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"Billige Theatralik" - rumänischer Teilnehmer erhebt Vorwürfe gegen ESC-Sieger

Er sang beim Eurovision Song Contest in Kiew "Yodel it" und wurde damit Siebter: Der rumänische ESC-Teilnehmer Alex Florea erhebt jetzt massive Vorwürfe gegen den ESC-Sieger Salvador Sobral aus Portugal. Dieser sei ein Trickser.

ESC 2017

Ilinca feat. Alex Florea (l.) aus Rumänien belegten Platz sieben, der Portugiese Salvador Sobral gewann den ESC 2017

Es war ein grandioser Sieg. Sowohl Jurys als auch die Telefonanrufer wählten Salvador Sobral aus Portugal am 13. Mai in Kiew zum Gewinner des Eurovision Song Contest 2017. 758 Punkte - noch nie hatte ein Teilnehmer so viele Zähler erreicht. Sobral überzeugte nicht nur mit seinem Song, sondern auch mit seinem einzigartigen Auftritt. Ein Sieger der Herzen. Doch mit seiner Dankesrede, bei der er sich verächtlich über die Konkurrenz geäußerte hatte, machte sich der Lissabonner nicht nur Freunde.

Nachdem am vergangenen Dienstag bereits der schwedische ESC-Teilnehmer Robin Bengtsson auf Konfrontationskurs mit Sobral gegangen war, legt nun der rumänische Kandidat nach. Alex Florea, der zusammen mit Ilinca in Kiew die Spaßnummer "Yodel it" gesungen hatte, wirft dem Portugiesen vor, durch "billige Theatralik" zu seinem Sieg gekommen zu sein.


"Salvador hat keine Herzprobleme, er hat's am Kopf"

"Die haben Marketingstricks benutzt, um zu gewinnen, wie das in unseren Talentshows auch passiert", sagte er im Interview mit der rumänischen Tageszeitung "Adevarul". Das Gespräch ist auch als Livestream abrufbar. Florea bezichtigt den ESC-Sieger, seine Krankheit nur vorgetäuscht zu haben. "Diese Geschichte hat funktioniert, die Leute haben sie geschluckt", sagte der rumänische Sänger. Sobral fehlte bei den ersten Proben in Kiew. Wie sein Management verlautbarte, wegen einer Herzkrankheit. "Salvador hat keine Herzprobleme, er hat's am Kopf", sagte Florea verächtlich.

"Der Portugiese hat eine Rolle gespielt, das ist das, was ich glaube", führte der Rapper weiter aus. Er wirft Sobral vor, "billige Theatralik" benutzt zu haben. "Darum bin ich so zynisch." Viele Menschen hätten Probleme, aber sie würden sie nicht ausschlachten, um zu gewinnen. Als er an Talentshows teilnahm, habe er selbst einige Probleme gehabt, diese aber niemals taktisch eingesetzt.

Sobral kritisierte "Fast-Food-Musik ohne Inhalt"

Die heftige Kritik ist offenbar eine Retourkutsche auf Salvador Sobrals Dankesrede nach dem ESC-Sieg. "Wir leben in einer Welt völlig austauschbarer Musik - Fast-Food-Musik ohne jeden Inhalt", hatte der 27-Jährige nach seinem Sieg am Samstagabend in Kiew gesagt. "Musik ist kein Feuerwerk", kritisierte der 27-Jährige. Zwar erwähnte der Portugiese andere Beiträge im Wettbewerb nicht gezielt, aber er brachte klar zum Ausdruck, dass Nummern wie "Yodel it" für ihn keine ernst zu nehmende Musik seien. Bei dem rumänischen Beitrag jodelte Sängerin Ilinca, während Florea rappte.

Die Vorwürfe Floreas haben ein geteiltes Echo hervorgerufen. Zum einen, weil er falsche Behauptungen aufstellt. Es stimmt nicht, dass Sobral keine Interview in Kiew gab und nicht für Selfies mit Fans zur Verfügung stand. Es ist auch nicht richtig, dass der Portugiese seine Krankheit ausgeschlachtet habe. Auf Fragen dazu antwortete er stets schmallippig, von sich aus sprach Sobral das Thema niemals an. Zum anderen, weil Florea Sobral mit der Aussage "er hat's am Kopf" beleidigt. Viele ESC-Anhänger fordern dafür eine Entschuldigung. Bislang ist sie ausgeblieben.


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