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"Frankreichs bester Sänger" Michel Delpech erliegt Krebsleiden

Er starb, "ohne jemals gealtert zu sein": Frankreich trauert um den Sänger Michel Delpech. Präsident Francois Hollande würdigte ihn schlicht als den "besten Sänger Frankreichs". Delpech war das französische Hippie-Idol schlechthin.

Der französische Sänger Michel Delpech schaut versonnen nach links

Hat im Alter von 69 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren: Michel Delpech, Idol vieler Franzosen

Der französische Sänger Michel Delpech ist tot. Der Musiker, dem es mit seinen nostalgischen Texten die besondere Atmosphäre der 60er- und 70er-Jahre einzufangen gelang, starb nach Angaben seiner Frau Geneviève am Samstagabend an Krebs. Das französische Hippie-Idol wurde 69 Jahre alt. Der französische Präsident François Hollande erklärte, Delpech sei "gestorben, ohne jemals gealtert zu sein".

Delpech war in den 70er-Jahren zum französischen Hippie-Idol aufgestiegen. Mit Liedern wie "Les divorcés" und " un flirt" dokumentierte der Musiker den gesellschaftlichen Wandel in dieser Zeit - von der Abkehr vom traditionellen Familienbild über die Landflucht bis hin zum Umweltschutz. Auch mit den Liedern "Chez Laurette" und "Quand j'étais chanteur" fing der Mann mit der sanften Stimme die Atmosphäre dieser Jahre ein.

"Seine Lieder berührten uns"

Hollande würdigte Delpech am Sonntag als einen "der besten Sänger" . "Seine Lieder berührten uns, weil sie von uns erzählten. Von unseren Gefühlen wie unseren Herausforderungen", erklärte der Staatspräsident. Delpech habe wie kein anderer die 70er-Jahre zum Ausdruck gebracht und sei "niemals aus der Mode" gewesen.

Pascal Nègre von der Plattenfirma Universal Frankreich lobte den Künstler als einen "Dichter, der vom Leben der Menschen erzählte". Delpech sei ein außergewöhnlicher Musiker und ein "fesselnder Mensch" gewesen. "Delpechs Stärke ist es, dass er immer bei uns sein wird."

Buch über Kampf gegen den Krebs

Der Sänger wurde im Januar 1946 in Courbevoie, einem Vorort von Paris, in eine bescheidene Familie geboren. Seine friedliche Kindheit beschrieb er einmal als "sanft und einfach". Ab Mitte der 60er-Jahre veröffentlichte er Songs und brachte ein erstes Album heraus. Ende der 70er-Jahre stürzte ihn die Trennung von seiner Frau in eine tiefe Depression, die mehrere Jahre anhielt. Er suchte Trost im Hinduismus und Antworten bei Wahrsagern und in der Psychoanalyse.

Im Jahr 1992 lernte er Geneviève kennen, die ihm zurück ins seelische Gleichgewicht half. Delpech verehrte die Beatles und die Beach Boys, Neil Young und den australischen Musiker Nick Cave. Der Musiker war auch als Autor tätig. In seinem Buch "Vivre!" (Leben!), das im März vergangenen Jahres erschienen war, beschrieb er seinen Kampf gegen einen Kehlkopfkrebs und seine Angst, nicht mehr singen zu können. Nach Angaben seiner Familie wurde Delpech zuletzt in einem Krankenhaus im Pariser Vorort Puteaux betreut.

dho/AFP

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