
Lassen die Korken knallen: Lena und Stefan Raab© Jörg Carstensen/EPA
"Ich glaube, ich bin nicht stark genug, um den lange zu halten", waren die ersten Worte der frisch gebackenen Königin des Eurovision Song Contest, als sie von Alexander Rybak, dem Vorjahressieger, den gläsernen Eurovisions-Pokal überreicht bekam. Die sonst so taffe 19-Jährige stand mit Tränen in den Augen da. "Muss ich jetzt noch einmal singen?", fragte sie. Unter einem Meer aus Schwarz-Rot-Gold stimmte sie dann noch einmal das Siegerlied an und die gesamte Arena fiel ein: "Love, oh, love, I gotta tell you how I feel about you!" Minuten, nachdem die Show vorbei ist, wurde Lena noch immer umjubelt gefeiert.
Einer stolzierte gar mit einer Deutschlandfahne die Bühne entlang und genoß den Augenblick. Es war Stefan Raab, und die Szene erinnert an Franz Beckenbauer, als dieser 1990 für Deutschland die Weltmeisterschaft gewonnen hatte und sichtlich gerührt und zufrieden die Arena in Rom abschritt. Und prompt rief jemand: "Stefan, du bist unser neuer Beckenbauer." Und in der Tat, Lenas Triumph dürfte der größte Moment für denjenigen sein, dem Deutschland die Entdeckung Lena Meyer-Landruts zu verdanken hat: Stefan Raab. "Ich bin total geschockt", sagt er hinterher auf der Pressekonferenz über den Sieg seines Schützlings. "Aber Deutschland kann sich selbst auf die Schulter klopfen, denn schließlich haben die deutschen Fernsehzuschauer Lena unter vielen Bewerbern selbst ausgesucht."
Und schon am Sonntagnachmittag werden sich alle Lena-Fans dafür ihre Belohnung abholen können. Denn die Party geht heute in Hannover weiter. Um 15.10 Uhr wird Lena in ihrer Heimatstadt landen und anschließend vor dem Rathaus empfangen werden. Und die Hannoveraner müssen sich wahrscheinlich mit dem Gedanken anfreunden, im Ausland nicht mehr die Stadt der Scorpions, sondern von Lena zu sein.
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