Die Sonne scheint - und trotzdem bildet sich eine meterlange Schlange vor dem Museum. Das schafft nur Gerhard Richter: Seine Retrospektive wird gerade in Berlin gezeigt.
Der Run auf Richter ist ungebrochen. Trotz strahlenden Frühlingswetters strömten in den vergangenen Tagen Hunderte Kunstinteressierte in die Berliner Neue Nationalgalerie, um sich die große Werkschau von Maler Gerhard Richter anzusehen. Die Neue Nationalgalerie zeigt noch bis zum 13. Mai rund 130 Gemälde sowie fünf Skulpturen aus allen Schaffensperioden des Künstlers.
In die Auswahl war Richter eng eingebunden. "Wir wollten das Spannendste zeigen", sagte der 80-Jährige gut gelaunt, aber etwas wortkarg vor Journalisten und Fachpublikum. "Wir haben unser Bestes versucht."
In dem spektakulären Gebäude der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe sind - neben Ikonen der modernen Malerei wie "Betty" (1988) oder die "Lesende" (1994) auch viele abstrakte oder unbekannte Arbeiten. Der bedächtige Museen-Generaldirektor Michael Eissenhauer brach schier in Jubel aus: "Es ist cool, es ist super, es ist hinreißend - eine wunderschöne Ausstellung! Der eigentlich zu Beschenkende hat uns beschenkt."
Richter gilt als einer der wichtigsten - und der teuersten - Künstler der Gegenwart. Die spektakuläre Werkschau entstand in Zusammenarbeit mit der Londoner Tate Modern und dem Centre Pompidou in Paris.