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Keith Jarrett

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Keith Jarrett in Frankfurt
Keith Jarrett in Frankfurt
Ruhe im Saal!

Zum ersten Mal seit 15 Jahren gab Jazz-Pianist Keith Jarrett ein Konzert in Deutschland. Das Frankfurter Publikum mühte sich um maximale Ruhe, denn jedes Flüstern, jedes Husten hätte dem Konzert ein jähes Ende setzen können. Denn der Meister ist etwas schwierig.

Downbeat
Downbeat
Tosca: "Dehli 9"

Auf ihrem neuen Album "Dehli 9" machen Richard Dorfmeister und Rupert Huber da weiter, wo sie mit "Suzuki" aufgehört haben: entspannte Grooves zwischen Dub-House und Bossa-Listening.

Der getrennte Papi
Blog "Der getrennte Papi"
Portion Milchreis (54.)

Oder: Wie schaffe ich es bloss mit meinen Kindern Schritt zu halten? Worum es heute geht: Wo ist die Zeit, die Zeit, die Zeit, der Papi fühlt sich ein bisschen wie ein lonesome Cowboy, die Kids reiten auf den Wellen, strömender Regen, Nemo (mal anders) und Zimt & Zucker, jede Menge Ingwer, der Griff zum Telefon, Sun Bear. Wenn der getrennte Papi gerade einige Tage seine Kinder nicht mehr sieht, wundert er sich gerade sehr, wie rasch sich Alexander und Marie gerade entwickeln. Es scheint, dass Alexander jeden Tag seinen Wortschatz um etliche Worte erweitert und der getrennte Papi zuschauen könnte, wie sein Sohn täglich wächst. Und nun wurde er von der Mutter zur Schule angemeldet, unglaublich - dabei scheint es mir, als sei er doch erst vor wenigen Tagen geboren worden. Ja, wirklich, vor wenigen Tagen ist er doch erst geboren worden, es ist noch nicht einmal fünfeinhalb Jahre her. Gott, liebe ich ihn, kann es sein, dass der getrennte Papi seinen Sohn und seine Tochter, natürlich, noch mehr liebt als ohnehin schon? Es kann sein. Und die Tochter, Marie, ist gerade so wissbegierig, dass der getrennte Papi sich mächtig anstrengen muss, ihre vielen Fragen zu beantworten. Sie geht einerseits so sehr mit offenen Augen durch die Welt, andererseits ist sie noch so verspielt, daran erinnert sie mich - eben an mich selbst, mir ist als sähe sich der getrennte Papi vor einigen Jahrzehnten. Irgendwo zwischen den Dekaden scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, wieder die Zeit, die Zeit, die Zeit. Ich fühle mich gleichwohl in diesen Tagen wie ein lonesome Cowboy; über ein dreiviertel Jahr habe ich die Kinder nun nicht mehr täglich bei mir. Und wie der Plan nun aussehen könnte, dass ich die Kinder einmal länger bei mir habe? Keine Ahnung wie der Plan aussehen könnte, dass ich die Kinder einmal länger bei mir haben könnte. Bis dahin wird jede Sekunde genossen mit Marie und Alexander, wie heute etwa als wir im Schwimmbad waren und gemeinsam auf den Wellen geritten sind und quietschten vor Vergnügen und das Wasser war so warm wie in der Südsee es wohl warm sein muss und der strömende Regen draußen löste sich plötzlich auf und verschwand und stattdessen schien uns die Sonne zu leuchten wie im Sommer, ach, wenn doch wenigstens der Frühling bald käme, wie haben wir den Winter über und über und wir wollen endlich wieder Sand unter den Füssen spüren und Wärme auf der Haut und eine erfrischende Brise soll uns über die Wangen streichen, Himmelherrjebitte. Sogar eine Portion Fischstäbchen und Pommes Frites (hier im Schwimmbad heissen sie Nemo) und eine noch größere Portion Milchreis werden, gerecht durch uns Drei geteilt, werden plötzlich zu einem kleinen Urlaubserlebnis und wir vergessen sogar das enorme Lärm-Echo hier und die anderen Menschen um uns herum, die uns nicht richtig interessieren, denn nur wir Drei sind uns in diesem Moment ganz, ganz nah und deswegen rücken wir noch enger aneinander und freuen uns, dass wir uns haben - bis zum Mond und zurück, ach was, noch viel mehr! Dann rasch unter die Dusche und wir freuen uns schon wieder auf die Wohnung des getrennten Papi; da trinken wir Tee mit einem Freund, der zu Besuch kommt. Die Großen schnippeln sich jede Menge Ingwer in ihren schwarzen Tee und die Kleinen schlürfen Vanille-Roibusch aus Strohhalmen, das ist alles sehr gemütlich und ein wenig Schokolade gibt es auch noch dazu, wir sind uns einfach genug. Übermorgen muss der getrennte Papi seine beiden Kinder dann schon wieder fortbringen und er beschliesst, wenigstens öfter mit ihnen zu telephonieren, um an ihrem Leben mehr teilzuhaben. Arg genug, dass er alltägliche Entwicklungen eben nicht immer verfolgen kann. Um so schöner, dass er die Zwei nun bei sich hat: während ich den Blog schreibe, sind Marie und Alexander eingeschlafen. Sie auf dem Stuhl, er bei mir auf dem Sofa, gleich werde ich sie ins Bett hinübertragen und noch ein wenig in die grandiosen japanischen Sun Bear  - Konzerte von Keith Jarrett hineinhören, diese Aufnahmen entstanden 1976, time is running, all the time . Dazu alsbald mehr vom getrennten Papi...

Der getrennte Papi
Blog "Der getrennte Papi"
Langer Abschied

Oder: Einmal eine sentimentale Zeitreise und retour. Worum es heute geht: Ein Zuhause (ehemalig), ein Sofa (grau), eine Musik (Electro Jazz), Hamburg (kalt), New York City (warm), Kinder (kreuz und quer), Bumix (lecker), eine zweite Musik (eine dritte Stadt), Papi (Bett, nicht Sofa), Mosebach (was davor geschah). Was ist das für ein Gefühl, wenn man für einige Tage in das ehemalige Zuhause zurückkehrt? Die Mama von Alexander und Marie ist in der Stadt, in der sie und der getrennte Papi vor knapp elf Jahren geheiratet haben, genauer gesagt, in dessen berühmtestem Stadtteil, Manhattan. Der Blick über den Central Park aus dem 32. Stockwerk eines Hotels, das es nicht mehr gibt (sic), an einem Tag im Indian Summer, der perfekter kaum hätte sein können, ist noch gewärtig als sei's nicht vor über einem Jahrzehnt gewesen, die Friedensrichterin verspätet sich ein wenig, die Boathouse-Reservierung für den Abend steht, Familie und Freunde wähnen sich so glücklich wie die Zwei, um die sich die Welt in diesem Moment dreht. Oder drehen sich die Zwei um die Welt? Und um den Mond gleich mit? Eine Vergangenheit, die nun wie eine (kleine?, mittlere?, große?, verdammt lang große?) Ewigkeit daherstolziert, ohne nach hinten zu schauen, nur nach Innen und die Wehmut überwindend. Eine Vergangenheit, die vergraben ist, irgendwo, die Stelle wird keineswegs mehr zu finden sein im Dickicht der Gefühle, die sich immer unschärfer einstellen, weil sie verblassen, ja, ausfasern müssen. Es ist, wie es ist. So wie dieses graue Sofa, auf dem der getrennte Papi diesmal den Blog schreibt, ein Hochzeitsgeschenk von Freunden, das in New York gekauft wurde, fünf Zentimeter zu viel geraten war, partout nicht durch die Tür des Apartments 304 in 250 Mercer Street (Blick auf die Twin Towers), passen wollte und das, tatsächlich, nochmals gefertigt wurde, fünf Zentimeter kleiner, durch die Tür des Apartments passte und nach diversen anderen Standorten in Hamburg zu stehen kam und beim Auszug des getrennten Papi zurückgelassen wurde, weil der es nicht über das Herz brachte, es mitzunehmen, gehörte es doch nun einer Vergangenheit an, die keine gemeinsame Zukunft mehr kennt. Es ist wie es ist. Im Hintergrund läuft "Espace Baroque" von Frédéric Galliano, Electro Jazz aus jener Zeit als die Liebe noch ein wunderbares Vakuum war, in das nur zwei Menschen hineinpassten, die neugierig die Welt draußen beäugten und sich wunderten, warum nicht auch alle, alle, alle anderen Menschen genauso glückstrunken waren wie sie selbst und die Zeit, bitte/bitte/bitte still stehen sollte. Weil es eben war wie es war und immer währen musste, natürlich, keine Frage, die Antwort fiel nur positiv aus, keine Frage. Und wie's der getrennte Papi so aufschreibt, nimmt er sich eine Decke, die auf dem grauen Sofa liegt, draußen ist es kalt geworden, der Sommer ist vorbei und in Hamburg hat es keinen Indian Summer, während es in Manhattan noch hochsommerlich ist, let's groove tonight, der Teergeruch wabert durch die Stadt, es hat nur ein wenig geregnet und der Straßenbelag dampft vor sich hin und er riecht , we can boogie, als habe Helmut Lang den Teer neu erfunden, dance, dance, dance. Ruhig ist es geworden, Alexander und Marie und ihre beste Freundin Stella (zu Besuch) schlafen ihren Schlaf der Unschuld, alle waren ganz lieb als hätten sie geahnt, dass der getrennte Papi einen langen Abschied vor sich habe und sich dafür etwas sammeln müsse, um sich für Emotionen zu wappnen, die ihn sonst einholen, um ihn unweigerlich zu umhüllen wie ein Kokon, der die Raupe einschläfert, ehe sie verschlungen wird von der Wirklichkeit. Wollten auch nur ein Bumix zum Nachtisch, während der getrennte Papi mit dem blöde leckeren Zeug seinen Zuckerspiegel ziemlich überhöht. Es ist wies es ist. Der Blick fällt auf ein Kissen, darauf genietet Love und dann doch lieber noch einige Bumixe reingetan, der Sinn des Lebens ist manchmal Haribo. Vielleicht auch besser einen zweiten grünen Tee gemacht, der dampft die Kühle der vergangenen und der gegenwärtigen Gefühle fort und löst sie einfach in Wasserdampf auf, der unsichtbare Pirouetten dreht, dreht und dreht bis einem ganz und gar schwindlig ist und man sich an die Schläfen fasst, um sie ein wenig mit den Fingerspitzen zu massieren, aber eigentlich ist das Schwindelgefühl ein nette Angelegenheit.  Wie ein Spaziergang durch den Central Park und Du machst eine Pause an dem Brunnen Angel of the Waters Fountain, hälst die Hände kurz ins Wasser und der Puls wird gekühlt, nice try, im Kopf spielt Keith Jarrett sein Köln Concert wieder und wieder, wieder diese schöne Schwindel, der durch das Vakuum schneidet. Es ist wie es ist, dem Abschied gehört die Zukunft, es gibt kein Zurück in die Vergangenheit, sind doch hier nicht in einem Happy End, lediglich in einem Ende, das eben einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss hat, der es in sich hat, weil es ein langer Abschied ist. Kiss, another one, honey. Der getrennte Papi schickt ihn über den kleinen See vor dem Boathouse und er fliegt auf die Strawberry Fields, da lässt er sich nieder, ein guter Platz für einen Kuss, der bleiben soll, gefiele John Lennon und Yoko sowieso. Es war wie es war und es wird nie wieder so werden, vielleicht schlafe ich heute ein sentimental-letztes Mal auf diesem grauen Sofa? Aber dann würde mich Alexander vergebens suchen, wenn er des Nachts rüberkommt, also lieber ins Bett im Schlafzimmer oben -  als Gast. Auf dem Boden wartet bereits ungeduldig Martin Mosebach's Was davor geschah (ein Eheroman, tatsächlich): "Da war es, als griffen überirdische Hände nach den Schnüren, die aus einem Herzensknoten heraushingen, und zögen sanft daran...". Noch ein Horchen in die Zimmer der Kinder, mucksmäuschenstill wie das Haus, die Straße, die Stadt, das Land, die Welt liegen die Mädchen kreuz und quer als seien sie mit in einem aufregenden Gespräch eingeschlummert, während der Junge, ein Bein hängt über der Decke, wie immer, das schmale Stöckchen aus dem Park wie einen Schatz in seinen Händen umklammert hütet. Sie träumen jedenfalls keinen langen Abschied, es ist wie es ist. Vor dem Einschlafen noch ein verhangener, vergangener, vergessener Blick zurück und der Herzensknoten fällt, wie bei Mosebach, auseinander. Aber dazu mehr alsbald vom getrennten Papi...

Interview Nigel Kennedy
Interview Nigel Kennedy
"Ich schneide mir sogar die Haare selbst"

Der böse Junge der Klassikwelt geht wieder auf Tournee ? und spielt zum ersten Mal Mozart. Im stern.de-Interview spricht Nigel Kennedy in ausgesucht respektlosem Gossenslang über eine Liebe auf den zweiten Blick, Klassik-Krawall und seinen Sohn, der nicht ganz zufällig Amadeus heißt.

GLOSSE
GLOSSE
Zimmer mit düsterer Aussicht

Was würde passieren, wenn die Unterhaltungsindustrie wirklich wahr macht, was sie immer wieder ankündigt? Eine Zukunftsvision.

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Keith Jarrett auf Wikipedia

Keith Jarrett ist ein US-amerikanischer Jazz-Pianist. Jarretts Spiel ist durch weit ausgreifende Soloimprovisationen gekennzeichnet, die in ungewöhnlich umfangreichen Live-Mitschnitten dokumentiert sind (u. a. The Köln Concert, Bremen/Lausanne, The Sun Bear Concerts).

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