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Mittelerde kommt nach Potsdam

Peter Jackson hat den Fantasy-Roman "Der Herr der Ringe" mit viel Aufwand und fantastischen Kostümen verfilmt. Eine Ausstellung in Potsdam zeigt nun Original-Requisiten und erklärt den Besuchern die zahlreichen Spezialeffekte.

Von außen ist es nur ein schmuckloser Wellblechbau, drinnen aber herrscht die Fantasy-Welt. Und während der Weg zur Caligari-Halle im Filmpark Babelsberg von so harmlosen Figuren wie dem Sandmännchen gesäumt wird, sind im Inneren die finsteren Gesellen aus der Filmtrilogie "Der Herr der Ringe" nach den Romanen von J.R.R. Tolkien aufgebaut. Erstmals ist die Original-Ausstellung zum Film aus Neuseeland auf dem europäischen Festland zu sehen, am Freitag öffnet sie in Potsdam ihre Pforten.

"Die Fans der mythischen Geschichte vom Planeten Mittelerde kommen voll auf ihre Kosten", verspricht Filmpark-Geschäftsführer Friedhelm Schatz, selbst bekennender Anhänger der Fantasy-Reihe. Auf 1.200 in düsterer Stimmung gehaltenen Quadratmetern werden gut 300 Exponate aus den Filmen des neuseeländischen Regisseurs Peter Jackson gezeigt, die zwischen 2001 und 2003 in die Kinos gekommen waren und bis heute eine Millionenschar Fans haben.

Der Eine Ring wird beschworen

Viele Ausstellungsstücke sind Originalrequisiten, so unter anderem Der Eine Ring. Im Film muss er von Frodo zerstört werden, um Saurons Macht zu brechen - eine nähere Erklärung für Nicht-Fans würde ausufern. Im Zentrum der Potsdamer Schau schwebt das golden schimmernde Stück in einer mit Wasser gefüllten Plastikröhre, geheimnisvoll beleuchtet von feuerroten Strahlen in einem schwarzen Schrein. Aus dem Off murmelt eine Stimme Beschwörungsformeln in der Sprache Mordors.

Eines der imposantesten Stücke dürfte wohl der riesige, von Ork-Plastiken aus Kunststoff umgebene Höhlentroll sein, der schauerlich sein Maul aufreißt. Auch eine zweite Figur des Trolls mit ausgebreiteten Armen wirkt nicht freundlicher. Eher Mitleid erregend blicken dagegen verschiedene Studien des Gollum aus einer Vitrine. Eine Puppe des Schauspielers Sean Bean liegt lebensgroß im Kostüm des Boromir in einem Holzboot - es ist ein Nachbau der Bestattungsszene, nachdem der Held von einem Bogenschützen getötet wurde.

Besucher können Spezialeffekte ausprobieren

Insgesamt ist die Ausstellung in 20 Themenbereiche gegliedert, die sich mit den Ethnien Mittelerdes, diversen Schurken und Monstern oder mit den Waffen beschäftigen. Wobei letztere Abteilung auch gut in ein Mittelaltermuseum passen würde. Ganz in die Moderne führt dagegen die Ecke mit den Spezialeffekten. Besucher können selbst ausprobieren, wie sie in der Größe des riesenhaften Gandalfs oder des kleinen Hobbits Frodo wirken. Auch die komplizierte Entstehung der Fantasiewesen am Computer, der die Figuren nach dem Vorbild menschlicher Schauspieler bewegte, wird demonstriert.

Für Neuseeland hat sich die erfolgreiche Filmtrilogie mittlerweile zu einem echten Imageträger entwickelt. Dort sowie in Australien, den USA, Singapur und Großbritannien haben bereits mehr als 1,2 Millionen Menschen die Ausstellung besucht, die vom neuseeländischen Nationalmuseum Te Papa Tongarewa entwickelt wurde. "Man sieht in den Filmen viel von der wunderbaren Natur Neuseelands", sagt Museumsmitarbeiter Peter Brewer. "Das lockt viele Fans auch an die Originalschauplätze". Zu allererst aber sei die Schau natürlich eine Verbeugung an die Filmcrew.

Filmpark verhandelt mit Darstellern

Filmpark-Chef Schatz hofft, dass die Trolle, Orks und Hobbits bis zum 29. April 2007 mindestens 100.000 Menschen nach Potsdam locken. Dann hätte er die 1,5 Millionen Euro hohen Kosten eingespielt. Als zusätzliche Zugpferde neben den Requisiten hofft er auf einige Stars. Mit mehreren Schauspielern aus der Trilogie stehe er über ein Filmstudio in Kontakt, sagt der Geschäftsführer. Aragorn-Darsteller Viggo Mortensen etwa oder "Saruman" Christopher Lee hätten bereits Interesse an einem Besuch gezeigt.

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