
Meryl Streep spielt die Hauptrolle in der Verfilmung von "Mamma mia!". Agnetha und Frida von ABBA freut's© Leif R. Jansson/EPA
Spätestens mit der Premiere von "Mamma Mia!" am 6. April 1999 in London, auf den Tag genau 25 Jahre nach "Waterloo", lösten sich alle Bedenken in Luft auf: Das englische Publikum reagierte euphorisch, "Mamma Mia!" wurde sofort ein Hit. Schnell entstanden auf der ganzen Welt weitere Produktionen - in Deutschland funktionierte die Musical-Idee sogar mit deutschen Texten.
Ingesamt sahen bisher mehr als 30 Millionen Menschen "Mamma Mia!" und sorgten für mehr als zwei Milliarden US-Dollar Umsatz. Woche für Woche werden etwa acht weitere Millionen umgesetzt.
Das Musical befeuert nun wiederum den CD-Verkauf mit den alten Hits: Weltweit werden Tag für Tag ungefähr 3000 Abba-Alben verkauft - kein Wunder, dass Abba auch heute noch für den Musikkonzern Universal zu den wichtigsten Künstlern überhaupt gehören. Und der Geldstrom wird nicht versiegen: Jetzt, mit dem Start des "Mamma Mia!"-Films, Etat etwa 60 Millionen Dollar, wird die Musik von Abba ihren x-ten Frühling erleben. Und natürlich verdienen Benny Andersson und Björn Ulvaeus auch hier als ausführende Produzenten kräftig mit.
Und was machen die Komponisten mit all ihrem Geld? "Wir geben nichts aus. Wir sparen alles für schlechte Zeiten", scherzen Benny und Björn im stern-Interview (Heft 29/2008, S. 108). Und Benny Andersson fügt hinzu: "Genug Geld erleichtert das Leben. Ich hätte zwar auch ein Boot, wenn ich arm wäre, aber jetzt kann ich mir eben ein größeres Boot leisten. Das ist der Unterschied." So spricht einer, der schon im Jahr 2000 vermögend genug war, um ein unglaubliches Comeback-Angebot abzulehnen: Abba sollte wieder auf Tournee gehen - und dafür eine Milliarde Dollar bekommen.
Heute genießen Björn und Benny, Anni-Frid und Agnetha einen höchst komfortablen Vorruhestand. Benny, 61, ist nicht nur Eigentümer der Plattenfirma Mono Music, sondern auch Besitzer des schicken Luxushotels "Rival" im Herzen Stockholms. Er liebt die schwedische Volksmusik und spielt am liebsten Akkordeon, wenn er mit seinem "Benny Andersson Orkester" quer durch das Land tourt. Björn, 63, kümmert sich, wenn er nicht gerade für "Mamma Mia!" unterwegs ist, vor allem um seine Familie in Stockholm und bekennt, "vernarrt in die Enkelkinder" zu sein. Außerdem hat er sich der Organisation "Humanisterna" angeschlossen, die sich für humanistische Grundwerte einsetzt. Anni-Frid, 62, lebt abwechselnd in der Schweiz und Südschweden und setzt sich unter anderem mit ihrer Stiftung "Kind und Umwelt" für den Umweltschutz ein. Agnetha, 58, lebt zurückgezogen in der Gemeinde Ekerö, einer Inselgruppe westlich von Stockholm. Auf ihrem Anwesen wohnt auch Linda Ulvaeus, 35, gemeinsame Tochter von Björn und Agnetha, die in Schweden mittlerweile eine bekannte Schauspielerin ist, mit Ehemann und Kind.
Kürzlich, bei der Premiere des "Mamma Mia!"-Films in Stockholm, traten Agnetha und Anni-Frid erstmals seit langer Zeit wieder gemeinsam öffentlich auf und tanzten zusammen mit Schauspielerin Meryl Streep fröhlich über den roten Teppich. Ihre Ex-Gatten sahen mit gelassener Freude zu. Es scheint ihnen allen sehr gut zu gehen. Kein Wunder.