. .
Kunst-News
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
4. Juli 2008, 07:21 Uhr

Elbtal bleibt Welterbe - vorerst

Deutschland hat von der Unesco "eine allerletzte Chance" bekommen: Trotz des Streits über die Waldschlößchenbrücke wird das Dresdner Elbtal vorerst nicht von der Liste der Welterbestätten gestrichen. Die UN-Organisation verlangt jedoch den Stopp der Bauarbeiten - andernfalls werde Dresden den prestigeträchtigen Titel definitiv verlieren.

Die Elbwiese auf der Neustädter Seite in Dresden unweit der Baustelle der Waldschlösschenbrücke© Norbert Millauer/DDP

Das Dresdner Elbtal darf trotz aller Befürchtungen seinen Titel als Welterbe vorläufig behalten. Die Unesco entschied im kanadischen Québec jedoch, dass die Kulturlandschaft wegen der umstrittenen Waldschlößchen-Brücke weiter auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten bleibt und forderte als Alternative ultimativ einen Tunnel.

"Wenn die Konstruktion der Brücke nicht gestoppt und der Schaden gutgemacht wird, wird (das Elbtal) 2009 von der Liste des Welterbes gestrichen", hieß es in einer Mitteilung der UN-Kulturorganisation. Deutschland behält damit vorerst weiter 32 der derzeit insgesamt rund 850 Welterbe-Stätten rund um den Globus.

Die Unesco hatte das 2004 mit dem begehrten Gütesiegel ausgezeichnete Elbtal schon zwei Jahre später auf die Rote Liste der gefährdeten Stätten gesetzt. Sie sieht die wertvolle Kulturlandschaft durch den Brückenbau beschädigt. 2007 gewährte sie schon einmal eine Gnadenfrist von einem Jahr.

Mit Blick auf die in Deutschland laufenden Gerichtsverfahren habe man sich jedoch entschieden, Dresden mehr Zeit zu geben, hieß es in dem Beschluss. "Das Komitee war der Meinung, dass den Gegnern des Brückenbaus die Chance auf einen Erfolg gegeben werden sollte und dass der Verbleib der Stätte auf der Liste diesem Kampf helfen könnte."

Größtes Hindernis ist bisher ein Bürgerentscheid von 2005, in dem sich die Dresdner mit klarer Mehrheit (67,9 Prozent) für die Brücke ausgesprochen hatten, weil diese erheblich billiger ist.

"Allerletzte Chance"

Seither entschieden alle juristischen Instanzen für eine Achtung des Bürgerwillens und verbauten damit den Weg zu einer neuen Abstimmung, die die Gegner der Brücke per Gerichtsentscheid durchsetzen wollen. Zudem haben die Bauarbeiten für das auf insgesamt 160 Millionen Euro veranschlagte Brückenprojekt bereits im vergangenen November begonnen.

Die Stadt hatte sich angesichts der verfahrenen Lage zu einer filigraneren Brückenkonstruktion entschlossen, um der Unesco entgegenzukommen. Der Entwurf lag dem Komitee in Québec vor, reichte den Welterbe-Hütern aber nicht aus. "Wenn jetzt weiter gebaut wird, ist der Titel weg", sagte die deutsche Delegierte Brigitte Ringbeck der Nachrichtenagentur DPA in New York. Dresden habe eine "allerletzte Chance" bekommen. Ringbeck vertritt bei dem Treffen die Bundesländer. Deutschland hat in dem 21-Länder-Gremium aber kein Stimmrecht.

Eigentlich war nach den früheren Warnschüssen der Unesco diesmal der Entzug des begehrten Welterbe-Titels für das Elbtal befürchtet worden. Eine so drastische Maßnahme wandte die UN-Kulturorganisation in ihrer Geschichte aber bisher erst einmal an: Im vergangenen Jahr strich sie eine Naturschutzregion in Oman von der prestigeträchtigen Liste, weil der arabische Staat das Gebiet um 90 Prozent verkleinerte, um Erdgas und Öl zu fördern.

Neben dem Elbtal sollten bei dem bis 10. Juli dauernden Treffen in Québec auch die anderen 29 Welterbe-Stätten überprüft werden, die derzeit auf der Roten Liste stehen. Zudem liegen dem Gremium 41 Anträge auf Anerkennung als neues Welterbe vor. So hofft Berlin darauf, für sechs Wohnsiedlungen aus den 20er Jahren den begehrten Titel zu bekommen. Zuletzt war für Deutschland 2006 die Altstadt von Regensburg in Bayern aufgenommen worden, die als besterhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands gilt.

DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Kanada Dresdner Welterbetitel auf dem Prüfstand

In Québec tagt das Unesco-Welterbekomitee, um über die gefährdeten Welteerbe-Stätten zu beraten. Auch das Dresdner Elbtal ist auf der Roten Liste: Die Flusslandschaft könnte wegen der umstrittenen Waldschlößchenbrücke das begehrte Gütesiegel verlieren. mehr...

Unesco Start ins Jahr des Planeten Erde

Die Unesco hat das "Internationale Jahr des Planeten Erde" ausgerufen. Rund um den Globus soll es in den nächsten zwölf Monaten tausende Projekte geben - mit dem Ziel, den Klimawandel und andere Herausforderungen zu bewältigen, und die Erde zu einem sicheren und gesunden Platz zu machen. mehr...

Dresden Waldschlößchenbrücke kommt

Auch die Kleine Hufeisennase kann die Dresdner Waldschlößchenbrücke nicht stoppen. Zwar hatten Naturschützer wegen dieser Feldermausart einen Baustopp der umstrittenen Brücke erwirkt, doch den hat nun ein Gericht aufgehoben. Damit wackelt nun auch der Status des Unesco-Weltkulturerbes. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston