Loriot
Wenn man als Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow geboren wird und sich vorgenommen hat, ein berühmter Künstler zu werden, ist es von Nöten, sich einen kürzeren Namen zuzulegen. Vicco von Bülow, wie ihn seine Freunde nennen, besann sich auf das Familienwappen, auf dem ein Pirol dargestellt war, übersetzte den Vogel ins Französische und nannte sich kurz Loriot.
Geboren wurde er im Jahre 1923 in Brandenburg an der Havel. Von 1947 bis 1949 studierte er an der Kunstakademie in Hamburg und 1950 erschienen seine Zeichnungen das erste Mal im stern. Zu dieser Zeit hatte er ein gemeinsames Atelier mit Peter Neugebauer, der später auch zu einem Klassiker unter den stern-Zeichnern wurde.
Allein Loriots Serie "Reinhold, das Nashorn" erschien siebzehn Jahre lang. Ärger bereitete ihm die Serie "Auf den Hund gekommen", in der er die Rollen von Herr und Hund einfach vertauschte. Besonders geistliche Herren beschwerten sich bei Chefredakteur Henri Nannen aufs Heftigste, weil sie hier die Krone der Schöpfung verunglimpft sahen.
Was kaum einer weiß: Loriot betätigte sich schon damals hin und wieder als Schauspieler. So ist er in Bernhard Wickis berühmtem Film "Die Brücke" (1959) in einer Nebenrolle zu sehen, in Andrew Martons "Der längste Tag" (1962) spielt er einen Meldeoffizier.
1967 erschien er dann das erste Mal auf deutschen Bildschirmen. Zunächst als Moderator der Sendung "Cartoon", die er aber nach und nach mit eigenen Beiträgen füllte. 1976 bekam er dann seine eigene Sketchreihe "Loriot", die Generationen begeisterte und regelmäßig wiederholt wird.