Antoine de Caunes' "Wir verstehen uns wunderbar" ist eine französische Komödie über alten Hass, aus dem wiederaufgewärmte Liebe wird. Der mit Charlotte Rampling und Jean Rochefort ebenso perfekt wie amüsant besetzte Film ist allerdings ziemlich altersgruppenspezifisch.

Charlotte Rampling und Jean Rochefort als altes Liebespaar. In wortwörtlichem Sinne© Movienet/DDP
Der französische Filmemacher Louis Rinard hat vor 30 Jahren die englische Schauspielerin Alice d'Abanville nicht nur zum internationalen Star gemacht, er und die schöne Frau an seiner Seite waren auch ein Traumpaar der siebziger Jahre. Aber ein passionierter Casanova wie Louis kann nun einmal nicht treu sein, auch nicht bei der von so vielen Männern begehrten Alice.
Die hatte den Regisseur aus eben diesem Grund verlassen, in der alten Heimat einen reichen Lord geheiratet, einen Sohn bekommen und ist mittlerweile eine Londoner Theaterlegende.
Doch als sich der Franzose rächt, doch noch zum Star des Abends wird, sich dabei allerdings übernimmt und auf der Bühne mit akuter Atemnot zusammenbricht, reagiert Alice höchst besorgt. Und von nun an bewahrheitet sich das, was ihr sensibler Mann gleich bemerkt hat: Alice hat durchaus noch Gefühle für Louis. Welche Folgen das hat, zeigt der französische Film "Wir verstehen uns wunderbar", der diese Woche in den Kinos anlief.
So richtig Gefallen wird an dem Film des Regisseurs und Autors Antoine de Caunes wohl allerdings vor allem ein älteres Publikum finden. Rein statistisch ist an diesem in Deutschland zwar kein Mangel, doch ins Kino gehen aus der Altersgruppe über 50 Jahre eher wenige Menschen. Die werden von dieser Komödie mit zwei so wunderbaren Schauspielern wie Rampling und Rochefort jedoch bestens unterhalten, auch wenn das Geschehen auf der Leinwand manchmal doch ein wenig altbacken wirkt.
Der Film lebt nicht zuletzt vom Zusammenprall französischer mit britischer Lebensart, die von dem leider im Februar verstorbenen Ian Richardson als Alices Mann nobel-elegant verkörpert wird. Ob man allerdings dem Filmpaar Rampling-Rochefort noch eine heftige Liebesnacht abnimmt, sei den Zuschauern überlassen, die auch noch mit einer anderen Überraschung aus der Vergangenheit einer nie ganz erkalteten Beziehung konfrontiert werden.
Wolfgang Hübner/AP