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Miniaturwunderland baut Mauer um Mini-Las-Vegas

"#Let The World Be Great Again" steht auf der etwa 1,60 Meter hohen Mauer, die das Hamburger Miniaturwunderland um ihr Mini-Las-Vegas gezogen hat. Die Anspielung auf Trumps Mauerpläne kommt nicht bei allen gut an.

Die Mauer um Las Vegas im Miniaturwunderland in Hamburg

Die Mauer um Las Vegas im Miniaturwunderland in Hamburg

"Wir wollen nicht politisch sein", sagte Gerrit Braun, der zusammen mit seinem Bruder Frederik das Miniaturwunderland in Hamburg gegründet hat und betreibt. "Aber wir bilden gern und auch mal mit einem Schmunzeln unsere aktuelle Zeit ab - und dazu gehört, dass man gesellschaftliche Schwingungen aufnimmt und den Zeitgeist darstellt." Etwas politisch sind sie dann aber schon geworden, als sie eine Mauer um ihr Mini-Las-Vegas zogen, sie mit Stacheldraht versahen und den Spruch "#Let The World Be Great Again" draufschrieben.

Auf ihrer Facebook-Seite wird die größte Modelleisenbahnanlage der Welt dann noch ein bisschen deutlicher: "Liebe Freunde in Amerika, baut bitte keine Mauer zwischen uns", heißt es dort auf Englisch. "Eure Freunde vom Miniaturwunderland." Dazu stellen sie Fotos von der Aktion.


Nicht allen gefällt das. "Völlig unnötige Aktion. Ich fände es besser, wenn das MiWuLa politisch neutral bleibt, denn schließlich möchte man die kleine Modellwelt einfach genießen und nicht mit Tagespolitik konfrontiert werden", kommentiert ein Nutzer. "Ich liebe euch, aber bittet haltet Politik aus Eurem wunderbaren Projekt heraus", findet ein anderer. Ob man denn auch die Mauer am Gazastreifen kritisieren möchte oder sich nur bei den USA traue, kritisch zu sein, will ein erboster US-Bürger wissen.

Mauer soll wieder eingerissen werden

Anderen wiederum gefällt die Aktion: "Wer die Welt in Miniatur nachbildet, darf auch auf die Schattenseiten hinweisen. Ich sehe es als klare Botschaft der Menschlichkeit", ist zu lesen. Ein Pressesprecher des Miniaturwunderlands spricht gegenüber dem stern von "90 Prozent positiven Reaktionen". Eine Gruppe Amerikaner habe mehrere Selfies vor der Wand gemacht. Auch er betont, dass die Mauer nicht als politische Botschaft verstanden werden soll.

Zunächst waren Fans aufgefordert worden, Bilder und Sprüche einzuschicken, um die Mauer noch zu verschönern. Von den Plänen sei man nun aber abgerückt. "Zum Wochenende" soll das Bauwerk wieder eingerissen werden. Denn dafür seien Mauern schließlich da.


fin mit Agentur/DPA

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