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Malt den Mond an!

Auf der Internetseite "Moon" der berühmten Künstler Ai Weiwei und Olafur Eliason können Sie etwas auf den Mond zeichnen - künstlerisches Talent ist nicht erforderlich. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Von Birgit Haas

  Viel Platz für Ihr Werk: Der Mond von Ai Weiwei und Olafur Eliason ist noch ziemlich leer.

Viel Platz für Ihr Werk: Der Mond von Ai Weiwei und Olafur Eliason ist noch ziemlich leer.

Der Mond ist aufgegangen. Zumindest im Internet, ganz virtuell. Er strahlt hell vor schwarzem Nachthimmel, aber statt die üblichen Krater sind auf diesem schwarze Kritzeleien zu sehen. Je näher der Besucher der Seite www.moonmoonmoonmoon.com den Mond heranzoomt, umso klarer werden die Kritzeleien, sie lösen sich auf in Zeichnungen und Schriftzeichen.

Da fliegen Vögel über den Mond, jemand hat ganz groß "PLATZ" auf den Erdtrabanten geschrieben, der chinesische Künstler Ai Weiwei hat vor neun Tagen ein Fahrrad gemalt. Der Mond ist ein Kunstwerk. Jeder kann mitmachen, auch ohne künstlerische Talente.

Ein Ort für alle

Geschaffen hat diesen Mond Ai Weiwei zusammen mit dem dänisch-isländischen Künstler Olafur Eliason. Weiwei kann China derzeit nicht verlassen, der Oppositionelle befürchtet, sonst nie wieder einreisen zu dürfen. Will er mit seinem Kollegen Eliason sprechen, der wie er einen Lehrauftrag an der Universität der Künste in Berlin hat, geht das nur übers Internet. Ai Weiwei leidet darunter.

Er sehnt sich nach einem Ort ohne Grenzen, wo sich Menschen aller Nationen, Glaubensrichtungen oder Herkunft treffen können. "Das Projekt Moon entstand aus unseren Gesprächen über die Redefreiheit und den Möglichkeiten uns über jede Grenze hinweg zu miteinander in Verbindung zu setzen", sagte Eliason zu stern.de.

China hat "Moon" gesperrt

Auch der Mond hat etwas Verbindendes. Der Erdtrabant ist neutral. Alle Menschen sehen in der Nacht den selben Mond, wenn sie in den Himmel sehen. Eliason und Weiwei wählten ihn deshalb als verbindendes Symbol. "Zusammen zeichnen heißt, dass wir alle miteinander verbunden sind", sagte Eliason.

Nur chinesische Nutzer haben es schwer, die Seite ist in China sofort gesperrt worden. "Das haben wir erwartet", sagte Eliason. "Aber wer weiß, wie er die Firewall überwinden kann, kommt trotzdem auf die Seite."

Bill Gates auf dem Mond

25.000 Menschen haben sich auf dem Mond verewigt, seit die Seite am 9. November online gegangen ist. Olafur Eliason hat draufgeschrieben: "Kreativität ist nicht in dir aber in der Art wie du die Welt berührst". Manche mehrmals, Ai Weiwei hat etwa 20 mal getaggt.

Seinen Angaben zufolge hat Bill Gates bereits auf den Mond gemalt, der isländische Singer-Songwriter Olafur Arnalds und der albanische Videokünstler Anri Sala. Die meisten Nutzer sind aber ganz normale Leute wie Sie und ich ohne künstlerischen Hintergrund.

Birgit Haas

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