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Eine große Stimme gegen die Apartheid

Sie kämpfte gegen die Apartheid, wurde ins Exil getrieben, erhielt zahlreiche Ehrungen für ihr Engagement und hatte noch dazu eine grandiose Stimme. Alles Gute zum 81. Geburtstag, "Mama Afrika".

Von Katrin Verschaffel

  Miriam Makeba wurde nach ihrem Tod im Jahr 2002 mit dem inoffiziellen "Nobelpreis für Musik" ausgezeichnet

Miriam Makeba wurde nach ihrem Tod im Jahr 2002 mit dem inoffiziellen "Nobelpreis für Musik" ausgezeichnet

  • Katrin Verschaffel

Ihr Leben war ein Kampf gegen die Rassentrennung: Die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba setzte sich für Freiheit und Gerechtigkeit ein, was sie schließlich ins Exil brachte. Doch die Liste der Auszeichnungen und Ehrungen, die sie für ihr Engagement und auch ihre Musik erhielt, ist lang. Ihr Volk taufte sie liebevoll "Mama Afrika". Eine kurze aber respektvolle Beschreibung für eine Frau, die eigentlich mehr als 25 Namen trägt.

Möchte man ihren vollen Namen aussprechen, braucht man einen langen Atem: Zenzile Makeba Qgwashu Nguvama Yiketheli Nxgowa Bantana Balomzi Xa Ufun Ubajabulisa Ubaphekeli Mbiza Yotshwala Sithi Xa Saku Qgiba Ukutja Sithathe Izitsha Sizi Khabe Singama Lawu Singama Qgwashu Singama Nqamla Nqgithi. Der erste Name der südafrikanischen Sängerin, Zenzile, bedeutet auf Zulu „Du bist selbst schuld“. Statt ihren Geburtsnamen zu nutzen, nannte sich Makeba kurzerhand in Miriam um.

Mit ihrer Musik trat sie für Freiheit und Bürgerrechte ein. Ihr Leben lang kämpfte Miriam Makeba gegen die Apartheid und reiste um die Welt, um Aufklärung zu leisten. Doch ein Aufenthalt im Ausland brachte sie ins Exil. 1988 trat sie zusammen mit Hugh Masekela beim Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert in London auf – und konnte vorerst nicht nach Südafrika zurückkehren. Die Regierung verweigerte ihr die Einreise. "Mama Afrika" lebte draufhin drei Jahrzehnte in den USA und Guinea und kehrte erst 1990 auf Bitte von Nelson Mandela in ihre Heimat zurück.

  Google schenkt Miriam Makeba zum 81. Geburtstag ein Doodle

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Als Neugeborenes im Gefängnis

In einem Township nahe Johannesburg wurde Makeba am 4. März 1932 geboren. Die ersten Monate ihres Lebens musste sie allerdings hinter Gittern verbringen. Ihre Mutter braute illegal Bier, wurde zu sechs Monaten Haft verurteilt und nahm ihre erst 18 Tage alte Tochter mit ins Gefängnis.

Schon als Kind sang Makeba im Chor, ihre professionelle Musikkarriere begann in den 50ern mit der Jazz-Band „Manhattan Brothers“. Mit ihrer Single "Pata Pata" wurde "Mama Afrika" schließlich weltberühmt.

Im Alter von 76 Jahren stand die Sängerin noch auf der Bühne, als sie am 9. November 2008 bei einem Benefizkonzert in Italien auftrat. Kurz danach erlitt sie einen Herzinfarkt und starb einen Tag später fernab von ihrer Heimat. Heute wäre sie 81 Jahre alt geworden.

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