1. November 2012, 17:15 Uhr

Was Lehrer niemals lesen sollten

Er hat 40 Jahre unterrichtet und dabei eine Menge abgefangen: der Nürnberger Mathelehrer Günter Hessenauer. Was die Schüler sich unter der Bank zugeschoben haben, zeigt eine Ausstellung in Frankfurt.

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Es war im Jahr 1968, als ein unbekanntes Mädchen von einer Pause mit den anderen träumte. "Kann ich in der Pause mit Gummi hupfen?", fragte es auf einem Zettelchen. Offenbar hatte Heidi damals die Hosen an und entschied sich dagegen: Sie kreuzte das Nein-Kästchen an.

Ein Zettel wandert unter der Bank von Hand zu Hand. Zwei Quadratzentimeter, mehrfach eng zusammengefaltet. Der Inhalt variiert, bei dem einem Schüler ist es die Hoffnung auf die große Liebe, beim anderen ein wilder Fluch gegen den blöden Lehrer, der vorne unterrichtet und nicht bemerkt, was in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler wirklich vorgeht.

Briefchen und Zettel aus dem Schulunterricht - von den 1960er Jahren bis heute: Vom 1. November 2012 bis 17. Februar 2013 zeigt das Museum für Kommunikation Frankfurt in Kooperation mit dem Schulmuseum Nürnberg die Ausstellung "Willst du mit mir gehen? Botschaften unter der Schulbank". Sämtliche Zettel stammen aus der Peter-Vischer-Schule in Nürnberg und wurden von Mathematiklehrer Günter F. Hessenauer einkassiert. In 40 Jahren Unterrichten ist da einiges zusammengekommen: Rund 2000 Stück hat der Lehrer den Schulgeschichtlichen Sammlungen der Universität Erlangen-Nürnberg geschenkt.

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