Die dritte "DSDS"-Staffel sah bis zum Ende einen engen Kampf zwischen den beiden Favoriten Mike Leon Grosch und Tobias Regner, den Letzterer knapp für sich entscheiden konnte. Nach dem Sieg durchlebte Regner die typischen Karriere-Stationen eines Casting-Siegers: Die Debütsingle "I Still Burn" brachte es noch an die Spitze der Charts - und das obwohl eine "DSDS"-Siegersingle zum ersten Mal ohne Beteiligung von Bohlen entstand. Danach ging's dann rapide bergab: Die Nachfolgenummer "She's so" schaffte es nur auf Platz 38, die dritte Single strandete auf dem 46. Platz. Danach gab's immerhin zwei Nominierungen für den Echo 2007 - und dann war seine Plattenkarriere erst einmal beendet. Gab der Mann aus dem bayerischen Teisendorf in den "DSDS"-Mottoshows noch den selbstbewussten Metalfan mit sonorem Timbre, hatten sich Verve und Biss fürs Haifischbecken Popbranche schnell erledigt. Inzwischen geht der Sänger jedoch seinen eigenen Weg: Am 30. April 2010 erscheint "kurz unsterblich", das erste Album seiner neuen Band RegneR.
Wenn sich zwei Männer zugeneigt sind, kann das eine gute Basis für gemeinsamen Erfolg sein. So wie bei Mark Medlock und Dieter Bohlen: Den Gewinner der vierten Staffel "Deutschland sucht den Superstar" verband von Anfang an eine geradezu rührende Männerfreundschaft zu dem Poptitan, die nach dem Finale skurrile Züge annahm. Bohlen und Medlock sangen gemeinsam im Duett wie zu schlimmsten Modern-Talking-Zeiten. Eine "Dieter"-Kette hat sich Medlock zwar nie umgehängt, trotzdem schoss seine von Bohlen produzierte Siegessingle auf Platz eins. Medlocks zweites Album "Dreamcatcher" schaffte es 2007 dank Bohlen auf Platz zwei der deutschen Albumcharts und bekam zudem Platin. Sein Album "Club Tropicana" aus dem Jahr 2009 erreichte immerhin noch Platz drei. Und die Musikkarriere ist - Bohlen sei dank - noch lange nicht zuende: Gerade erst ist seine neue Single "Real Love" erschienen, im Mai folgt dann das Album "Rainbows End". Damit ist Medlock schon jetzt der erfolgreichste "DSDS"-Teilnehmer aller Staffeln.
Aus dem Ruhrpott in die Stars-und-Sternchen-Welt? Von Hartz IV zur großen Kohle? Zumindest ist Thomas Godoj seinem Traum näher gekommen als einige seiner Vorgänger. Die erste Single des Gewinners der fünften Staffel schlug ein wie eine Bombe: Sein Song "Love is you" verdrängte sogar Bohlens Protegé Mark Madlock von der Spitze der deutschen Single-Charts. Und sein neu errungenes Rockstar-Leben will der 30-Jährige auf keinen Fall wieder hergeben. Beim deutschen Musikpreis "Echo" 2009 setzte sich der Schmuserocker in der Kategorie "Bester Newcomer National" gegen Peter Fox, Stephanie Heinzmann und Michael Hirte durch. Aber auch wenn ihm das Schicksal einer Elli Erl widerfährt, die trotz des Gewinns der zweiten Staffel in der Versenkung verschwunden ist, wird der Recklinghäuser DSDS wohl in guter Erinnerung behalten: Während der Show vereinigte er sich wieder mit seiner Ex-Freundin Jennifer O. und am 3. Januar 2009 wurde er stolzer Papa. Seine kleine Tochter heißt Lynn Jennifer Godoj.
Deutschlands aktueller Superstar: Daniel Schuhmacher gewann die sechste Staffel. Wie Alexander Klaws ist er Typ profilloses Milchgesicht, der artig Dieters Lieder singt. Doch selbst der Poptitan rät, Schuhmacher könnte noch ein paar Ecken und Kanten gebrauchen, wenn er es weit schaffen will. Immerhin ist Schuhmacher inzwischen von Pfullendorf nach Berlin gezogen, wo er Medienberichten zufolge ein Luxus-Loft am Alexanderplatz bewohnt, das Angelina Jolie und Brad Pitt 2006 nach eigenen Wünschen umbauen ließen.
Im Finale musste sich Sarah Kreuz ihrem Kontrahenten Daniel Schuhmacher nur ganz knapp geschlagen geben. Doch für eine Solo-Karriere reichte es nicht: Weder ihre Single "If One Bird Sings" noch das Album "One Moment in Time" verkauften sich sonderlich gut.
Im Laufe der sechsten Staffel wurde klar, dass sich der einstige Gesangswettbewerb "DSDS" immer mehr in Richtung einer inszenierten Seifenoper entwickelte. Und Annemarie Eilfeld beherrschte dieses Spiel perfekt. Sie gab sich als durchtriebener Vamp und setzte ihre Reize kalkuliert ein. RTL verpasste ihr das Image "Super-Zicke" - und die blonde Sachsen-Anhaltinerin spielte mit. Denn so konnte sie ihre stimmlichen Defizite kaschieren. Dennoch reichte es nur für Platz drei. Im Oktober 2009 kamen dann auf ihrer Homepage ganz neue Töne: "Annemarie Eilfeld setzt auf Qualität statt Schnellschuss" heißt es da. Und weiter: "Während es bei vielen Ex-DSDS-Kandidaten üblich ist, durch den kurz erlangten Ruhm die 'schnelle Mark' mitzunehmen, um danach von der Bildfläche zu verschwinden, (...) ist Annemarie Eilfeld nach wie vor akribisch damit beschäftigt, an den Stücken für ihr neues Album zu arbeiten". Ein Album wird für das erste Quartal 2010 angekündigt. Bislang ist noch nichts erschienen - man darf gespannt sein.