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15. Dezember 2011, 08:34 Uhr

Nicht ohne meinen Malkasten

Im Laufe seines Lebens hat Friedensreich Hundertwasser viele Länder bereist, viele Sprachen gelernt. Dabei hat ihn immer sein Miniaturmalkasten begleitet - so konnte Hundertwasser bei jeder Gelegenheit malen. Google ehrt den Künstler, der heute 83 Jahre alt geworden wäre, mit einem Doodle.

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Weil er heute 83 Jahre alt geworden wäre, ehrt Google den Künstler Friedensreich Hundertwasser mit einem Doodle© Screenshot von Google.de

Friedensreich Hundertwasser kannte viele Möglichkeiten, seiner Kreativität Ausdruck zu verleihen. So war er Zeit seines Lebens nicht nur als Maler tätig, sondern hat auch als Architekt gearbeitet. Dabei verfolgte er eigene Ziele und machte sich für natur- und menschenrechtliche Themen stark. Ein Engagement, dessen Ursprung in Hundertwassers Vergangenheit liegt.

Friedensreich Hundertwasser kam am 15. Dezember 1928 als Friedrich Stowasser in Wien zur Welt. Er wurde allein von seiner Mutter großgezogen - sein Vater starb nur ein Jahr nach der Geburt seines Sohnes. 1943 muss der damals 15-Jährige miterleben, wie 69 Verwandte mütterlicherseits deportiert wurden, darunter auch seine Tante und seine Großmutter.

Vegetative Kunst

Bereits zu Schulzeiten wurde dem jungen Hundertwasser ein "außergewöhnlicher Formen- und Farbsinn" nachgesagt. Daher erschien seine Entscheidung, nach seiner Matura - dem österreichischen Abitur - an die Wiener Akademie der bildenden Künste zu gehen, nicht weiter verwunderlich.

Nach nur drei Monaten hatte er dann aber genug und brach auf, um die Welt zu erkunden. Seine anfänglichen Reisen nach Nordafrika, Italien und Frankreich sollten sein künstlerisches Schaffen nachhaltig beeinflussen. Mit dabei war stets sein Miniaturmalkasten, der es ihm ermöglichte, bei jeder sich bietenden Gelegenheit kreativ zu sein.

1953 malte Hundertwasser erstmals eine Spirale, ein Motiv, das er fortan in vielen seiner Werke verwendete. Die meisten Bilder erzielten ihre Wirkung aus ihren intensiven, leuchtenden Farben, die oft durch Silber- und Goldfolien unterstützt wurden. Der Künstler nannte seine Werke "vegetativ". Sie wurden vor allem durch zwei große Motivkreise bestimmt. Auf der einen Seite gab es die Formenwelt, die Analogien zu pflanzlichem Wachstum und einer animistischen Natur repräsentierte. Auf der anderen Seite eine Welt aus architekturalen Chiffren, Häusern, Fenstern, Giebeln, Zäunen und Toren. Oft hat Hundertwasser beide Motivkreise miteinander verbunden, sodass die Vegetation statisch, alles Gebaute organisch gewachsen schien.

Künstlerisches und gesellschaftliches Engagement

Seit den frühen 80ern betätigte sich Hundertwasser auch als Architekt. Seine ungewöhnlichen Bauprojekte erfreuten sich bald großer Beliebtheit beim Publikum, wurden aber von Berufsgenossen belächelt. Was nicht zuletzt auch an seiner Einstellung zur klassischen, alt hergebrachten Baukunst liegen könnte.

Hundertwasser engagierte sich für eine "natur- und menschengerechte" Archtitektur. Bauwerke sollten nicht bloß einen rein funktionellen Charakter aufweisen, vielmehr forderte er eine schöpferische Baufreiheit und das Recht zur individuellen Bauveränderung.

Sein Engagement galt aber auch diversen Umweltprojekten. So malte er Plakate und schrieb Manifeste gegen Kernenergie, für die Rettung der Meere und Wale und für den Schutz des Regenwaldes. Nicht zuletzt war er auch erklärter Verfechter der "Humustoilette".

Friedensreich Hundertwasser war sein Leben lang Reisender. Seine zwei Ehen wurden beide nach nur wenigen Jahren wieder geschieden. Er starb im Alter von 71 Jahren an Bord der "Queen Elizabeth II." in der Nähe von Neuseeland.

kgi
 
 
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