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"Sehr sportlich und sehr geil"

Die Dokumentation "Nina Hagen - Punk + Glory" will der berühmten Punk-Künstlerin ein Denkmal setzen - und schafft es doch nicht, ihr Geheimnis zu lüften.

Nein, keine neue Nina-CD, dafür aber ein liebevoller Blick auf das Gesamtkunstwerk Hagen inklusive Familie, Freunde, Fans und einem Haufen Verehrer (von Lemmy Kilmister von Motörhead über Thomas D. und Anthony Kiedis von den Red Hot Chili Peppers bis zu heiligen Kühen, Affen und Hund "Kali"). Sie alle lieben die deutsche Nina, das sagen sie, wenn sie können, gerne dreimal vor laufender Kamera, sie lieben die exzellente und exzentrische, die neurotische und wahrhaftige Nina Hagen. "Sehr sportlich und sehr geil", meint Christoph Schlingensief, der ja auch nur den deutschen Wahnsinn inszeniert.

Bunte Filmcollage

In den anderthalb Stunden dieser Doku (neuer Director's Cut 2005 mit Interview-Outtakes und Specials), die 1999 auf den Filmfestspielen in Berlin Premiere hatte, passiert genau das, was der Ausnahme-Künstlerin Nina Hagen überhaupt noch gerecht wird: Das Film-Denkmal des Pop-Kosmopoliten Sempel ist eine Collage aus all den Farben, Orten, Impressionen und Emotionen, die etwas über die "Mutter von Punk" (Udo Lindenberg) erzählen, ohne ihr Geheimnis zu verraten.

Natürlich gibt es die stille neben der schrillen Nina, die dramatische neben der ironischen Nina, sie spielt UFO und hängt die Wäsche auf, sie singt Koloratur in Alt und Blödsinn auf der Straße. Nina Hagen, die dieses Jahr 50 geworden ist, bleibt das mit viel Liebe inszenierte Mysterium, von dem auch wir immer noch mehr wissen wollen: oft intensiv, manchmal idiotisch, und vergesst bitte nicht, "alles ist ein Spiel". Sagt sie selbst am Anfang und am Ende des Films. Ave Nina!

Frank Sawatzki/AP

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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