Wie Detroits Musik die USA veränderte

21. Juli 2013, 16:40 Uhr

Die 1959 gegründete Plattenfirma Motown machte schwarze Musik für ein weißes Publikum. Damit veränderte sie die rassistische US-Gesellschaft. Heute spielen Motown-Künstler für US-Präsidenten. Von Carsten Heidböhmer

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Im Januar 1959 lieh sich der vormalige Profi-Boxer Berry Gordy 800 Dollar aus, um ein eigenes Plattenlabel zu gründen. Ohne es zu wissen, legte er damit den Grundstein zu einer Erfolgsgeschichte, die weit über die musikalische Bedeutung hinausreicht. Im Amerika der Rassentrennung brachte Motown als eine der ersten Plattenfirmen schwarze Musik zu einem weißen Publikum. Gordys Trick: Er glättete den rauen Soul und legte Wert auf eingängige Melodien. Auf diese Weise schafften es zwischen 1961 und 1971 unfassbare 110 Motown-Songs in die amerikanischen Top Ten.

In seinen Hochzeiten produzierte Motown Hits wie am Fließband - die Arbeitsweise ähnelte derjenigen der großen Autofabriken in Detroit. Feste Komponisten-Teams wie das Trio Holland-Dozier-Holland entwickelten die Songs. Das Studio war bis zu 22 Stunden am Tag geöffnet, und die Hausband The Funk Brothers spielte für alle Künstler des Labels. Der erste Nummer-Eins-Hit hatte Motown 1961 mit "Please Mr. Postman" von den Marvelettes. Ein Song, den auch die Beatles später covern sollten.

Die erfolgreichste Gruppe waren die Supremes um Lead-Sängerin Diana Ross (Mitte), die in den 60er Jahren zwölf Nummer-Eins-Hits hatten, darunter "Baby Love", "Stop! In the Name of Love", "I Hear a Symphony", "You Can't Hurry Love" und "You Keep Me Hangin' On".

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