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Ates

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Integration von Muslimen in Deutschland
Integration von Muslimen in Deutschland
"Es gibt noch zu viele Gutmenschen"

Mit dem "Anti-Islamisierungs-Kongress" in Kln versuchen Rechtsradikale, Angst vor einer muslimischen Parallelgesellschaft in Deutschland zu schren. Auch die Autorin Seyran Ates stellt eine Re-Islamisierung fest. Im stern.de-Interview warnt sie davor, das Thema "Multi-Kulti-Gutmenschen" und Rechten zu berlassen. Sie verlangt drastische Manahmen.

Zwischenruf
Zwischenruf
Die vergrabene Bombe

Die ungelste Integration von Zuwanderern ist das gefhrlichste soziale Problem in Deutschland. Nach der Wahl 2009 ist es Zeit, in Berlin ein eigenstndiges Ministerium dafr zu schaffen.

AlexanderPlatz
Blog "AlexanderPlatz"
Wen darf ich töten?

Das fünfte Gebot lautet: Du sollst nicht töten. Es steht im 2. Buch Mose. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum wenige Seiten weiter im heiligen Buch von Juden und Christen das Töten fröhliche Urständ feiert und Unschuldige massakriert werden? Meine Antwort darauf ist: weil die Adressaten des Gebots die göttliche Weisung nur auf die Angehörigen ihres Stammes bezogen. Der andere, der Fremde, der darf weiterhin getötet werden. Der Nächste – er lebt nur in meiner Sippe. Das Christentum setzt eins drauf auf das mosaische Gebot. Die Frage des Pharisäers “Wer ist mein Nächster?” beantwortet Jesus mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk, 10,25-37), einem zentralen Element der Lehre des Nazareners, das zur Basiskenntnis über das Christentum gehört, zur Lektüre auch zu empfehlen für Nicht-Christen und Atheisten. Jesus weitet den Kreis über die eigene Sippe hinaus. Der Samariter, das war in den Augen der Juden kein Jude. Die Samariter galten als Ketzer, mit denen man sich nicht abgeben durfte. Er ist es aber, der den verletzten und halb Totgeschlagenen verarztet. Drei Stufen: Stammesbande, Religionsgemeinschaft, Menschheitsfamilie Der neue Weg, wie das Christentum am Anfang in Jerusalem genannt wurde, weitet das Gebot “Du sollst nicht töten” über die Grenze des Stammes. Jesus, so schreibt Paulus, reißt die Trennwand zwischen Juden und Heiden ein. Die Grenze nach außen bildet nun die nicht christliche Welt. Innerhalb der Grenzen sind “alle einer in Christus” (Gal. 3,28). Auch der Islam übersteigt die Grenzen der Stammeswelt in seinem neuen Bekenntnis: Die umma al islamiyya, die Gemeinde der Gläubigen, ist weltumspannend wie das universelle Christentum. Der gemeinsame Glaube bindet die jeweiligen Gruppenangehörigen aneinander. Das Christentum wird Reichskirche, die Völker, die den Islam annehmen, nehmen das Arabische an und damit eine neue, Einheit stiftende Kultur und Lebensweise. Zuerst bindet das Band der Familie, dann das Band der Religion. Das “Alle Menschen werden Brüder”, das Schiller in seiner Ode an die Freude (eigentlich Ode an die Freiheit) formuliert, markiert am treffendsten den dritten Schritt, in dessen Wirkkreis wir uns heute befinden: Es wird das Band der Menschheitsfamilie beschworen. Die dem Menschen von Geburt an zukommende Freiheit ist hier das verbindende Element. Dort, wo sie nicht herrscht, muss sie zur Geltung kommen. Der Gesellschaftsvertrag von Rousseau beginnt mit der Beschreibung des Status quo: Größer als Sippe und Glaube “Der Mensch ist frei geboren und liegt überall in Ketten.” Das Zeitalter der Revolutionen schafft eine säkulare Welt, in der Herrschaft nicht mehr absolut ist und Untergebenheit kein Schicksal oder Wille einer höheren Macht. Aus der Freiheit des Christenmenschen wird die Freiheit des Bürgers. Was bedeutet das für das Gebot “Du sollst nicht töten”? Es gilt heute absolut, unabhängig davon, wie stark der Sippenverbund ist oder wie stark der Glaube. Stimmt das “Seid umschlungen, Millionen”, sind wir uns als Menschen näher gekommen? Zwar ist uns das, was direkt um uns herum passiert, immer noch näher als das Ferne und Fremde. Dennoch spenden wir Rekordsummen nach einem Erdbeben auf Haiti oder einem Tsunami in Südostasien. Die Erderwärmung versetzt uns in Mitteleuropa nicht in Vorfreude, weil wir hier dann bei uns gewachsenen Chianti genießen können, sondern in Sorge, weil wir zur Empathie mit den Menschen in Bangladesch in der Lage sind, denen eine Erwärmung der Atmosphäre apokalyptische Überschwemmungen bringen und ihren Lebensraum nehmen wird. Das Projekt Menschheitsfamilie funktioniert. Das Konzept ist rational, es ist nachvollziehbar. Es lebt für Menschen mit Gemüt besser mit etwas Pathos, kann aber auch für kalkulierende Geister in einem Kosten-Nutzen-Schema mithalten. Der Nächste, das ist jetzt nicht mehr mein Blutsverwandter oder mein Glaubensbruder. Es ist jeder Mensch. Diese Einsicht markiert den Beginn der Moderne. Freiheit gegen Dogma Der Islam ist in diesem Sinne eine vormoderne Religion. Er kennt, in seiner Heiligen Schrift (Schritt zwei), eine gewisse Schutzbedürftigkeit von Juden und Christen an. Er leitet diese aber religiös her (Juden und Christen haben eine Heilige Schrift empfangen). Um unsere Menschenrechtserklärung (Schritt drei) macht die islamische Welt noch einen Bogen. Im Jahr 1985 haben Vertreter von Ländern dieser Hemisphäre in Kairo eine eigene Charta für islamische Menschenrechte verfasst und unterschrieben. Das Wohl und Wehe von Nicht-Muslimen in weiten Teilen der islamischen Welt hängt derzeit noch von der Auslegung des Koran durch den Imam im Dorf, die Religionsgelehrten an der Universität, den Willen der herrschenden Elite ab. Es gibt keine unverbrüchliche, rechtliche Garantie auf ein unversehrtes Leben. Es gibt Voll-Bürger (Muslime) und minderwertige Bürger (Nicht-Muslime). Religiöse Minderheiten leben schlecht unter islamischer Herrschaft, gleich, ob in der Türkei oder in Ägypten oder andernorts. Warum ist das so? Vielleicht, weil Christen und Muslime in der Geschichte ihrer Begegnung nie einander Samariter waren? Gibt es einen Weg für Muslime von Level zwei nach Level drei? Nach dem Dreißigjährigen Krieg schlossen Protestanten und Katholiken Frieden unter der Maßgabe “etsi Deus non daretur” – als ob es Gott nicht gäbe. Das kann der Weg sein. Muslime müssen dann nicht ihren Glauben aufgeben. Sie müssen nur erkennen, dass man mit ihm nicht alle Fragen beantworten und alle Probleme lösen kann. Der Glaube an die Freiheit ist schwieriger als der Glaube an das Dogma. Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Debatten-Magazins The European Weitere Beiträge zum Thema: Seyran Ates: Die islamische Welt befindet sich noch im Mittelalter Necla Kelek: Missbrauch in Moscheen Axel Ayyub Köhler: Über Grundwerte kann man nicht abstimmen Rolf Mützenich: Strategie gegen Islamismus Günter Nooke: Exportschlager Menschenrechte Ali Kizilkaya: Nichts außer Palaver

AlexanderPlatz
Blog "AlexanderPlatz"
Was muss ich glauben?

Was muss ein Professor für islamische Theologie glauben? Der erste seiner Art überhaupt in Deutschland, der Konvertit Muhammad Sven Kalisch, war als Hoffnungsträger an den Lehrstuhl in Münster gegangen. Wenige Jahre später ist er in den Augen gläubiger Muslime zum Ketzer geworden. Kalisch glaubt nicht mehr, dass Muhammad wirklich gelebt hat. An den Koran als Gottes wortwörtlich geoffenbarte Rechtleitung auch nicht mehr. Für die Vertreter der islamischen Gemeinden in Deutschland kann einer wie Kalisch nicht mehr die Ausbildung von islamischen Religionslehrern verantworten. Auch die Kirchen können bei den Universitäten Widerspruch einlegen, wenn jemand zum Professor berufen werden soll, der nicht die Lehrmeinung der Kirche teilt. Auch die Abberufung ist denkbar und bisweilen schon praktiziert worden. Was die Muslime nun fordern, steht ihnen in gewissem Maße zu, wenn man auf die Rechte der christlichen Kirchen schaut. Auf der anderen Seite ist die islamische Glaubensgemeinschaft ein vielschichtiges Gebilde, das, anders als die Kirchen, nicht ausreichend in Organisationen gefasst und strutktuiert ist, die gegenüber den staatlichen Autoritäten definieren, was der islamische Glaube sei. Kalisch hat die junge islamische Gemeinde in Deutschland ebenso wie die Universität Münster in eine schwierige Situation gebracht. Die Wissenschaft ist frei und das muss in jedem Fall auch so bleiben. Ob man, wenn man ihre grundlegenden Überzeugungen nicht mehr teilt, weiterhin an einem Lehrstuhl unterrichten will, der eine Symbolkraft für die Integration einer Glaubensgemeinschaft hat, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht wäre es besser gewesen, Professor Kalisch wäre selbst zurückgetreten. Dokumentation: Etliche Wissenschaftler und Vertreter des öffentlichen Lebens sprechen sich für einen Verbleib von Professor Kalisch am Centrum für religiöse Studien in Münster aus. Kalisch hatte die Existenz des islamischen Propheten Muhammads geleugnet. Daraufhin hat der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland sich mit seiner Forderung durchgesetzt, Kalisch möge der Lehrstuhl entzogen werden. Solidaritätserklärung mit dem Lehr- und Forschungsauftrag von Professor Dr. Muhammad Sven Kalisch Am 5. September, dem 1. Freitag des heiligen Monats Ramadan, hat der islamische Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KRM) die Zusammenarbeit mit Professor Kalisch wegen der "erheblichen Diskrepanz zwischen den Grundsätzen der islamischen Lehre" und seinen "veröffentlichten Positionen" aufgekündigt. Muhammad Kalisch ist der erste Inhaber des Lehrstuhls für "Religion des Islam" am Centrum für Religiöse Studien an der Universität Münster. Der Islam-Theologe, Philosoph und Volljurist mit perfekten Kenntnissen insbesondere der arabischen, persischen und türkischen Sprache ist ein hervorragender Wissenschaftler. Sein Lehrauftrag verpflichtet Kalisch, zukünftigen Religionskundelehrkräften wissenschaftliches Arbeiten zu vermitteln. Dazu gehört: * sich eigene Vorstellungen zur Religion auf verschiedenen Ebenen - vom eigenen Gottes- und Menschenbild bis zu aktuellen Themen - bewusst zu machen, * sie in der Auseinandersetzung mit anderen Sichtweisen und neuem Wissen kritisch zu prüfen und gegebenenfalls zu verändern; * theologische Bedingungen und Konsequenzen für eigenes Handeln beurteilen zu können; * ethische und religiöse Vorstellungen in ihrer Bedeutung für das gesellschaftliche Denken ermessen zu können; * theologisch-philosophische Argumente und Positionen zu analysieren - insbesondere im Hinblick auf entstehungsgeschichtlich implizite Werthaltungen, praktische religiöse Konsequenzen und die mit ihnen verfolgten Interessen -; * sich mit autoritaristischen Argumentationen kritisch auseinanderzusetzen und darauf zu reagieren. Professor Kalisch schafft somit die fachlichen, didaktischen und methodischen Voraussetzungen für zukünftigen islamischen Religionskundeunterricht. Untrennbar verbunden ist damit, provokante Thesen zur Diskussion zu stellen. Kalisch hat den Auftrag der Universität, seine Studierenden zum Mitdenken statt zum blinden Glaubensgehorsam auszubilden. Mit ihrer Distanzierung von der ergebnisoffenen Wissenschaft lassen die im KRM versammelten Verbände, die ohnedies bei dieser Ausbildung rechtlich nicht eingebunden werden müssen, eine historische Chance verstreichen, mit einem Hoffnungsträger die Zukunft des Islam und der Gesellschaft in Deutschland insgesamt mitzugestalten. Wir solidarisieren uns mit dem Lehr- und Forschungsauftrag von Professor Kalisch und dessen Durchführung: - Hans Branscheidt, Theo Van Gogh Gesellschaft, Vorstandsmitglied der Europan-Turkey Civic Commission EUTCC - Dr. Rainer Flasche, Professor für Religionsgeschichte, Marburg - Prof. Dr. Heinz Gess, Professor für Sozialwissenschaften, Bielefeld - Dr. Brigitte Hasenjürgen, Professorin für Soziologie an der Katholischen Hochschule NRW - Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt, Privatdozentin für Religionswissenschaft, Marburg - Collin Schubert, Collin, Terre des Femmes, Tübingen - Dr. Nasrin Amirsedghi,. Philologin und Publizistin, Mainz - Seyran Ates, Rechtsanwältin und Autorin, Berlin - Dr. Ezhar Cezairli, Mitglied der AG1 und des Plenums der Deutschen Islamkonferenz als "Säkulare Muslimin" - Ismail Kaplan, Bildungsbeauftragter/ Egitim Sorumlusu, Alevitische Gemeinde Deutschland e.V. - Dr. Gabriele Lademann-Priemer, Weltanschauungsbeauftragte, Hamburg - Prof. Dr. Tilman Nagel, em. Professor für Arabistik und Islamwissenschaft, Göttingen - Paul Nellen, Diplom-Politologe, Autor und Journalist, Hamburg - Prof. Dr. Karl-Heinz Ohlig, em. Professor für Religionswissenschaft und Geschichte des Christentums, Saarbrücken - Alp Otman, Lehrbeauftragter an der Hochschule Darmstadt und Evangelischen Hochschule Darmstadt - Dr. Gerd-Rüdiger Puin, Islamwissenschaftler und Arabist, Saarbrücken - Dr. Elisabeth Puin, Islamwissenschaftlerin, Saarbrücken - Imam Mehdi Razvi, Islamischer Theologe, Hamburg - Stefan Reichmuth, Professor für Orientalistik und Islamwissenschaft, Bochum - Gernot Rotter, em. Professor für Islamwissenschaft, Hamburg - Perry Schmidt-Leukel, Professor of Systematic Theology and Religious Studies, University of Glasgow - Peter Schütt, Schriftsteller, Hamburg - Dr. Jeanette Spenlen, Religionswissenschaftlerin und Islamwissenschaftlerin Bonn - Ursula Spuler-Stegemann, Professorin für Islamwissenschaft, Marburg - Ali Ertan Toprak,, Generalsekretär Alevitische Gemeinde Deutschland e.V. - Turgut Yüksel, Mitglied des Hessischen Landtages, SPD-Fraktion Diese Kolumne ist auch erschienen auf www.cicero.de/alexanderplatz.php Mehr Informationen unter www.cicero.de Den Autor erreichen Sie über seine Webseite www.a-goerlach.com

WM 2006
WM 2006
Die letzten WM-Tickets sind vergeben

Die Schweiz hat es geschafft. Trotz einer 2:4-Niederlage gegen die Trkei nehmen die Eidgenossen an der WM im nchsten Jahr teil. Nach dem Spiel ist es zu Prgeleien zwischen den Spielern gekommen. Auch Australien, Spanien, Tschechien und Trinidad haben sich qualifiziert.

"Idomeneo"-Skandal
Vor der Oper unter den Detektor

Der Opernskandal geht in die zweite Runde: Zur Wiederauffhrung der umstrittenen "Idomeneo"- Inszenierung am Montagabend in Berlin ist die Deutsche Oper von einem groen Polizeiaufgebot geschtzt worden. Bereits am Nachmittag zogen zahlreiche Beamte vor dem Opernhaus auf.

Koran-uerung
Koran-uerung
Familienrichterin mit Kritik berschttet

Darf eine Ehe zweier Moslems in Deutschland nicht geschieden werden, weil eine Richterin rmeint, der Koran rechtfertige eheliche Gewalt? Offenbar geht das nicht. Die Richterin ist nun abgesetzt worden. Es hagelte Kritik - aus der Politik, aber vor allem auch von Moslems.

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