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David Hamilton – hat der Erotikfotograf sich umgebracht?

Er war ein Meister der Mädchen-Erotik. Seine langgliedrigen Elfen machten einst die Kindererotik salonfähig. Nach Vergewaltigungsvorwürfen soll sich der Fotograf selbst getötet haben.

David Hamilton war der Erotik-Fotograf der Sechziger und Achtziger Jahre. Berühmt wurde er mit Weichzeichner-Fotografien elfengleicher, schlanker junger Mädchen im Gegenlicht. Auch der Erotikfilm "Bilitis – Zärtliche Cousinen" von 1977 wurde ein Welterfolg, die Fotobücher wurden millionenfach gekauft, die Poster schmückten auch unzählige Kinderzimmer halbwüchsiger Mädchen. Seine erotische Kreation einer unschuldig-sündigen Mädchensexualität war stilbildendend für die Epoche. Unzählige andere Fotografen und Werber ahmten diesen Stil nach. Erst als die Gesellschaft die unverhohlene, sexuelle Aufladung junger Mädchen, die genau genommen noch Kinder waren, immer kritischer betrachtete, wurde es ruhiger um den Fotografen, der in Paris lebte.

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Massive Vorwürfe

In den letzten Tagen wurde Hamilton direkt des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Mehrere seiner damaligen Kindermodelle erhoben Vergewaltigungsvorwürfe. Gerüchte in diese Richtung hat es schon vorher gegeben. Die französische Fernsehmoderatorin Flavie Flament hatte in einem Buch schildert, wie sie als 13-Jährige am Rande eines Foto-Shootings von einem international bekannten Fotografen vergewaltigt wurde - damals nannte sie aber keinen Namen. Dennoch wusste jeder, dass Hamilton gemeint war. "Meine Arbeit hat nichts mit der Vulgarität unserer derzeitigen Epoche zu tun", verteidigte sich der Brite im Jahr 2015 in einem Interview mit dem Promimagazin "Gala".

Erst als weitere Models vor kurzem die gleichen Vorwürfe gegen David Hamilton erhoben, hat auch Flavie Flament bestätigt, dass es sich bei ihrem Vergewaltiger um Hamilton gehandelt habe. Hamilton hingegen wehrte sich entschieden gegen die Vorwürfe. "Ich habe nichts Ungehöriges getan. Ich habe gar nichts getan", sagte er nach Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

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Tod durch Medikamente

Nun wurde der britische Fotograf David Hamilton tot in seiner Pariser Wohnung aufgefunden. Der 83-Jährige starb am Freitagabend nach der Einnahme von Medikamenten an Herzversagen. Französische Medien gehen davon aus, dass sich Hamilton selbst getötet hat, um so der öffentlichen Diskussion zu entgehen. An seinem Fall hatte sich eine Debatte um Verjährungsfristen und das Wegsehen bei Kindesmissbrauch gegeben. Ein Verfahren wegen Kindesmissbrauchs musste David Hamilton wegen der Verjährungsfristen nicht fürchten.

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Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.



 

Gernot Kramper mit AFP

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo