François-Auguste-René Rodin - der Vordenker

12. November 2012, 07:14 Uhr

Der französische Bildhauer würde heute seinen 172. Geburtstag feiern. Mit seinen Skulpturen und Ansichten war er ein wichtiger Wegbereiter der Moderne. Google ehrt sein Leben und Schaffen.

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"Der Denker" ist eines von Rodins bedeutendsten Werken. Der Mann sinnt über den Tod, den Sinn des Lebens und das Schicksal der Menschen.©

Er scheiterte. Drei Mal. Um an der Ecole des Beaux-Arts angenommen zu werden, reichte es nicht. Dennoch wurde er einer der wichtigsten Bildhauer des 19. Jahrhunderts. Der Franzose François-Auguste-René Rodin wurde am 12. November 1840 in Paris geboren. Heute ehrt Google den Künstler zu seinem 172. Geburtstag.

Rodins Leben war bewegt, seine Werke herausragend. Mit der Skulptur "Der Denker", 1880 entstanden, schuf er sich ein Denkmal über den Tod hinaus. Der muskulöse Mann, der sein Kinn auf seine Faust stützt, sinnt über das Schicksal der Menschen nach und soll den italienischen Philosophen Dante Alighieri darstellen. Eigentlich posierte jedoch der Boxer Jean Baud, der sich meist im Rotlichtmilieu herumtrieb für die Plastik. Für Rodin war das kein Fauxpas.

"Das Hässliche ist schön", erkannte Rodin schon früh und war damit dem Denken seiner Zeit voraus. Mit seinen Skulpturen legte er den Grundstein für die moderne Bildhauerei. Seine Modelle ließ er stets nackt durch sein Atelier gehen, um ihre Bewegungen in Ton gearbeitet festzuhalten. So nah an der Natur und der Realität wie möglich.

Heirat mit 76 Jahren

Wendepunkt für seine Kunst war der Tod seiner Schwester. Er stürzte ihn in eine Lebenskrise und trieb ihn verstärkt zur Bildhauerei. Rodin reiste nach Italien, um Michelangelos Werke zu studieren, befreite sich von den Zwängen der Akademie-Lehre und polarisierte mit erotischen Zeichnungen. Denn es waren vor allem auch Frauen, die in seinem Leben eine große Rolle spielten. 1883 traf Rodin auf die Malerin und Bildhauerin Camille Claudel, die seine Muse und Geliebte wurde.

Ebenso unkonventionell wie seine Einstellung zur Kunst war die zur Ehe: Rodin heiratete erst im Alter von 76 Jahren seine Lebensgefährtin Rose Beuret, die jedoch kurz danach an einer Lungenentzündung starb. Rodin selbst starb am 17. November 1917 in Paris. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem "Die Bürger von Calais", 1884, "Der Mann mit der gebrochenen Nase", 1864, und das "Höllentor", 1885. Sie stehen heutzutage für den Ausdruck einer modernen Denkweise und künstlerischen Schaffens.

Maren Meyer
 
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