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11. September 2009, 13:06 Uhr

Vertrag mit Architekt Stella ist ungültig

Herbe Schlappe für das Bundesbauministerium beim Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses: Das Kartellamt hat den Vertrag mit dem italienischen Architekten Franco Stella für ungültig erklärt. Die Wettbewerbswächter fordern eine Wiederholung des Vergabeverfahrens.

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Vorbild: das einstige Berliner Stadtschloss der Hohenzollern© AP

Der Vertrag zum Bau des Berliner Stadtschlosses mit dem italienischen Architekten Franco Stella aus Vicenza ist ungültig. Das habe die Vergabekammer des Bundeskartellamtes entschieden, teilte das Bundesbauministerium am Freitag mit. Der Wettbewerb werde unabhängig davon aber nicht neu ausgeschrieben.

Das Ministerium von Wolfgang Tiefensee (SPD) kündigte umgehend an, beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde einzulegen. Die Verfahrensstreitigkeiten würden "den Bau des Humboldtforums nicht verzögern". Das Humboldtforum mit dem Wiederaufbau der barocken Fassaden des Berliner Stadtschlosses soll ab Herbst 2010 beginnen und bis 2013 dauern.

Juryentscheidung nicht beanstandet

Das Bundeskartellamt fordert die Wiederholung des Vergabeverfahrens "ab Zeitpunkt der Preisgerichtsentscheidung", die einstimmig für Stella gefallen war. Diese Juryentscheidung sei durch die Vergabekammer auch nicht in Zweifel gezogen worden, hieß es in der Stellungnahme des Ministeriums.

Aus dem Papier geht hervor, dass die Kartellwächter unter anderem gerügt haben, dass der unterlegene Architekt über den Vertragsabschluss mit Stella nicht vorher informiert worden sei. Das hatte der Berliner Architekt Hans Kollhoff beanstandet, der den dritten Preis errungen hat und eine "mangelnde Transparenz" bei der Vertragsvergabe mit Stella beklagte.

Städtebauliches Herzstück für 552 Millionen Euro

Der Bundestag hatte bereits 2002 den Wiederaufbau des einstigen Hohenzollern-Schlosses mit den Originalfassaden beschlossen. Lediglich an der Ostseite ist eine freie Gestaltung möglich. Das um 1700 von Andreas Schlüter erbaute Stadtschloss war über Jahrhunderte Residenz der Preußen-Könige. 1950 wurde die im Krieg schwer beschädigte Ruine vom SED-Regime gesprengt. An ihre Stelle trat der Palast der Republik. Mit dem 552 Millionen Euro teuren Neubau soll die Berliner Mitte nach jahrelangen Debatten und dem Abriss des Palastes der Republik wieder ihr städtebauliches Herzstück zurückerhalten.

mad/DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
rynaldo (11.09.2009, 16:03 Uhr)
Deutschland - architektonische Wüste
Ich habe die Befürchtung, dass zum Schluss doch noch irgendein walfischförmiger Glaskasten an der Stelle entstehen wird. Die Deutschen haben keinen Sinn für Architektur. Immer werden Kindergarten-Plätze und Ausgaben für soziales angeführt um den Einheitsbrei in unseren gesichtslosen Städten zu rechtfertigen.
butcher99 (11.09.2009, 13:57 Uhr)
Hennesken Theater
vor allem vor dem Hintergrund, dass das Geld doch wohl wesentlich sinnvoller zu investieren wäre, z.B. in die Unterstützung von Magna oder der SperBank. Ich schmeiss mich weg
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