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Und Schuld am Tod von 2Pac ist: Puff Daddy (natürlich)!

Seit der Rapper Tupac Shakur vor 20 Jahren erschossen wurde, heißt es: Puff Daddy steckt hinter dem Mord. Nun erscheint eine TV-Doku und in der behauptet Ex-Chefermittler Greg Kading: Sean Combs läuft nur frei herum, weil er so prominent ist.

Von Niels Kruse

Tupac Shakur

Tupac Shakur wurde nur 25 Jahre alt. Er starb 1996 - sechs Tage nachdem er von mehreren Kugeln niedergestreckt wurde.

Zwei Jahre bevor Tupac Shakur am 7. September 1996 nach dem Besuch eines Box-Kampfs in Las Vegas von mehreren Kugeln niedergestreckt wurde, hatten Unbekannte schon einmal versucht, ihn ins Jenseits zu befördern. Der Rapper überlebte und beschuldigte damals seinen Ex-Kumpel Notorious B.I.G. mitsamt dessen Plattenfirma Bad Boy, hinter dem Anschlag zu stehen. Er hätte auch sagen können: Puff Daddy war's. Denn Bad Boy, das erfolgreiche HipHop-Label von der Ostküste, ist Puff Daddy und Puff Daddy, wie Sean Combs damals und jetzt auch wieder heißt, ist Bad Boy.

Der Mörder läuft noch frei herum

Tupac Shakur erlag am 13. September 1996 seinen Verletzungen und bis heute, 20 Jahre später, ist der Fall ungeklärt. Dennoch sind sich sehr viele Leute immer noch sehr sicher, dass der wahre Mörder frei herumläuft und auf den Trümmern der Rapperfehde Ostküste gegen Westküste sein Multi-Millionenimperium errichtet hat. Sein Name lautet Sean Combs, alias Puff Daddy, alias P. Diddy oder auch nur Diddy, oder Sean John oder eben Bad Boy.

Puff Daddy Sean Combs

Sean Combs alias Puff Daddy, alias P. Diddy, alias Bad Boy: Er bestreitet, hinter dem Mord an Tupac Shakur zu stecken


Alle Jahre wieder melden sich mal frühere Kumpels, mal angebliche Zeugen oder andere Wegbegleiter, die den Bling-Bling-Unternehmer für die Schüsse auf 2Pac verantwortlich machen. Combs selbst sagte dazu einmal: "Ich weiß nicht, was die Leute immer haben. Ich habe überhaupt keine Zeit für dieses ganze Gangster-Zeug." Nun aber behauptet der Macher einer neuen Dokumentation, dass er Beweise für die Verstrickung des Superstars in den Fall hätte. Beziehungsweise: Er behauptet es wieder. Der Film "Murder Rap: Inside the Biggie und Tupac Murders" (erhältlich bei iTunes sowie demnächst auch bei Netflix zu sehen) basiert im Wesentlichen auf dem Buch vom damaligen Chefermittler des LAPD, Greg Kading, das unter fast dem gleichen Namen schon 2011 sagte: Puff Daddy war's.


Filmautor Michael Dorsey will die damalige Recherche noch einmal durchgegangen sein, will sich durch Berge von offiziellen Akten gegraben haben, zitiert Tonbandgeständnisse und hat mit Beteiligten gesprochen. Seine Version des Todes von 2Pac geht so: Als der Musikkrieg Eastcoast vs. Westcoast eskalierte, soll Puff Daddy dem Gangboss Duane Keith Davis genannt "Keffe D." eine Million Dollar dafür gezahlt haben, Tupac Shakur zu erledigen, ebenso wie Marion "Suge" Knight, Chef des verfeindeten Plattenlabels Death Row. Der Gangster wiederum schickte seinen Neffen Orlando Andersson los, die beiden in Las Vegas zu erschießen. 2Pac starb, Knight überlebte den Anschlag, Andersson fiel Jahre später ebenfalls einem Mord zum Opfer.

Notorious B.I.G. wurde aus Rache ermordet

Die Rache von Death-Row-Chef Knight folgte ein halbes Jahr später: Am 9. März 1997 wurde der Bad-Boy-Rapper Notorious B.I.G. in Los Angeles bei einem Drive-by-Shooting durch sieben Schüsse ermordet. Offiziell ist auch dieser Fall bis heute ungeklärt. Zeitweilig behauptete die Mutter des Rappers, ihr Sohn sei von der Polizei erschossen wurden.

2Pac und Marion Knight

2Pac und sein Mentor Marion Knight: Der Plattenboss hatte nach dem Tod seines besten Pferdes im Stall nur noch wenig Glück im Leben


Kading, der zehn Jahre lang an dem Fall gearbeitet hatte, aber will in der Lage gewesen sein, ihre Vorwürfe zu entkräften. "Keffe D." habe bei den Verhören so viele glaubwürdige Details preisgegeben, dass es eigentlich keine Zweifel mehr an den Hintergründen der Tat geben konnte. Und doch – geschehen ist nichts. "Dass Combs bislang ungeschoren davon gekommen ist, liegt an seinem Promi-Status", sagt Ex-Polizist Kading. Und dass der Schütze Andersson nicht mehr lebe, diene der Aufklärung auch nicht, so Kading.

Posthum noch sechs Alben veröffentlicht

Vielleicht wird sich niemals wirklich klären lassen, wer die tödlichen Schüsse auf Tupac und Biggie Smalls alias Notorious B.I.G. wirklich abgegeben hat. Sicher aber ist, dass ihr Tod ein lohnendes Geschäft sowohl für die Labelchefs Puff Daddy als auch Marion Knight waren. Ihre dahingeschiedenen Schützlinge waren nach dem Tod noch deutlich erfolgreicher als zu Lebzeiten. Mit dem Erbe von Tupac Shakur etwa ließen sich noch sechs CDs füllen, weshalb ihn der britische "Guardian" einmal die "fleißigste Leiche im Geschäft" nannte.

Blick in die neue Doku


Und Puff Daddy begründete sogar seine Gesangskarriere auf den Resten, die ihm Notorious B.I.G. hinterlassen hatte. Sein größter Hit "I'll be missing you" von 1997 - eine Hommage an Biggie Small mit der Melodie des Police-Songs "Every breath you take" - ist eines der kommerziell erfolgreichsten Rap-Stücke überhaupt. Auf dem dazugehörigen Album "No way out" ist Notorious mit gleich vier Gastbeiträgen zu hören. Sein Widersacher Knight dagegen hat es nicht so gut getroffen. Obwohl 2Pac immer noch zu den Rappern mit den meisten Plattenverkäufen in der Geschichte zählt, ist Knights Label Death Row längst Konkurs gegangen und er selbst gerät immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Aktuell muss er sich dafür verantworten, im Januar 2015 einen Mann überfahren zu haben. Seitdem sitzt er im Gefängnis, seinem Anwalt zufolge soll er unter einem Hirntumor leiden.


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