Startseite

Til Schweigers Beitrag zur Sexismus-Debatte

Männer wollen alle nur das eine: In "Kokowääh 2" offenbart Til Schweiger einmal mehr seine simple Weltsicht. Der Film ist aber vor allem quälend und langweilig.

Von Sebastian Schneider

  Papa, Papa, Kind. In "Kokowääh 2" lotet Til Schweiger das Patchwork-Familienleben aus.

Papa, Papa, Kind. In "Kokowääh 2" lotet Til Schweiger das Patchwork-Familienleben aus.

  • Sebastian Schneider

Als die Waschmaschine überläuft, weiß Henry: Eine Frau muss ins Haus. Freundin Katharina (Jasmin Gerat) ist gerade ausgezogen. Sie hat es satt, sich nur um die zwei Kinder zu kümmern und ihm alles hinterherzuräumen. Henrys Patchwork-Familie droht auseinanderzubrechen. Tristan (Samuel Finzi), Kukucksvater von Henrys Tochter Magdalena, ist pleite und zieht mit seiner neuen Freundin bei Henry ein. Die zehnjährige Magdalena (Schweigers Tochter Emma) verliebt sich zum ersten Mal. Und beruflich steckt der Drehbuchautor Henry im Stress: Um seinen ersten Film produzieren zu können, muss er gegen seinen Willen mit dem exzentrischen Schauspielstar Matthias Schweighöfer (Matthias Schweighöfer) zusammenarbeiten.

Til Schweigers Fortsetzungs-Liebeskomödie "Kokowääh 2" erzählt vom alltäglichen Chaos in einer Großfamilie. Rund 4,3 Millionen Menschen haben 2011 den Vorgänger im Kino gesehen, ein Riesenerfolg. Schweiger ist bei beiden Filmen Regisseur, Hauptdarsteller, Co-Autor und Produzent in einer Person. Er ist kein Zyniker, sondern ein sehr guter Geschäftsmann. Er weiß, welche Formel die Zuschauer von ihm erwarten: Egoistischer Macho wird von Frau verlassen, läutert sich im Laufe des Films, Frau kommt zurück, Happy End. Schweiger hat stern.de einmal in einem Leserbrief geschrieben, er wisse, was der Zuschauer nicht wolle: "im Kino gelangweilt oder gequält werden." Das Problem bei "Kokowääh 2" ist nun: Diese 123 Minuten sind durchaus quälend und langweilig.

Erektionsprobleme, Kuhfladen und Hundehaarallergien

Schweiger dehnt das Chaos der Patchwork-Familie auf seinen ganzen Film aus. Denkt man sich den pausenlos dahinplätschernden Hintergrund-Pop weg, bleibt eine recht zusammenhangslose Aneinanderreihung kruder Szenen übrig. Henry begräbt nachts eine Katzenpuppe im Garten und sagt "Fuck". Henry kühlt die Beule seines Babys mit einem Fischstäbchen. Das Baby fährt mit einem Skateboard über den Perserteppich, auf den es gerade gekackt hat. Katharina leert vergilbte Socken aus einer Blumenvase. Henry tanzt lachend der Abendsonne entgegen - in einem durchnässten Priestergewand, so als habe ihn gerade Gott persönlich getauft. Schweigers Figuren reden über Erektionsprobleme, Kuhfladen und Hundehaarallergien, über Kommunismus, Konsumkritik und die große Liebe. Sie tun das zumeist in Henrys ausladendem Loft: rostige Tür, Terrasse mit Abendsonne, Blick auf den Berliner Fernsehturm. Der Film sieht aus wie ein zweistündiger Bier-Werbespot.

Henry ist stur, aber prinzipientreu, lässig, ohne unangenehme Selbstzweifel. Til Schweigers Gesichtsmuskeln belästigen den Zuschauer auch in "Kokowääh 2" nicht mit übertriebener Akrobatik. Oft stiert er hähnchengebräunt und zerknittert in die Ferne. Kurz vor Ende des Films zittert sein Kinn einmal kurz, aber das muss als Ausdruck inneren Bebens reichen. "Ich lieb' dich von hier bis zum Mond und zurück", haucht Henry seiner Tochter entgegen. Es klingt, als würde der Terminator in der Fußgängerzone um Kleingeld betteln.

Eitle, naive, hysterische, selbstverliebte Männer

Die zehnjährige Emma Schweiger spielt ihren Vater auf beeindruckende Weise an die Wand. Die Nebenfiguren des Films, besonders die Männer, sind eitel, naiv, hysterisch, selbstverliebt. Schweiger wäre nicht Schweiger, wenn er seine Verachtung für Softies und Schöngeister in diesem Film für sich behalten würde. Henry lacht Tristan aus, weil er das Klo putzt und in Stricksocken vögelt. Er verspottet einen kommerziell erfolglosen Filmregisseur für seinen österreichischen Akzent. Und den Lektor Luc, der sich an seine ahnunglose Freundin Katharina heranwanzt, beschimpft er als "Spast". Wie kann man jemanden respektieren, der Hornbrille, Leinenhemd und gute Manieren besitzt?

Vielleicht kann man "Kokowääh 2" auch einfach als Schweigers Beitrag zur Sexismus-Debatte verstehen: Männer wollen alle ohnehin nur das eine - sich zu verstellen, macht alles nur noch schlimmer.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools