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30. Mai 2008, 09:58 Uhr

"Das war eine komische Geschichte"

Also gab es doch einen "Plan B"?

Nicht wirklich. Gut, vielleicht hätte ich mich irgendwann vernunftgemäß gegen die Musik entscheiden müssen. Aber ich habe immer für ein Leben als Musiker gekämpft. Und jedes Mal auch einen auf den Kopf gekriegt. Meine Meinung ist, dass es für neue Bands einfach zu schwierig ist, eine so große Fan-Base zu entwickeln, dass sich Plattenfirmen für einen interessieren. Wir haben auch diverse Newcomer-Wettbewerbe mitgemacht wo man 70 Euro Startgebühr zahlen musste. Das ist so ein Humbug. Da kann ich nur jeder Band empfehlen: Bitte nicht bewerben. Das bringt nichts.

Was würden Sie jungen Bands im Rückblick denn empfehlen?

Erstens sollte man sich grundsätzlich immer die Frage stellen: Will man Musik machen? Und dafür alles aufgeben? Und das gemeinsam durchziehen? Oder lässt man es lieber bleiben.

Und wenn man sich für Ersteres entscheidet?

Dann sollte man das auch durchziehen. Aber das ist eben wirklich schwierig. Weil man kaum Geld verdient, jede Menge Zeit investieren muss und sich niemals sicher sein kann, dass der Erfolg wirklich kommt. Jeder hat so seine Vorstellungen im Leben.

Wie sind die Reaktionen aus der Recklinghäuser Musikszene? Die Bands, die Sie noch von früher kennen - was sagen die zu Ihrem DSDS-Erfolg?

Ja, also die Recklinghäuser Bands sind ja alle eher so Richtung Metal-Core, Punk und Rock'n'Roll. Aber sie sind begeistert. Überrascht. Die stehen hinter mir.

Interview: Andrea Ritter
Seite 1: "Das war eine komische Geschichte"
Seite 2: Also gab es doch einen "Plan B"?
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
ullale (31.05.2008, 16:53 Uhr)
Dankeschön
Ich möchte mich vollinhaltlich den Ausführungen von claupau (30.05.08 -11.54 Uhr) anschließen:
"Danke...
... für einen Artikel jenseits des seichten Boulevard-Journalismus
... dafür, daß Sie sich entschieden haben, nicht einen "Star", der keiner sein will, zu interviewen, sondern einen Musiker, der genau das mit Leib und Seele ist!"
Toll kommentiert - ebenso wie ihr Artikel recherchiert und geführt. Dafür noch einmal: Dankeschön!
MisterBrezeldent (30.05.2008, 15:02 Uhr)
Entschuldigung...
Hallo nochmal. .... Also ich hätte da einen sinnvollen Vorschlag für all die Heimsuchungswilligen hier. Wie wäre es denn mit einem medizinischen Grundstudium und der weiteren Spezialisierung zum Facharzt für Augenheilkunde. Sie könnten dann zusammen mit Herrn Polen in aller Ruhe nach dem Grauen und dem Grünen Star suchen ... ohne für einigermassen geradeausdenkende Mitbürger die Flimmerkiste zuzumüllen. Wäre eine echte Wohltat - nicht nur für die Ohren, sondern sogar auch fürs Auge.... Nö? War ja auch nur so eine Idee.
claupau (30.05.2008, 11:54 Uhr)
Danke...
... für einen Artikel jenseits des seichten Boulevard-Journalismus
... dafür, daß Sie sich entschieden haben, nicht einen "Star", der keiner sein will, zu interviewen, sondern einen Musiker, der genau das mit Leib und Seele ist!
Wie man sieht, kann man so gut vorbereitet wie Sie ein Interview mit Substanz und viel Informationsgehalt zu Stande bringen - davon könnten sich andere Journalisten gerne eine Scheibe abschneiden!
paulali (30.05.2008, 11:27 Uhr)
ich wünsche
Ich finde, Thomas ist einfach ein guter Typ und ich wünsche ihm ganz viel Erfolg, ganz viel Spass weiterhin und viel Geld !!
Feli2008 (30.05.2008, 11:10 Uhr)
Wohltat!
Endlich einmal ein Interview, dass sich aus dem Boulevarjournalismus der letzten Wochen zum Thema TG wohltuend hervorhebt. Hier geht es nur um das Wesentliche - um die Musik! Ich denke, auch für Thomas Godoj war es ein Highlight, endlich einmal über das reden zu dürfen, was ihm schon immer am Herzen gelegen hat, nämlich Musik machen! Ich wünsche ihm viel Erfolg und drücke ihm die Daumen, dass seine Fans auch nach einem Jahr hinter ihm stehen. Denn verdient hat er sich diesen Erfolg allemal nach den vielen Jahren harter Arbeit in diesem Genre.
Der Stern Verlag danke ich für dieses Interview!
rudipups (30.05.2008, 11:03 Uhr)
Fairness ist nicht immer selbstverständlich !
Danke für einen Artikel, der fair, respektvoll und mit sachlichem Hintergrund geführt worden ist. Dieses sind nach meinen Erfahrungen der letzten Tage Werte, die nicht immer bei deutschen Journalisten hoch gehalten werden. Da wird dann Höfflichkeit, Bodenständigkeit und Anstand als langweilig, miesepetrig und uninteressant hingestellt.
Thomas Godoj spaltet die Nation - und das ist gut so. Über Geschmack sollte man nicht streiten, nicht jeder muß alles mögen. Aber, jeder Künstler hat eine faire Chance verdient. Und es sollte nicht über die gelästert werden, die ihn als Fans unterstützen. Wer ihn nicht mag, kann wegsehen und seine Fans werden ihm hoffentlich in einem Jahr noch genauso zujubeln können.
laketahoe (30.05.2008, 09:58 Uhr)
@Clamaria
Von mir aus kann jeder hören, was immer gerade gefällt, auch wenn mir bei dieser Musik schlichtweg die Ohren abfallen und letztendlich auch so was wie Abba nach heutigen Maßstäben nur lustiger "Primitvpop" ist.
Ich wollte an dieser Stelle nur festhalten, dass sehr wohl Talent und Können in Castingshows zu beobachten sind; und dass dieser Abgesang auf die Castingshow-Produkte, ganz besonders dann, wenn er von irgendwelchen groß gewordenen Schülerbands und den sonstigen üblichen Verdächtigen kommt, einfach lächerlich ist.
Konkret: Wenn Judith Holofernes oder Nena über Linda aus DSDS lästern wollten, dann sollten sie erst mal ihre eigenen Hausaufgaben machen. Grausam, wer hier aller groß wird!
Soviel noch zur latent abwertenden Haltung den Castingprodukten gegenüber.
Und so gut wie Godoj singt hierzulande im U-Bereich bisher auch niemand. Aber Stimmen und erst recht Songs sollen selbstverständlich Geschmackssache bleiben.
Clamaria (30.05.2008, 09:57 Uhr)
Also.....
1. Ich mag TG
2. Ich gönne ihm seinen Erfolg und bin nicht neidisch.
Ich glaube aber, dass das inflationäre Produzieren von Songs und Alben nicht viel bringt. So.
Sublucem (30.05.2008, 09:48 Uhr)
Bitte draußen bleiben ;)
Wer es nicht mag, der hört eben nicht hin. Kinder, wo bleibt die gute Erziehung, oder liegt es an der Anonymität des Netzes. Rennt man als Tennis-Fan in die nächste Sitzung des örtlichen Fußballvereins um zu sagen, wie doof man Fußball findet?
Leute, Leute, Leute... Meinungsfreiheit ist schön und gut, aber dazu gehört auch, dass man nicht ständig mit dem Frust des anderen konfrontiert wird ;)
Felsen2000 (30.05.2008, 09:42 Uhr)
Klasse!
1. So sollte ein Interview sein! Man merkt, dass sich die Journalistin auf ihren Gesprächspartner vorbereitet hat. Eigentlich eine Selbstverständlichkiet. Eigentlich...
2. Wer TG nicht mag, muss ihn nicht anhören. Auch im Radio kann man nötigenfalls den Kanal wechseln.
3. Wer TG als Rhetortenmusiker bezeichnet, ist eindeutig ahnungslos. TG hat jahrelange Musik- und Bühnenerfahrung und entstammt der vielfältigen Musikszene des Ruhrgebietes. Damit ist TG das genaue Gegenteil eines "Rhetortenmusikers"; ganz im Gegenteil hat sich TG hochgearbeitet und entwickelt. Jeder kann das anhand der alten Aufnahmen auf YouTube selbst nachvollziehen.
4. Godoj ist nicht DSDS. TG kann nichts für DSDS, er hat das weder erfunden noch produziert. Er hat das nur als Spungbrett verwendet und daran ist ja wohl nichts verwerfliches.
MfG Frank
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