Cornelius Meffert lernte sein Handwerk im väterlichen Atelier. 1958 wechselte er von Deutschland Ost nach Deutschland West. 1964 holte ihn der damalige Chefredakteur Rolf Gillhausen zum stern.

Cornelius Meffert lernte sein Handwerk im väterlichen Atelier. 1958 wechselte er von Deutschland Ost nach Deutschland West. Er arbeitete freiberuflich bei Fotoagenturen, bis er 1964 vom damaligen Chefredakteur Rolf Gillhausen zum stern geholt wurde.
1970, mit Beginn der großen Farbe im stern, begann für Meffert eine spannende Zeit: Kalifornien, Indien, Vietnam oder Palästina boten ihm Möglichkeiten für gute Farbreportagen. Es folgten Berichte über den Sechs-Tage-Krieg in Israel, das Ende des Prager Frühlings, die Situation der Palästinenser, medizinische Reportagen über Herzchirurgie und Lebertransplantationen sowie ein großer Farbbericht über Astrid Lindgren, Titel: »Wenn Herr Lilienstengel kommt«.
Für seine Reportage »Hinter den Bergen - hinter der Zeit« über einen Bergbauern in Südtirol erhielt Meffert 1978 den 2. Preis beim »Pressefoto des Jahres« (World Press Photo). Einen Jugendtraum erfüllte er sich, als er 1985 mit einem Floß den Mississippi hinunterfuhr - für den Sstern -Bericht »Auf den Spuren Mark Twains«. Fasziniert war er, Elias Canetti zu porträtieren sowie Friedrich Dürrenmatt, Glen Gould, Sarah Kirsch, Jurek Becker, Sean Connery, Mikis Theodorakis, Robert Jungk, Nikolaus Harnoncourt und viele andere Künstler, Wissenschaftler und Politiker.
Über seine hier abgebildete Reportage über den Nürnberger Reichsparteitag sagt er:
In der Regel wurden und werden Reportagen für den stern, ob in schwarz/weiß oder Farbe, mit Kleinbildtechnik realisiert.Die Gründe dafür sind 1. die große Beweglichkeit und Schnelligkeit des Fotografen und 2. die Möglichkeit, dynamischere Bilder zu machen. Allerdings gibt es auch noch Fotoproduktionen, bei denen die Großbildtechnik eingesetzt werden kann.
Anlässlich einer Reportage über Zeitzeugen der Nazi-Reichsparteitage, die ab 1933 Jahr für Jahr in Nürnberg stattfanden, bot sich die Möglichkeit, die Fotos in schwarz/weiß mit Großformatkamera, Stativ und schwarzem Tuch aus Samt zu machen.
Diese langsame und umständliche Technik war, das wurde schnell klar, sowohl für die steinernen- als auch für die lebenden Zeitzeugen, mehr als angemessen. »Mit Ihrer Art mich aufzunehmen, erinnern Sie mich sehr an meine Jugendzeit, denn da wurden die Bilder von uns genauso gemacht,« bekam der Fotograf immer wieder zu hören.