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8. Mai 2007, 12:23 Uhr

"Einen Sieg kann man nicht voraussagen"

Roger Cicero

Beim Eurovision Song Contest in Helsinki will Cicero ausnahmsweise mal ganz in Weiß auftreten© DDP

Wie gehen Sie damit um, dass in den Medien soviel über Sie geschrieben wird? Blenden Sie das aus - oder wollen Sie alles wissen, was über Sie in den Zeitungen steht?

Ich kriege immer mal mit größeren Abständen Pressespiegel. Die lese ich nicht, weil mir das zu lange dauert. Ich kuck ab und zu so mal im Internet, das ist eher mein Medium.

Sie blättern die Zeitungen nicht nach Ihrem Namen durch?

Das mache ich gar nicht. Aber ab und zu lese ich mal Sachen, die mich sehr stören. Manches ist schon sehr böswillig geschrieben. Und mit solchen Sachen muss man lernen umzugehen. Das kannte ich bisher nicht. Ich musste mich an den Zustand gewöhnen, nicht antworten zu können.

Ihr Vater wollte ursprünglich, dass Sie etwas Anständiges lernen und Anwalt werden. Gleichzeitig hat er aber immer Ihre musikalische Karriere unterstützt.

Ja, als ich mich entschlossen habe, Musiker zu werden und zu studieren, hat er mich unterstützt. Davor hat er immer schon doch versucht, mir das auszureden.

Warum wäre aus Roger Cicero kein guter Jurist geworden?

(lacht). Ich glaube, ich bin zu ehrlich.

Sie haben über Ihren Vater, den Jazzpianist Eugen Cicero, viele Kontakte gehabt. Trotzdem haben Sie sich aber bei Ihrer musikalischen Karriere wirklich so von unten hochgespielt. Warum haben Sie nicht den einfacheren Weg gewählt und haben einfach ein paar Nummern angerufen, die Ihnen gleich einen Plattenvertrag hätten geben können?

Es war nicht so, dass mir das überhaupt nicht in den Sinn gekommen ist, aber ich habe mich mit solchen Kontakten immer sehr blöd angestellt. Deswegen war es für mich sehr wichtig, mich als Künstler erst mal irgendwo zu finden. Ich konnte nur durch ganz viel Spielen herausfinden, was mir wichtig ist.

Ihre Kunst ist zunächst einmal das Resultat von harter Arbeit.

Auf jeden Fall. Bei den Konzerten sind die Leute extrem begeistert, dass da echte Musiker stehen und die spielen. Man hört ein Instrument und sieht gleichzeitig einen Musiker, der es bedient. Es ist wirklich sehr ehrlich und unmittelbar, was da passiert.

Ihr Großvater väterlicherseits war rumänisch-orthodoxer Priester. Ist davon irgendwas an Religiosität in Ihrem Leben hängen geblieben?

Ich bin kein sehr religiöser Mensch. Es gibt immer irgendeinen Punkt in Religionen, wo es auf mich befremdlich wirkt. Aber ich würde mich für einen spirituellen Menschen halten.

In Ihrem Leben haben Sie durchaus eine spirituell-asketische Seite. Sie rauchen seit einigen Jahren nicht mehr, treiben regelmäßig Yoga, essen kein rotes Fleisch. Sie wohnen immer noch in einer 50-Quadratmeter-Wohnung.

Das stimmt. Aber inwieweit das jetzt auf meinen Großvater zurückzuführen ist, das weiß ich nicht.

Es scheint Ihnen jedenfalls nicht sonderlich wichtig, Ihren Erfolg sofort in Statussymbole umzuwandeln.

Ich kaufe mir schon auch mal schöne Sachen, so ist es nicht, aber es ist nicht meine oberste Priorität. Mein Seelenfrieden hängt davon nicht ab. Ich weiß, dass ich ihn mir damit auch nicht kaufen kann.

Wie Udo Lindenberg sieht man Sie eigentlich nie ohne Hut. Hat das bei Ihnen gleiche Gründe wie bei Lindenberg?

Ich weiß ja nicht, wie es bei Udo Lindenberg unter dem Hut aussieht, ich weiß nur wie es bei mir unter dem Hut aussieht und ich glaube, es ist nicht ganz so wie bei Udo. Es ist mittlerweile zu meinem Markenzeichen geworden. Das Angenehme ist: Wenn ich ohne Hut unterwegs bin, werde ich weniger erkannt. Das ist ganz herrlich.

DVD-Tipp

DVD-Tipp Roger Cicero war schon lange im Geschäft, doch erst als er anfing, Swing mit deutschen Texten zu singen, stellte sich der große Erfolg ein: Das Album "Männersachen" stand monatelang in den Charts; auf der parallel laufenden Tournee eilte Cicero von einem Triumph zum nächsten. Der Live-Mitschnitt seines Konzertes in der Alten Oper in Frankfurt am 23. März ist nun auf DVD erschienen. "Männersachen - Live!" transportiert die Atmosphäre dieser Tour in die heimischen Wohnzimmer.

Interview: Carsten Heidböhmer
Seite 1: "Einen Sieg kann man nicht voraussagen"
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KOMMENTARE (3 von 3)
 
Twipsy (09.05.2007, 18:49 Uhr)
Doch...
man kann es voraussagen: letzter Platz! Ganz klar. Habe neulich zum ersten Mal 30 Sekunden dieses Liedes gehört, da hilft nur "den Hodensack in kaltes Wasser hängen"!
tagora-sagittara (09.05.2007, 08:46 Uhr)
Ich wünsch mir nen Kropf,...
und das diese lächerliche Massenverdummungsfarce endlich aus dem europäischen Fernsehen verschwindet.
Ninichan (08.05.2007, 15:11 Uhr)
Loser
Und wieder werden wir untergehn...
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