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27. September 2009, 11:37 Uhr

Schweizer nehmen Polanski fest

Auf dem Weg zu einem Filmfestival in Zürich ist Regisseur Roman Polanski festgenommen worden - Grund ist ein Haftbefehl aus dem Jahr 1978. Eine Festival-Retrospektive zur Würdigung Polanskis soll trotzdem stattfinden.

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Regisseur Roman Polanski ist bei der Einreise in die Schweiz festgenommen worden© Bernd Wüstneck/DPA

Der weltberühmte Filmregisseur Roman Polanski sitzt in der Schweiz in Polizeigewahrsam. Er wurde am Samstag bei der Einreise in die Schweiz auf Grund eines Haftbefehls aus dem Jahre 1978 festgenommen, wie die Organisatoren des diesjährigen Zürich Film Festivals mitteilten. Polanski soll 1977 in den USA eine Minderjährige vergewaltigt haben.

Der Regisseur konnte dem damals verhängten Haftbefehl durch die Flucht aus den USA entgehen. Seitdem hat er das Land nie wieder betreten. Auch zur Oscar-Verleihung im Jahr 2003, wo er dann für "Der Pianist" als bester Regisseur ausgezeichnet wurde, hatte er die Einreise nicht gewagt.

Der in Polen geborene Filmemacher hatte sich damals schuldig bekannt, in der Villa von Hollywoodstar Jack Nicholson eine 13- Jährige mit Champagner und Drogen gefügig gemacht und verführt zu haben. Sex mit einer Minderjährigen gilt in Kalifornien automatisch als Vergewaltigung. Polanski verbrachte 42 Tage unter psychiatrischer Beobachtung. Er floh aus Angst vor einer längeren Gefängnisstrafe dann aber unmittelbar vor der Urteilsverkündung nach Frankreich.

Sein damaliges Opfer hat ihm längst öffentlich verziehen. Doch erst im Mai war Polanski endgültig mit seinem Antrag gescheitert, das Vergewaltigungsverfahren in Kalifornien nach 32 Jahren endlich für geschlossen zu erklären. Ein Gericht in Los Angeles hatte sein Ersuchen abgelehnt und das persönliche Erscheinen des Regisseurs gefordert.

Polanski hätte am Sonntagabend am diesjährigen Zürcher Filmfestival das "Goldene Auge" für sein Regie-Lebenswerk erhalten sollen, das Festival verschob die Ehrung "auf einen unbestimmten Zeitpunkt". Die Festivalleitung zeigte sich in der Mitteilung über die Festnahme bestürzt und betroffen, beschloss aber, die unter dem Motto "Tribute to Roman Polanski" angesetzte Retrospektive mit ausgewählten Polanski-Werken programmgemäß durchzuführen.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
frank2222 (27.09.2009, 19:12 Uhr)
Kaputte Gesellschaft
Es geht den obigen Kommentatoren durchweg darum, das Verbrechen herabzuspielen. Selbst Knakis haben ein gesünderes Rechtsempfinden als Ihr. Im Knast stehen nämlich Kinderschänder auf der untersten Stufe, noch unten Mördern. Aber das ist unsere Hendonistische genusssüchtige Gesellschaft. Kinder hat sowieso keiner mehr. Wozu soll man dann noch Kinder schützen? Und je jünger das Kind desto leichter bekommen ich dann auch das einverständnis, und dann ist es kein Verberechen. Oder? Sicherheitshalber sollte man auf unter zehn Jahre runter gehen. Da trauen sich die Kinder noch nicht einem Erwachsenen zu wiedersprechen.
steinhaus (27.09.2009, 17:42 Uhr)
Abartige Gesetze
Mit Jugendlichen Sex zu haben, ist ohne Zweifel nicht in Ordnung. Aber Personen, die mit Jugendlichen Sex hatten, mit Kinderschändern gleich zu setzen, ist absolut pervers. Ich spreche hier nicht nur von Herrn P. Es bleibt dabei, Amerika hat eine Fülle abstrußer Gesetze. Diese Gesetze bin ich nicht willends einzuhalten. Ich werde die USA nicht besuchen, genauso wenig wie die Türkei. Ich bin doch nicht geisteskrank.... Jedenfalls möchte ich nicht im Knast landen, weil ich in der Öffentlichkeit aus einer Bierflasche getrunken habe oder wegen sonst so etwas Verrücktem. Ein Jugendlicher bin ich nicht mehr. Aber, man muss sich nur vorstellen: ein Person mit 18 und eine Person mit 17 schlafen mit einander. Dafür kann derjenige, der 18 Jahre alt ist, in den Knast kommen und hinterher mit elektronischen Fussfesseln spazieren gehen und sich regelmäßig bei der Polizei melden. Vielleicht sollte man um Amerika einen Zaun bauen, dass da keiner mehr raus kann....
eurozocker (27.09.2009, 17:24 Uhr)
dumm gelaufen !!!
also, mir tut das irgendwie ja auch leid. Aber eine 13 jährige mit Drogen abzufüllen und dann Sex mit Ihr, das gilt nun mal als Vergewaltigung !!! Die US Behörden haben erst im Jahr 2005 die Fahndung weltweit ausgeschrieben und in diesem Jahr hat ein Gericht die Einstellung des Verfahrens abgelehnt. Er hätte also in Frankreich bleiben müssen. Die Schweiz muss sich ja wegen Ihrer Steueraffären bei dem Amis einschleimen. Würde es sich hier um einen No Name handeln - wäre die gane Welt erleichtert das nach so langer Zeit ein Sexualverbrecher dingfest gemacht werden konnte
Toreador (27.09.2009, 17:01 Uhr)
Mag sein...
... daß sich die Schweiz ein wenig weit aus dem Fenster lehnt. Aber Polanski ist ein geständiger Kindervergewaltiger. Drogen und Alkohol gegen eine 13jährige! Solche Fälle ("Kinderschänder nach über 30 Jahren verhaftet") werden ständig in der Presse - und bei den Lesern - gefeiert, oft mit Hinweis darauf, daß der Dreckskerl ja wer weiß wie viele andere Kinder noch mißbraucht haben könnte. Bei Polanski soll das anders sein, nur weil jemand seine Frau ermordet hat? Ist es nicht schön, daß man sich seine Welt so zurechtrücken kann, wie es einem paßt? *kotz*
rkl-ihap (27.09.2009, 16:08 Uhr)
Gleichheit vor Gericht!
Da er sich 1978 schuldig erklärt hat und vor der Urteilverkündung abgehauen ist ist es nur normal das es ein Auslieferungsantrag der USA gibt. Warum sollte er, nur weil er ein Promi ist, anders behandelt werden wie andere Kinderschänder? Die Filmscene hält ja zu ihm, der französische Kulturminister Frederic Mitterand meint den auch noch : Polanski hätte genug in seinem Leben gelitten!
Dieses ist nur der eine bekannte Fall!
Kinderschänder sollten wie Mörder behandelt werden, auch in den USA!
Also hat meiner Meinung nach die Schweiz juristisch richtig gehandelt.
bigcpoint (27.09.2009, 15:53 Uhr)
Fliegen gleich die Löcher aus dem Käse ?!
Grotesk für ein Land, wo fast alle Kriegsverbrecher der Welt fröhlich in der Fußgängerzone flanieren.
cosmo_kramer (27.09.2009, 14:51 Uhr)
Schweizer haben nichts gelernt!
Die Schweiz kann froh sein hat Polanski nicht so einen Einfluss wie Gaddafi!
Immer dasselbe hier, überkorrekt und übermotiviert! Die Schweiz kriecht jetzt den USA natürlich in den A.., wenn Polanski wirklich ausgeliefert wird wandere ich aus! =)
traldors (27.09.2009, 12:53 Uhr)
Wenn es die rechtlichen Rahmenbedingugen (...)
erfordern, blieb den Strafverfolgungsbehörden in der Schweiz keine Wahl. Interessant nur, das sich Frankreich anscheinend nicht daran hält.
Sollte die Schweiz überzogen haben? Vielleicht war Herr Steinbrück ja in der Nähe, das löst sicherlich "Beissreflexe" aus, die mit unter auch "Nebendarsteller" erwischen.
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