nicht wegen solcher Preise. Es ist eine schöne Begleiterscheinung und eine sehr große Würdigung der Arbeit. Nicht mehr und nicht weniger. Letztendlich stehen die Arbeit an sich im Zentrum und der Spaß daran. Deswegen mache ich den Job.

Wir drücken die Daumen!

Danke.

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Interview: Kathrin Buchner
 
 
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