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24. Juni 2008, 15:39 Uhr

Die martialische Liebhaberei des Peter T.

Eines der umstrittensten Kulturprojekte der jüngsten Zeit, das "Internationale Maritime Museum" in Hamburg, das jetzt eröffnet wird. Die einen feiern es als seefahrtsgeschichtliche Sensation, die anderen kritisieren es als "Anlaufstelle für Neonazis". stern.de ließ es sich vom Initiator zeigen. Von Christian Weiß

Der Anfang der Sammelleidenschaft: Schiffsmodelle im Maßstab 1:1250© Roland Magunia/ddp

Ohne Peter Tamm wäre das "Internationale Maritime Museum" nicht denkbar. Ein Leben lang hat der Marine-Experte gesucht, gehortet, recherchiert und katalogisiert. Nun hat er sich einen Lebenstraum realisiert - mit einem Museum für seine Privatsammlung, die laut Tamm "größte der Welt zur Schiffahrts- und Marinegeschichte".

Peter Tamms Leidenschaft für die Schifffahrt begann bereits im Kindesalter, seine Mutter schenkte ihm im Alter von sechs Jahren 1934 sein erstes Modell, "ein Küstenmotorschiff, Maßstab 1:1250, sehr exakt gebaut, aus dem Kinderparadies Eppendorfer Landstraße", sagt Tamm und erzählt im nächsten Atemzug vom "Wir-Verhältnis" seiner Familie zum Hafen und zur See. Vater und Großvater waren bei der Marine. Und im Krieg.

Marineblau ist Peter Tamms Farbe, die See seine Liebe. Die Karriere im Springer-Verlag stattete Tamm mit dem nötigen Kleingeld aus, seine persönliche Sammlung nach und nach zu einer der umfassensten der ganzen Welt zu machen. Ihre schiere Größe ist ohne Zweifel beeindruckend. Peter Tamm sitzt im Büro des neuen, seines neuen "Internationalen Maritimen Museums". Ein in Ehren ergrauter Mann, der etwas Respektgebietendes an sich hat. Man kann sich vorstellen, dass so jemand gelegentlich auch Angst einflößen kann. Tamm raucht Zigarre, fixiert den Blick des Gegenübers und rattert Zahlen herunter: 27.000 Schiffsmodelle, 50.000 Konstruktionspläne von Schiffen, an die 5.000 Gemälde bedeutender Marinemaler, eine Vielzahl nautischer Geräte, Uniformen, Waffen, Möbelstücke, Porzellan, Silber und Grafiken sowie rund 1,5 Millionen Fotografien enthält seine Sammlung. Plus 47 Originalbriefe des englischen Admirals Horatio Nelson. Und die größte Sammlung von sogenannten Knochenschiffen – das sind von Gefangenen gefertigte Schiffsmodelle aus Tierknochen. Dazu das weltweit einzige Modell von Christoph Kolumbus' "Santa Maria" aus purem Gold.

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KOMMENTARE (5 von 5)
 
DoktorFaust (26.06.2008, 09:47 Uhr)
Bin gespannt, wann hier der erste Bericht
erscheint
http://www.ausstellungsberichte.de
Es scheint ja eine sehr polarisierende Ausstellung zu sein.
Heinrich Faust
Albimonte (25.06.2008, 16:46 Uhr)
Die Opfer haben keine Stimme.
Die Opfer hatten vor alllem KEINE SCHIFFE und haben deshalb vielleicht keinen Platz in der Sammlung von Schiffsminiaturen?!
Aber es fühlt sich ja so schön an, vollkommen sinnentfremdet noch seinen kritischen, geschichtsbewußten und antichauvinistischen Geist zu masturbieren.
Huxley_82 (25.06.2008, 16:43 Uhr)
Meine Fresse
Lasst den Mann doch machen. Im Technikmuseum in Sinsheim steht auch nicht bei jedem Flugzeug, wie viele Menschen von diesem Flugzeug getötet wurden.
Warum kann man eine Sammlung nicht einfach als Sammlungsehen, sonder muss immer und immer wieder die Nazigeschichte auspacken und Moralapostel spielen? Zu einem Originalgetreuen WK2-Schiffsmodell gehören eben Hakenkreuze. Und das zu kommentieren ist sowas von überflüssig, jeder normale Mensch weiß, was im 2.WK passiert ist.
Aber manche Menschen interessieren sich eben einfach für die Technik, für das Design eines Schiffes. Das hat nix mit Nazi zu tun, sondern einfach mit interesse. So wie viele Menschen einen Lamborghini als schön empfinden, empfindet ein Schiffsliebhaber vielleicht die Bismarck als schön. Was solls?
jhp888 (25.06.2008, 16:24 Uhr)
tja
ich denke das es trozdem ein guter beitrag ist, Tamm hat eine einmalige sammlung der Stadt geschenkt und nun ist sie für jeden zugänglich, auch denke ich nicht das es norwendig ist bei schiffen großartig zu schreiben was mit ihnen verbrochen wurde da es immer menschen sind die soetwas machen nicht die schiffe....
wintersaint (25.06.2008, 16:21 Uhr)
Springer Verlag eben
wundert es hier wen? Schlagt doch mal die BILD auf, da weht genau solcher Geist raus
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