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27. Mai 2010, 09:22 Uhr

Auf Stöckelschuhen durch die Wüste

Nun stöckeln sie wieder. Für die vier New Yorker Freundinnen Carrie, Miranda, Charlotte und Samantha dreht sich zum zweiten Mal auf der Kinoleinwand alles um "Sex and the City".

Nun stöckeln sie wieder. Für die vier New Yorker Freundinnen Carrie, Miranda, Charlotte und Samantha dreht sich zum zweiten Mal auf der Kinoleinwand alles um "Sex and the City". Nach dem Erfolg des ersten Kinofilms zur gleichnamigen TV-Kultserie, der weltweit mehr als 400 Millionen Dollar einspielte, folgt zwei Jahre später ein weiteres abendfüllendes Abenteuer mit Carrie und Co. Die Rolle der Kolumnistin Carrie Bradshaw machte die inzwischen 45-jährige Sarah Jessica Parker berühmt und zum Inbegriff der hippen New Yorkerin.

Den Begriff "Stil-Ikone" trägt Parker seitdem quasi als dritten Vornamen. Neben ihr sind auch dieses Mal alle aus den sechs Serienstaffeln bekannten Hauptdarstellerinnen dabei: Cynthia Nixon als Anwältin Miranda, Kim Cattrall als Vamp Samantha und Kristin Davis als wohlerzogen-schüchterne Charlotte. Mit anderen Worten: Alles wie gehabt und damit genau so, wie der geneigte SATC-Fan es sich wünscht. Einmal mehr dreht sich bei der Freundinnen-Riege alles um Beziehungen, Männer, Mode und natürlich Sex - mit pointiertem Humor zweieinhalb Stunden lang durchdiskutiert.

Im Rückblick wird noch einmal gezeigt, wie Carrie - im 80er-Jahre-Madonna-Look einst in New York ankam und dort nach und nach ihre Freundinnen kennenlernte. Eine witzige Sequenz, von der man gerne mehr gesehen hätte. Vielleicht ja schon eine Idee für "Sex and the City 3".

Seit der Hochzeit mit Hindernissen von Carrie und ihrer großen Liebe "Mr. Big" (Chris Noth) im ersten Kinofilm sind zwei Jahre vergangen. Auch in "Sex and the City 2" gibt es eine Hochzeit, diesmal gleich zu Beginn und ohne Rückzieher: Carries schwuler bester Freund Stanford heiratet ausgerechnet Charlottes schwulen besten Freund Anthony. Die beiden konnten ihre Serien-Streitigkeiten offensichtlich beilegen.

Auf der pompösen Hochzeits-Party liefert Liza Minnelli zwischen Schleifen und Schwänen einen furiosen Gastauftritt als sie selbst und der Zuschauer wird direkt wieder in den schrägen Kosmos von Carrie und Co. hineinkatapultiert. In diesem ebenso schicken wie schrillen Universum ist alles stets ein bisschen "over the top". Die HighHeels ein paar Zentimeter zu hoch, das Make-up ein bisschen zu bunt, die Gefühle ein bisschen zu heftig. Alles mehr als nur ein bisschen lebensfremd und wohl gerade deshalb so schön, so märchenhaft.

"Mr. Big", der sich sechs Serienstaffeln nicht entscheiden konnte und schließlich am Ende des ersten Films doch Ja zu ihr sagte, macht Carrie dann allerdings doch nicht wunschlos glücklich. Jetzt hat sie Angst, als langweiliges altes Ehepaar auf der Couch zu enden. Bei dem Versuch, ihre eigenen Regeln für ein glückliches Eheleben jenseits der Konventionen zu finden, geraten die beiden in Streit.

Auch Charlotte, deren langgehegter Wunsch nach einer Familie sich erfüllt hat, braucht dringend eine Auszeit von den Mutterpflichten. Und ausgerechnet die strebsame Miranda schmeißt frustriert ihren Job. Da passt es gut, dass Samantha, die mit ihrer Menopause zu kämpfen hat, ihre Freundinnen zu einer von einem Scheich gesponserten PR-Tour nach Abu Dhabi einlädt. Dort begegnet Carrie überraschend ihrem Ex-Verlobten Aidan, und sie beginnt ein Spiel mit dem Feuer.

"Sex and the City 2" schwelgt geradezu in bunten Bildern, insbesondere vor der exotischen Kulisse Abu Dhabis. Der pompöse Luxus von Carries New Yorker Serien-Dasein war in den Augen von Regisseur Michael Patrick King wohl nur noch durch orientalische Opulenz zu überbieten. Doch in Abu Dhabi herrscht nicht nur purer Luxus, wie die Freundinnen bald erfahren, sondern auch eine strenge Moralvorstellung. Da bleiben - Samantha sei Dank - böse Überraschungen nicht lange aus.

Nadine Pilz, APN
 
 
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