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4. Dezember 2007, 14:34 Uhr

Babybilder und Maleraffen

Der kürzlich verstorbene Maler Jörg Immendorff ist unzweifelhaft einer der bedeutendsten Maler der deutschen Nachkriegskunst. Eine Ausstellung mit rund 90 Gemälden ist nun in Duisburg zu sehen.

Künstler Jörg Immendorff verstarb am 28. Mai 2007 in Düsseldorf© Johannes Eisele/DDP

Eine Retrospektive mit rund 90 Gemälden aus 40 Schaffensjahren des Malers Jörg Immendorff (1945-2007) zeigt das Museum Küppersmühle in Duisburg. Die Werke des vor wenigen Monaten an einer schweren Nervenkrankheit gestorbenen populären Künstlers sind bis zum 2. März ausgestellt, teilten die Organisatoren am Montag in Duisburg mit. Die Präsentation sei noch zu Lebzeiten mit dem Maler vereinbart worden.

Die Werkschau umfasst das gesamte Motivspektrum im Schaffen des Düsseldorfer Akademie-Professors von seinen frühen "Babybildern" der 60er Jahre bis zu einer Reihe von Gemälden, die Immendorff angesichts seiner Krankheit nur noch mit der Hilfe seiner Assistenten vollenden konnten. Als seltsame Schattengestalten bevölkern die "Maleraffen" - Immendorffs satirisches alter ego - diese späten, titellos gebliebenen Leinwände. Mal scheinen die Affen die Bilderflut aus dem Atelier des Künstlers kehren zu wollen, mal stehen sie ratlos den vom Himmel rieselnden Bildern gegenüber.

Bühnenähnliche Bildräume entstanden während der 90er Jahre, die der Maler oft mit Künstlerfreunden bevölkerte: Joseph Beuys, Immendorffs Lehrer und lebenslanger "Gegenpart", ist ständiger "Gast" in dieser Bilderwelt wie beim Motiv "Painter as canvas" (1991).

Die Reflexion über die Kunst als Dauerthema des Düsseldorfer Künstlers ist an der in Duisburg präsentierten karikaturartigen Gemälde-Serie "Der Bildhauer im Maler ist sein bester Feind" aus den späten 80er Jahren ablesbar. "Langer Marsch auf Adler", ein mit Alltagsszenen gespickter, breiig dahinfließender Bundesadler, steht für Immendorffs langjährige kritische Beschäftigung mit dem Thema Deutschland.

DPA

 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
undjetztnochder (04.12.2007, 17:28 Uhr)
Naja,
Einer wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart? Armes Deutschland, arme Gegenwart. Vielleicht symptomatisch für beides. Dazu passt dann wohl, dass der Künstler an einer Nervenkrankheit gestorben ist... Komm ich nicht drauf klar, und gefällt mit überhaupt nicht, auch wenn ich mich damit in den Augen der selbsternannten Kunstexperten und sonstiger Besserwisser als Banause oute. Über Tote redet man nicht schlecht, und ein toter Künstler verkauft sich viel besser.
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