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Die unglaubliche Lee Miller: die modernste Frau der Welt

Model, Muse, Freigeist, Künstlerin, Kriegsberichterstatterin, Feministin, Mutter, Ehefrau, Kochbuchautorin. Die amerikanische Fotografin Lee Miller war ein brillanter Tausendsassa. Eine Ausstellung in Berlin zeigt ihr gnadenlos modernes Werk.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Lee Miller fotografiert von Man Ray

Man Ray: Portrait von Lee Miller, Paris, Frankreich, 1929

Als Miller 1929 nach Paris kam, wurde sie augenblicklich Man Rays Muse, Geliebte und Assistentin. Der Legende nach hat Man Ray diesen Abzug weggeschmissen, Miller hat ihn aus dem Müll geholt, den Hintergrund bearbeitet, so dass die Linie des Halses mehr hervorsticht, und fertig war das Kunstwerk.

Sie war eine Vorkämpferin, ohne sich je ums Vorkämpfen zu scheren. Das hat Lee Miller zur Ikone gemacht, die ihresgleichen sucht. Die vor allem als Fotografin und Surrealisten-Muse bekannt gewordene Amerikanerin war freier als die meisten ihre freigeistigen Künstlerkollegen, mindestens genauso hart im Nehmen wie die US-Soldaten, mit denen sie im Zweiten Weltkrieg in Deutschland einmarschierte, und kaum jemand reicht heran an Lee Millers brillant-scharfen Blick auf die Realität, in der die gefeierte Schönheit gleichzeitig immer auch eine künstlerische Überhöhung sah. Ihre Fotos sind Kunstwerk und gesellschaftlicher Kommentar zugleich.

Geboren 1907 in Poughkeepsie, im US-Bundesstaat New York, ging sie über alle Grenzen hinweg den Weg vom gefeierten Model, zur Muse und Assistentin von Man Ray, zur eigenständigen, progressiven Fotografin, zur Kriegsberichterstatterin, zur kochbegeisterten Mutter eines Sohnes. Von New York nach Paris, von Ägypten nach England, vom Schlachtfeld Europas zurück nach London.

Die Ausstellung "Lee Miller - Fotografien" im Gropiusbau in Berlin zeigt eine Auswahl ihrer Werke. Ihre Bilder amüsieren, schockieren und vor allem fordern sie heraus.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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