George Clooney und "The Artist" räumen ab

16. Januar 2012, 06:40 Uhr

Mit der Verleihung der Golden Globes hat der Endspurt für die Oscars begonnen. Ein Stummfilm und ein Drama mit George Clooney im Hawaii-Hemd sahnten die wichtigsten Trophäen ab.

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Gruppenbild mit Hund: Die Crew von "The Artist" - Produzent Thomas Langmann, Schauspielerin Missi Pyle, Hauptdarsteller Jean Dujardin samt Filmhund "Uggie" und Regisseru Michel Hazanavicius

Mit drei Trophäen hat der Stummfilm "The Artist" bei der Verleihung der Golden Globes den Ton angegeben. Die Hommage an die Stummfilm-Ära Hollywoods unter der Regie des Franzosen Michel Hazanavicius war mit insgesamt sechs Nominierungen als Favorit ins Rennen um die "Goldene Weltkugel" gegangen. Der Film, der bei uns am 26. Januar in die Kinos kommt, wurde in der Nacht zum Montag als beste Komödie, für Filmmusik und den wortlosen Auftritt von Comedy-Hauptdarsteller Jean Dujardin ausgezeichnet.

Der Hauptpreis für das beste Filmdrama ging an "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" (deutscher Kinostart ebenfalls am 26. Januar). Das auf Hawaii spielende Familiendrama von Alexander Payne setzte sich unter anderem gegen Martin Scorseses "Hugo Cabret" und Steven Spielbergs "War Horse - Gefährten" durch. Hollywoodstar George Clooney ist in "The Descendants" in kitschigen Hawaii-Hemden von einer ganz neuen Seite zu sehen: Als gestresster Vater, der sich nach dem schweren Unfall seiner Frau um seine beiden Töchter kümmern muss. Für seine Rolle wurde er zum besten Drama-Darsteller gekürt.

Clooney setzte sich damit gegen Leonardo DiCaprio ("J.Edgar"), Ryan Gosling ("The Ides of March - Tage des Verrats"), Brad Pitt ("Moneyball - Die Kunst zu gewinnen") und Michael Fassbender ("Shame") durch. Der 34-jährige Fassbender war in diesem Jahr die einzige deutsche Globe-Hoffnung. Der gebürtige Heidelberger mit deutschem Vater und einer irischen Mutter hatte für die Darstellung eines Sexsüchtigen in "Shame" seine erste Golden Globe Nominierung erhalten.

Meryl Streep triumphiert als "Eiserne Lady"

Meryl Streep sahnte mit ihrer Rolle als Margaret Thatcher in "Die eiserne Lady" eine weitere Trophäe als beste Drama-Darstellerin ab. Es war ihre 26. Globe-Nominierung. Sieben Mal hatte sie zuvor bereits gewonnen, zuletzt 2010 für die Komödie "Julie & Julia".

Michelle Williams erhielt den Preis als beste Komödien- Darstellerin. In "My Week with Marilyn" verkörpert sie Hollywoods Sex-Göttin Marilyn Monroe. Die Nebendarsteller-Ehrungen gingen an Octavia Spencer für ihre Rolle als schwarzes Hausmädchen in dem Rassendrama "The Help". Ihr 82-jähriger Kollege Christopher Plummer holte sich den Preis für seine Nebenrolle in der Tragikomödie "Beginners" ab. Darin spielt er einen Mann, der sich kurz nach dem Tod seiner Frau zu seiner Homosexualität bekennt.

Morgan Freeman (74) erhielt den Cecil B. DeMille Ehrenpreis für sein Lebenswerk und seine Verdienste um die Filmkunst. Der schwarze Schauspieler wurde von seinen Kollegen Sidney Poitier und Helen Mirren mit Lobesworten überhäuft. Doch er winkte nur ab. "Schauspielen ist nun mal die Passion meines Lebens", sagte er bescheiden. Außerdem habe er das Glück gehabt, immer Menschen darstellen zu dürfen, die er bewundert.

Ein Herz für Madonna

Madonna gewann einen Globe für den besten Song "Masterpiece" von ihrem Film "W.E.". Die Sängerin führte bei der Liebesgeschichte auch Regie. Woody Allen wurde für "Midnight in Paris" - eine Zeitreise ins Paris der 1920er Jahre - mit dem Globe für das beste Drehbuch gekürt. Hollywood-Veteran Martin Scorsese nahm den Regie-Globe für seinen aufwendigen 3D-Film "Hugo Cabret" nach Hause. "Die Abenteuer von Tim und Struppi" brachten Steven Spielberg in der Sparte "Zeichentrickfilm" den dritten Golden Globe seiner Karriere ein.

Der für seinen bissigen Humor bekannte britische Komiker Ricky Gervais teilte als Show-Moderator etliche Seitenhiebe aus. Wie schon im Vorjahr bekam der Deutsche Florian Henckel von Donnersmarck für seinen Flop-Film "The Tourist" Spott ab. Gervais bedrängte Hauptdarsteller Johnny Depp mit der Frage, ob der den Film schon gesehen habe. Depp verneinte, das Publikum lachte.

Die Golden Globes, nach den Oscars Hollywoods höchste Auszeichnung, wurden vom Verband der Auslandspresse (HFPA) zum 69. verliehen.

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